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08.06.2011 Christof Baumgartner

Mögliche Gefahr durch Handys

Nach der Analyse aller bisher bekannten Studien zur Handystrahlung sieht die WHO eine Gefahr.

Telefonieren mit einem Handy könne »möglicherweise krebserregend« sein, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Eine 31-köpfige Expertengruppe der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC ist demnach zu dem Schluss gekommen, dass der häufige Gebrauch von Mobiltelefonen das Risiko von Hirntumoren erhöhe. Die Fachleute aus 14 Ländern haben keine neuen Daten erhoben, sondern die Erkenntnisse als den bislang verfügbaren wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Krebs durch Rundfunk- und Handystrahlung bewertet. Darunter war auch eine Studie aus dem letzten Jahr, in der fast 13.000 Mobiltelefonnutzer über zehn Jahre lang beobachtet wurden. Die Studie kam damals zu keinem eindeutigen Ergebnis - ebenso wie alle anderen großen Untersuchungen.

NICHT EINDEUTIG BELEGT »Es ist im Moment nicht eindeutig belegt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs bei Menschen auslösen kann«, erläutert Kurt Straif, Vorsitzender des Monografien-Programms der IARC, in dem bereits mehr als 900 mögliche Krebsauslöser bewertet worden sind. Dennoch entschlossen sich die Fachleute zur Einstufung der Strahlung als »möglicherweise krebserregend«, da es Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten bestimmter Hirntumore (Gliome) bei Intensiv-Handynutzern gebe. Auf welche Weise die Strahlung Krebs auslösen könnte, ist ungeklärt. »Die Mechanismen bleiben eine offene Frage.« Der internationale Verband der Mobiltelefon-Produzenten CTIA wies den Bericht zurück. Die IARC-Analyse sei nicht aussagekräftig. »Die IARC hat eine ganze Reihe Beurteilungen durchgeführt und in der Vergangenheit beispielsweise auch eingelegtes Gemüse und Kaffee so eingestuft«, heißt es in einer Erklärung von CTIA-Vizepräsident John Walls.

WEITERE STUDIEN NOTWENDIG Bei der IARC-Analyse ging es um hochfrequente elektromagnetische Strahlung, wie sie von Handys, aber auch von Rundfunk und Radar benutzt wird. Ein Krebsrisiko durch Handys kann demnach aber nicht ausgeschlossen werden. »Das Ergebnis bedeutet, dass es ein Risiko geben könnte, und wir müssen deshalb genau nach einer Verbindung zwischen Mobiltelefonen und Krebsrisiko Ausschau halten«, betonte der Vorsitzende der Expertengruppe, Jonathan Samet von der Universität Südkaliforniens. Die Fachleute schreiben, es seien weitere Studien nötig, auf deren Grundlage das Krebspotenzial der Strahlung in einigen Jahren erneut bewertet werden soll. Die Behörde riet Verbrauchern dennoch, sich weniger der möglicherweise schädlichen Strahlung auszusetzen, indem sie beispielweise ein Headset nutzen.

Auch bisher war die WHO davon ausgegangen, es gebe keine Beweise für eine Verbindung zwischen Handys und der Entstehung von Krebs. Die neue Auswertung war von Mobilfunkkonzernen mit großer Spannung erwartet worden. Seit der Einführung Ende der 1980er Jahre ist die Nutzung der Mobiltelefonen stark gestiegen. Derzeit gibt es rund fünf Milliarden Handy-Nutzer weltweit.

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