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05.01.2010 Rudolf Felser/Alex Wolschann/apa

Apple und Google machen das Web mobiler

Die US-Technologiekonzerne Google und Apple heizen den Kampf um die Vorherrschaft im mobilen Internet an.

Google und Apple heizen den Kampf um die Vorherrschaft im mobilen Internet an. Der Suchmaschinen-Riese hat heute (Dienstag) ein neues Smartphone mit seinem Betriebssystem Android vorgestellt. Google hat die Entwicklung des Nexus One maßgeblich beeinflusst. Das Besondere: Google vertreibt das "Superphone" (Googles neuer Name für Smartphones) selbst. Apple will laut einem Zeitungsbericht seinen mit Spannung erwarteten Tablet-Computer im März auf den Markt bringen. Präsentiert werden solle das Gerät bereits Ende Jänner, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf von Apple unterrichtete Personen.

Große Überraschungen präsentierte Google indes nicht. Fast alle Details über das Nexus One waren bereits bekannt. US-Medien wie etwa das Fachblog "Engadget" konnten bereits im Vorfeld Geräte testen, die das Unternehmen an seine Mitarbeiter ausgegeben hat. Google zufolge hat das erste "reinrassige" Google-Phone als erstes Android-Smartphone einen Prozessor mit einer Taktfrequenz von einem Gigahertz - damit ist es das rechenstärkste Gerät der Produktfamilie. Angetrieben wird es von der jüngsten, bisher unveröffentlichten Android-Version 2.1. Sie soll unter anderem Verbesserungen bei der Navigation bringen und verfügt über die bereits in der Vorgängerversion enthaltene kostenlose Navigationssoftware.

Die Software bleibt indes nicht auf das Nexus One beschränkt. Wie schon bisher gehandhabt wird auch die neue Version des Smartphone-Betriebssystems Open Source, die Hersteller können sie in neue Systeme integrieren oder ihre "alten" Geräte damit updaten.

Das Multimedia-Handy kommt zunächst in den USA auf den Markt . Google verkauft das Gerät über eine eigene Website ohne Vertrag selbst – es kostet dann rund 530 Dollar (368 Euro). Zudem gibt es das "Nexus One" mit einem Zweijahresvertrag der amerikanischen Tochter von T-Mobile für rund 180 Dollar. Außerdem wird es Google zufolge in den "Testmärkten" UK, Singapore und Hong Kong erhältlich sein. Weitere Netzbetreiber, Länder und auch weitere Geräte sollen folgen, so Google in einem aktuellen Blog-Post. So wurde etwa während der Nexus-Pressekonferenz der Netzbetreiber Verizon Wireless genannt, der das Smartphone neben T-Mobile in den USA ins Programm aufnehmen wird. In Europa ist Vodafone mit an Bord. Das bedeutet, dass über kurz oder lang auch Mobilkom Austria-Kunden in den Genuss eines subventionierten Google-Handys kommen könnten.

HTC stellt das Gerät her. Es wartet unter anderem mit zwei Mikrofonen auf, wodurch Hintergrundgeräusche reduziert werden können. Außerdem besitzt es ein 3.7-Zoll-OLED-Display sowie das 1GHz Qualcomm Snapdragon chipset. Die neue Android-Version 2.1 hat viel Leistung auch bitter nötig, bietet sie doch neben viel Grafik- und 3D-Spielereien auch Spracherkennung an, die zumindest englische Wörter recht gut erkennen dürfte. Bei der Präsentation vor Journalisten gab sich die Software jedenfalls keine Blöße und erkannte klaglos, was ins Mikro gesprochen wurde. Sogar das Verfassen von Mails oder Instant Messages soll möglich sein. Wie gut die Erkennung mit anderen Sprachen klappt wird sich jedoch erst zeigen müssen. Natürlich sind die bekannten Google-Services tief ins System integriert.

