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07.01.2010 Rudolf Felser

Nexus One vielleicht bald auch in Österreich

Die Wartezeit für österreichische Android-Enthusiasten könnte vergleichsweise gering ausfallen. Google und Vodafone wollen das multifunktionale Handy dieses Frühjahr nach Europa bringen.

Das Google mit seinem "Superphone" Nexus One unter die Handyverkäufer gegangen ist, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein (siehe auch "Apple und Google machen das Web mobiler"). Leider wird derzeit nur ein kleiner Teil der Welt beliefert und Europa – damit auch das "Mobilfunkwunderland" Österreich – muss sich wie üblich mit einem Platz auf der Warteliste begnügen.

Kunden in den USA, Großbritannien, Singapur und Hongkong können das Gerät mit seinem berührungsempfindlichen Bildschirm ab sofort bei Google im Webshop kaufen. Mit einem Zweijahresvertrag des Partners T-Mobile USA kostet es 180 Dollar und damit knapp weniger als die neueste Version des iPhone 3GS. Ohne Bindung an einen Anbieter werden 530 Dollar fällig.

Die Wartezeit für österreichische Android-Enthusiasten könnte jedoch vergleichsweise gering ausfallen. Denn Google und Vodafone wollen das multifunktionale Handy dieses Frühjahr auf den alten Kontinent bringen. Damit stehen die Chancen für Mobilkom Austria, seit 2003 Vodafone Partner Network, nicht schlecht, das Gerät in sein Portfolio aufnehmen zu können. Auf Anfrage von Computerwelt.at hielt sich Mobilkom-Sprecherin Alma Mautner bedeckt: "Die Mobilkom Austria Group ist immer an innovativen Endgeräten interessiert und bemüht sich nach Maßgabe der Möglichkeiten diese auch nach Österreich zu bringen – aktuell können wir leider noch nicht viel mehr dazu sagen." Etwas anderes war zu diesem frühen Zeitpunkt auch nicht als Antwort zu erwarten. Dennoch kann man annehmen, dass sich das A1-Team bemühen wird möglichst rasch das Nexus One an den Kunden bringen zu können. Besonders in Hinblick darauf, dass A1 – anders als Orange und T-Mobile – trotz seiner ausgezeichneten Marktposition in Österreich den aktuellen "Smartphone-König" iPhone nicht im Sortiment hat (wenn auch die Trauer darüber bei der Telekom-Tochter möglicherweise deutlich geringer ausfällt, als gemeinhin angenommen wird).

IPHONE-KILLER? Ob Googles "Superphone" dem Apple-Kult-Handy jedoch tatsächlich gefährlich werden kann (siehe dazu auch unsere aktuelle Umfrage auf Computerwelt.at) muss sich erst zeigen. Auf dem Papier ist das Nexus One der aktuellen iPhone-Generation zwar überlegen, aber das nächste Apple-Handy (und ein Apple-Tablet) kommt bestimmt – und Marketing-Guru Steve Jobs lässt sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen.

Unser Kollege Thomas Cloer, Redakteur bei der deutschen Computerwoche und begeisterter iPhone-Nutzer der ersten Stunde, hatte als einer der ersten europäischen Journalisten die Gelegenheit, persönlich Hand an das Nexus One zu legen – Computerwelt.at wartet noch auf eine Antwort der Google-Pressestelle. "Mein erster Eindruck: Das erste Android-Telefon, das ich wirklich gerne hätte. Das Telefon sieht gut aus und macht einen, wie man so schön sagt, wertigen Eindruck", so Cloer in einem Eintrag auf seinem iPhone-Blog. Doch er relativiert gleich im Anschluss: "Auf der anderen Seite muss man klarstellen, dass das Nexus One nun wirklich keine Sensation ist: Ähnliche Hardware gibt es von HTC bereits mit Android (Hero) und auch Windows Mobile (HD2). Und Android 2.1 ist nur für den Augenblick Nexus-One-exklusiv. Das wirklich Besondere am Nexus One ist, dass Google das Telefon über einen eigenen Web-Store verkauft — und zwar sowohl mit Vertrag als auch ohne."

Er spricht auch eine der größten Hürden für die Einführung des Handys außerhalb des anglo-amerikanischen Raums an: die als Highlight des neuen Betriebssystems gewertete Spracherkennung. Bislang hat man sie nur mit englischen Sprachinputs funktionieren gesehen. Ob, wie und wann auch das deutsche gesprochene Wort per Handy in geschriebenen Text verwandelt werden kann, ist noch unklar.

MEHR FEINDE ALS FREUNDE Mit dem Nexus One hat sich Google wahrscheinlich mehr Feinde als Freunde gemacht: Nicht nur Apple dürfte sich auf den Schlips getreten fühlen, sondern auch die Handyhersteller mit Android-Geräten im Sortiment, für die Google nun vom Partner (auch) zum Konkurrenten wird. Inwiefern sich dieser Umstand auf die Beziehungen des Apple-Konzerns mit dem Suchmaschinen-Giganten auswirken wird beziehungsweise auch auf die künftige Bereitschaft der Handyhersteller, Android-Geräte auf den Markt zu bringen (ständig mit der Sorge im Hinterkopf, ob Google dann wieder mit einem alles übertrumpfenden "Superhandy" die Karten neu mischen wird), muss sich erst zeigen.

Darüber hinaus sieht sich Google mit rechtlichen Schwierigkeiten wegen der Verwendung des Begriffs Nexus im Namen seines Gerätes konfrontiert. Die Erben des verstorbenen Autors Philip K. Dick werfen dem Unternehmen Markenrechtsverletzungen vor. "Wir glauben, dass dies eine klare Verletzung unserer geistigen Eigentumsrechte ist", sagte eine Tochter des Autors dem Wall Street Journal. In dem Kultfilm Blade Runner mit Harrison Ford (der auf Dicks Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" basiert) ist Nexus-6 die Typbezeichnung für (je mach Perspektive) außer Kontrolle geratene, von Menschen kaum zu unterscheidende, Androiden. In Verbindung mit dem Namen des Google-Betriebssystems Android bestünde laut den Erben ein klarer Bezug auf das Werk des Schriftstellers. Da allerdings der Begriff Nexus relativ häufig genutzt wird – auch außerhalb der Sci-Fi-Welt – dürften die Chancen der Erben auf ein leicht verdientes Taschengeld dürftig ausfallen. Dennoch hätte Google vorsichtiger sein können. Motorola sich etwa hat die Nutzungsrechte für den Namen seines aktuellen Android-Flaggschiffs Droid von Lucasfilm, der Firma von Star Wars-Macher George Lucas, gesichert und ist damit auf Nummer sicher gegangen. (rnf)

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