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20.01.2010 Rudolf Felser

Ungestützte Mobiltelefone werden beliebter

Konsumenten greifen vermehrt zu ungestützten Handys. Ob die stärker werdende Vorsicht beim Eingehen von Bindefristen wohl auch etwas mit den manchmal irreführenden Marketingversprechen der Branche zu tun hat?

Die Österreicher haben wohl langsam genug von den Verbindlichkeiten wegen subventionierten Handys: Konsumenten greifen vermehrt zu ungestützten Handys. Am Gesamtmarkt spielen sie jedoch trotzdem weiterhin nur eine sehr untergeordnete Rolle. Freie Mobiltelefone, die also nicht an einen Handynetzbetreiber gebunden sind, werden hauptsächlich in der unteren Preisklasse geordert, ergab ein Rundruf der APA.

Gründe für ein freies Handy sind Diebstahl, Verlust oder Defekt des bisherigen Netzbetreiber-gebundenen Endgerätes, die Nachfrage nach "Sim only"-Tarifen, der Wunsch nach einem Topmodell, das vom Netzanbieter nicht verfügbar ist (Stichwort iPhone) und wenn das Handy oftmals im Ausland eingesetzt wird, wo der Nutzer lieber günstiger mit einem lokalen Anbieter telefoniert.

Laut GfK ist der Markt für "SIM-free-Handys" in den ersten drei Quartalen 2009 auf 26 Prozent gestiegen. Der Hauptanteil entfällt nach Einschätzung von Netzbetreiber Hutchison 3G Austria (Drei) aber auf günstige GSM-Modelle, ein Markt für UMTS-Endgeräte sei erst im entstehen.

Orange verkauft nach Eigenangaben derzeit in etwa gleich viele gestützte wie ungestützte Mobiltelefone. "Trotzdem ist der Anteil der offenen Geräte in unserer Gesamtkundenbasis verschwindend und liegt unter fünf Prozent", so Sprecherin Petra Jakob. Die Nachfrage nach freien Endgeräten komme in erster Linie aus dem Bereich Prepaid.

T-Mobile erwartet ein weiteres Wachstum im ungestützten Bereich, aber nicht mehr in dem Ausmaß wie bisher. Marktführer Mobilkom Austria schätzt, dass rund 50 Prozent der Kunden, die mit einem ungestützten Handy telefonieren, ein Endgerät unter 50 Euro erstanden haben. Rund 30.000 Kunden der Mobilkom wiederum verwenden das iPhone, das die Mobilkom nicht im Angebot hat. Bei Drei, wo es das Kultphone ebenfalls nicht gibt, wird die Zahl der eigenen Nutzer auf 10.000 geschätzt.

VORSICHT VOR DEM KLEINGEDRUCKTEN Ob die stärker werdende Vorsicht beim Eingehen von langen Bindefristen wohl auch etwas mit den manchmal etwas irreführenden Marketingversprechen der Branche zu tun hat? Hinter Werbesprüchen wie "Halbe Grundgebühr" oder "Doppelte Freiminuten" steckt das eine oder andere mal weniger – oder mehr – als sich der Kunde vielleicht vorgestellt hat. "Konsumenten werden häufig getäuscht. Auf den ersten Blick wirken viele Angebote günstig, letztendlich wird's dann doch teurer", resümiert AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Details, etwa die zeitliche Gültigkeit des Angebots, Taktung, Freiminutenanteile und Ausnahmen, Mindestvertragsdauer, befristete Vergünstigungen, finden sich erst im Kleingedruckten oder in winzigen Fußnoten, "die aber auch nicht immer zum kompletten Durchblick verhelfen" so die AK in einer Aussendung betreffend einer neuen Untersuchung zu diesem Thema (hier als PDF-Download). Nachforschen im Internet oder bei den Anbietern wäre oft zusätzlich nötig.

"Der Durchschnittskonsument kann mit der Kernbotschaft der Werbung das beworbene Produkt oder das Aktionsangebot in der Regel nicht einschätzen. Die Blickfangwerbung springt ins Auge. Die Buchstabengröße ist bis zu elf Zentimeter", sagt Zimmer. Die Schriftgröße des Kleingedruckten mache dagegen meist nur ein bis zwei Millimeter aus. Das Kleingedruckte in den von der AK untersuchten Werbungen umfasst den Angaben zufolge 25 bis 95 Wörter, dazu kommen 200 bis 400 Wörter in den tarifbezogenen Website-Informationen.

"Oft ist das Kleingedruckte so verknappt formuliert, dass sich daraus mehr Fragen als Antworten ergeben", sagt Zimmer. "So müssen Konsumenten erst auf den Anbieterseiten im Web nachforschen, wobei sich auch hier im ungünstigsten Fall die wesentlichen Tarifbedingungen auf drei Ebenen verteilen können. Oder sie fragen beim Anbieter nach."

PENSIONISTEN LASSEN SICH HELFEN Die Auswahl des "richtigen" Tarifs und des "richtigen" Handys ist also schon für den kundigen Mobilfunknutzer kein Spaziergang. Wie muss es da erst Pensionisten gehen, die erst spät mit den modernen Kommunikations- und Informationsmitteln Handy und Internet konfrontiert wurden? Die ältere Bevölkerung ist inzwischen zwar zum überwiegenden Teil mit Handys ausgestattet, aber nach wie vor gibt es erhebliche Unterschiede bei der Geräteauswahl und der Nutzung der Handtelefone im Vergleich zu Jüngeren. So verschicken Personen über 75 Jahre durchschnittlich neun SMS pro Monat. Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es 25 SMS. Zum Vergleich: Jugendliche verschicken im Schnitt 400 SMS monatlich. 73 Prozent der Altersgruppe 70 plus versenden nie eine SMS, geht aus aktuellen Zahlen von T-Mobile Austria hervor.

Fast 70 Prozent rufen am häufigsten Familienmitglieder an, vor allem den Nachwuchs. Das Enkerl ist dabei nicht nur Gesprächspartner, sondern auch Einkaufsberater. "In knapp 20 Prozent der Fälle sucht der Kunde den Mobilfunkbetreiber nicht selbst aus, meistens sind die helfenden Handy-Experten die Enkerl", so T-Mobile. Aber wenn sie sich dann für ein Modell entschieden haben, sind sie oft treue Seelen: 13 Prozent der Pensionisten verwenden nach wie vor ihr erstes Endgerät. (rnf/apa)

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