Google hebt sich damit auf eine Stufe mit Apple. Beide Unternehmen besitzen jetzt eine eigene, mehr oder minder abgeschlossene mobile Plattform, bei der sie alleine das Sagen haben. Google geht es eigenen Angaben zufolge mit diesem Vorstoß ins Segment der Handy-Hersteller darum mehr Leute ins Web zu bringen - um ihnen dann passende Werbung zeigen zu können. Tatsächlich ist Google jetzt mit seinem eigenen Handy näher an den Kunden dran als je zuvor. Das nun wieder Warnungen vor der "Datenkrake Google" laut werden, ist mehr als wahrscheinlich – und auch nachvollziehbar.

APPLE AUF ... PARDON ... MIT DEM SILBERTABLETT Auch Apple zielt mit dem lang erwarteten "iTablet" auf das mobile Internet ab. Das Gerät soll einen berührungsempfindlichen Bildschirm mit einer Diagonale von zehn bis elf Zoll (rund 25 bis 28 cm) haben - und, wie bei der Geräteklasse üblich, keine Tastatur. Die Eingabe erfolgt dann über eine virtuelle Tastatur, die auf dem Touchscreen eingeblendet wird. Dem Apple-Gerät wird ein starker Einfluss auf Computermarkt und Medienindustrie zugetraut. Unter anderem erhofft sich die kriselnde Print-Branche neues Interesse für ihre Zeitungen und Magazine in digitaler Form.

Tablet-PC gibt es bereits seit Jahren, sie fristen bisher jedoch ein Nischen-Dasein. Auch eine dem erwarteten Apple-Tablet ähnliche Geräteklasse, genannt UMPC (Ultra-Mobile PC) konnte sich nicht durchsetzen. Der Grund dafür war vor allem die Kombination aus hohem Preis, eingeschränkter Leistung und kurzen Batterielaufzeiten. Für das Apple-Gerät wird ebenfalls ein recht hoher Preis zwischen 700 und 1.000 Dollar erwartet, allerdings setzten Marktbeobachter auf die Qualität und die Marketing-Künste des US-Konzerns.

Apple war es bereits gelungen, mit dem iPhone die Mobilfunk-Industrie umzukrempeln. Der Erfolg des Apple-Handys gab der mobilen Internet-Nutzung einen kräftigen Schub. Außerdem brachte das iPhone das Geschäft mit Programmen für Mobiltelefone, sogenannten Apps, in Schwung und prägte das Design von Hightech-Telefonen anderer Hersteller. Das sind Gründe für die hohen Erwartungen auch an Apples Tablet. Allerdings schränkte das "Wall Street Journal" ein, der März-Termin könne sich noch ändern.

Apple ist bekannt für extreme Geheimhaltung bei neuen Produkten. Wenn aber erst Aufträge bei Zulieferern platziert worden sind, wird es immer schwieriger, die Informationen unter Verschluss zu halten. Deswegen wird bereits seit Wochen über die Eigenschaften des neuen Geräts spekuliert. Es wird erwartet, dass es wie eine Art "Riesen-iPhone" aussehen wird.

Das ebenfalls zum "Wall Street Journal"-Netzwerk gehörende Technologie-Blog "All Things D" schrieb zuvor, Apple wolle das Gerät am 27. Jänner präsentieren. Das Blog berichtete zudem, Apple habe für 275 Mio. Dollar die Firma Quattro Wireless gekauft, die eine Plattform für Werbung auf mobilen Geräten betreibt. Werbung auf Handys gilt als großer Wachstumsmarkt. Der Internet-Konzern Google kaufte jüngst für 750 Mio. Dollar den Quattro-Konkurrenten AdMob, an dem auch Apple interessiert gewesen sein soll.

Das Werbe-Netzwerk von Quattro umfasst nach eigenen Angaben Tausende von Internetseiten, die über Handys aufgerufen werden können. Zudem könnten Zusatzprogramme für Smartphones wie das iPhone von Apple und die Plattform Android von Google über Quattro genutzt werden. (rnf/aw/apa)

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