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03.11.2009 Rudolf Felser

GSMA präsentiert europäisches Mobile Manifesto

Das Manifest der GSM Association legt dar, inwiefern die Mobilfunkbranche dazu beitragen kann, wichtige Ziele der EU zu erreichen.

Die GSM Association (GSMA), der Repräsentant der weltweiten Mobilfunkbranche, hat ein "European Mobile Manifesto" vorgestellt. Dieses Manifest legt dar, inwiefern die Mobilfunkbranche dazu beitragen kann, wichtige Ziele der Europäischen Union zu erreichen, um die Wirtschaftsleistung voranzutreiben, die Verbraucher besser zu schützen und um den Einsatz grüner Technologie weiter auszuweiten (siehe beispielsweise "IKT als "grünes" Vorbild"). Zu diesem Zweck hat sich die Mobilfunkbranche dazu verpflichtet, noch enger mit Regierungen, Bildungs- und Gesundheitsbehörden sowie Technologie-Herstellern zusammenzuarbeiten. Zudem ruft die Mobilfunkindustrie die EU dazu auf, zur Unterstützung dieser Initiative eine Reihe von Massnahmen auf den Weg zu bringen.

Mit dem "Mobile Manifesto" umreisst die Mobilfunkbranche ihre Ziele wie folgt:

  • Erhöhung von Internet-Konnektivität und Produktivität über einen weitläufigen mobilen Breitbandzugang - unterwegs, zu Hause, in der Stadt und auf dem Lande
  • Verbesserter Kundendialog und Effizienzsteigerung durch "Mobilisierung" gewerblicher und öffentlicher Dienstleistungen, insbesondere über E-Commerce, E-Learning, E-Health und E-Government
  • Gestaltung einer "grüneren" Mobilfunkwelt durch Verringerung der europäischen CO2-Emissionen dank M2M-Technologien
  • Mehr "User Empowerment" und Aufrechterhaltung des Kundenvertrauens durch die Bereitstellung von Tools zum Schutz von Mobilfunkdaten.

"Mobiltelefone sind ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Gesellschaft - sie sind das am stärksten omnipräsente und personalisierte Kommunikationsmittel, das wir kennen, und besitzen zudem ein enormes Potenzial zur Verbesserung der Lebensqualität und Wirtschaftsleistung für die Bürger Europas. Dies geschieht durch soziale Eingliederung und fortlaufende Investitionen in innovative Projekte", erklärt Rob Conway, CEO und Vorstandsmitglied von GSMA. "Europa hat wesentlich zum weltweiten Erfolg der Mobilfunkbranche beigetragen, und es ist ein Bereich, in dem es auch weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen wird. Zusammen mit den Branchenführern konnten wir ein Manifest entwickeln, das aufzeigt, inwiefern die Mobiltelefonie die Förderung eines noch erfolgreicheren, grüneren und inklusiven Europas für alle Menschen bewerkstelligen kann."

"Das Manifest gewährt einen hervorragenden Einblick in die künftige Schlüsselrolle der Mobiltelefonie in der europäischen Gesellschaft - sofern wir jetzt die richtigen Massnahmen ergreifen", kommentiert Viviane Reding, EU-Kommissarin für Telekommunikation.

DIE ROLLE DER MOBILTELEFONIE Das Manifest konzentriert sich dabei ausschliesslich auf die mögliche Rolle der Mobiltelefonie beim Erreichen der Ziele der IKT-Richtlinie der Europäischen Kommission und wirbt erneut um Unterstützung der Mobilfunkbranche zur Umsetzung dieses Manifests.

Ganz konkret bittet die Mobilfunkbranche die EU um eine Erhöhung der Bandbreite mit dem Ziel, eine harmonisierte Strassenkarte entwickeln und herausgeben zu können; um Unterstützung beim Roll-Out zwecks Beseitigung von Hindernissen beim ökoeffizienten Ausbau des Abdeckungsbereichs; um eine Mobilfunk-freundliche Haltung in den Bereichen öffentlicher Dienst, Versorgungsunternehmen und Infrastruktur; die Förderung von Verbraucheraufklärung und Nutzerverantwortung im Hinblick auf das Thema Sicherheit von Online-Daten sowie eine Bereitstellung kontinuierlicher Flexibilität in Sachen Netzwerk-Management für den Erhalt von Auswahl und Qualität in Sachen Dienstleistungen und Benutzerfreundlichkeit.

Das Mobile Manifesto enthält den Angaben zufolge "genaue und detaillierte Ziele der Mobilfunkbranche". Es hebt laut GSMA die bestehende Stärke Europas im Hinblick auf die Mobiltelefonie hervor und liefert eine Einschätzung der Vorteile für Wirtschaft, Sozialwesen und Umwelt ab, die sich durch Umsetzung der Ziele erreichen liessen. Die Auswirkungen dieser Ziele sind messbar; Berechnungen würden zeigen, dass sich die CO2-Emissionen durch den Einsatz von mobiler Telearbeit um 22,1 Mio. Tonnen CO2 jährlich bzw. bis 2015 Energieeinsparungen um 7,7 Mrd. Euro reduzieren lassen; Berechnungen von mHealth nennen Ersparnisse von bis zu 78 Mrd. Euro bis 2015. Zudem würde die Erhöhung der Internet-Konnektivität durch Mobiltelefonie zu einer Produktivitätssteigerung führen, so die GSMA. Diese würde schätzungsweise insgesamt bis zu 349 Mrd. Euro (bzw. 2,9 Prozent des EU-weiten BIPs) bis 2015 ausmachen.

Die Mobilfunkbranche stellt 1,3 Prozent der EU-weiten Bruttowertschöpfung dar, 1,2 Prozent des EU-weiten BIPs und beschäftigt mehr als 600.000 Mitarbeiter. Innerhalb der EU-weiten Telekom-Industrie gehen heute ca. 61 Prozent aller Einnahmen auf den Mobilfunkbereich zurück. Erwartet wird ein Anstieg um 47 im Jahre 2002. Die Branche wird auch in Zukunft Investitionen in seine Infrastruktur der nächsten Generation tätigen und für kräftige Konjunkturimpulse sorgen. Aktuellen Schätzungen zufolge wird die europäische Mobilfunkbranche auf 145 Mrd. Euro an Kapitalaufwendungen bis 2013 kommen und dabei direkte und indirekte Arbeitsplätze für mehr als 4,7 Mio. Menschen schaffen. (pi/rnf)

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