Vorbild iPhone - Flexibilität ist Trumpf Detail - Computerwelt

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24.09.2009 Alex Wolschann/Manfred Bremmer*

Vorbild iPhone - Flexibilität ist Trumpf

Im weltweiten Smartphone-Markt treffen ungleiche Konkurrenten aufeinander. Im Vorteil sind Newcomer, die keine Altlasten zu tragen haben.

Als Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo Apple im Frühjahr 2007 als Neueinsteiger im Smartphone-Markt begrüßte, hätte er sich den Erfolg der Company mit dem iPhone in seinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt. Die von ihm gehegte Hoffnung, dass das Gerät den Markt stimuliert, wurde nur allzu wahr - wenn auch nicht ganz so, wie es sich Kallasvuo gewünscht hatte.

Nachdem sich das iPhone wegen des späten Starts und des anfänglichen Fokus auf nur wenige Länder in seinem ersten Jahr noch nicht so stark bemerkbar machte, beförderte es den Neuling Apple im Folgejahr prompt auf Platz drei der weltweit größten Smartphone-Hersteller. Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Gartner zufolge verkaufte Apple 2008 weltweit knapp 11,5 Millionen iPhones und sicherte sich damit 8,2 Prozent Marktanteil.

Während das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino triumphierte, gehörte Nokia im Smartphone-Bereich im vergangenen Jahr zu den klaren Verlierern. Der Absatz der Finnen stagnierte mit 61 Millionen Geräten nahezu. Gleichzeitig büsste Nokia Anteile in dem um knapp 14 Prozent gewachsenen Gesamtmarkt ein. Allerdings konnten sich die Finnen mit 43 Prozent klar an der Spitze behaupten.

Besonders hart traf es Nokia im bekanntlich lukrativsten Schlussquartal, wo der Smartphone-Absatz um satte 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal schrumpfte. Der Marktanteil brach parallel um zehn auf 40,8 Prozent ein.

Bei genauer Betrachtung wird klar, woran es Nokia trotz seines breiten Portfolios mangelte: Sieht man einmal von den primär auf Geschäftkunden fokussierten Blackberry-Geräten ab, deren Absatz sich 2008 mit 23 Millionen Stück nahezu verdoppelte, waren laut Gartner 2008 vor allem attraktive Touchscreen-Modelle gefragt. Dazu zählten neben dem Apple iPhone etwa das Samsung Omnia sowie die ebenfalls überwiegend mit dem Betriebssystem Windows Mobile angetriebenen HTC-Geräte.

NICHTS GLEICHWERTIGES VON NOKIA Diesem Aufgebot hatten die Finnen zu diesem Zeitpunkt offenbar nichts annähernd Gleichwertiges entgegenzusetzen; das 5800 XpressMusic als erstes Nokia Smartphone mit Touchscreen überhaupt kam erst im Frühjahr 2009 auf den Markt, das neue Consumer-Flaggschiff N97 mit berührungsempfindlichen Display und Volltastatur wurde Anfang Dezember 2008 - als das Weihnachtsgeschäft blühte - gerade erst als Vorserienmodell vorgestellt. In die Läden kam der vermeintliche iPhone-Killer erst Ende Juni 2009, also zwei Jahre nach dem Apple-Gerät.

Doch es wäre ein Fehler, bei der Betrachtung des Smartphone-Markts einzig die vermeintliche Überlegenheit des iPhone gegenüber anderen Devices und Plattformen zu rühmen. So dokumentiert der wachsende Absatz von Blackberry-Geräten, dass etwa im Geschäftsumfeld nach wie vor Eigenschaften wie eine geschützte Datenübertragung und andere Sicherheitsfunktionen sowie eine benutzerfreundliche Volltastatur gefragt sind. Außerdem ist das Apple-Handy allein vom Preis und der Carrier-Bindung nicht unbedingt massentauglich. Rufe nach einer Billigvariante werden von der Jobs-Company bislang ignoriert.

Hinzu kommt, dass das iPhone - gewollt oder ungewollt -in vielen Punkten noch immer nicht auf dem neusten Stand ist. Einige wichtige Funktionen für den Enterprise-Einsatz oder Copy, Cut and Paste wurden erst in der letzten Version nachgerüstet. Multitasking und die Möglichkeit einer zentralen Verwaltung gibt es nach wie vor nicht. Und wenngleich Apple mit dem iPhone 3GS zumindest hardwaretechnisch annähernd auf der Höhe der Zeit angekommen ist, zeigen andere Geräte bereits mit Features wie einem superschnellen 1-Gigahertz-Prozessor (Toshiba TG01), farbintensiven und dabei energiesparenden Amoled-Displays (Samsung Galaxy und andere) oder 8- bis 12-Megapixel-Kameras (Sony Ericsson Satio), welches Potenzial im Thema Smartphone noch steckt.

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