Hersteller wollen sich nicht auf Plattform festlegen Detail - Computerwelt

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24.02.2010 idg/Alex Wolschann

Hersteller wollen sich nicht auf Plattform festlegen

Neben zahlreichen neuen Gadgets standen auf dem Mobile World Congress vor allem die aktuellen Handymodelle der etablierten Hersteller im Fokus. Der Trend geht eindeutig zu Smartphones – bei der Oberfläche zeichnet sich ein harter Konkurrenzkampf ab.

Der Konjunktureinbruch im vergangenen Jahr ist auch am Mobilfunkmarkt nicht spurlos vorüber gegangen. Während aber viele Branchen noch ihre Wunden lecken, stehen im Mobilfunk die zeichen längst wieder auf Wachstum. Grund dafür ist die zunehmende Popularität von Smartphones, mit denen die Nutzer jetzt vermehrt auf das Internet zugreifen. Das macht auch die Provider glücklich, die mit zusätzlichen Datenverträgen gutes Geld verdienen. Laut Umfragen in Österreich hegen zwei Drittel der Handybenutzer den Wunsch nach einem Smartphone – immerhin mehr als die Hälfte wünscht sich ein Volltouch-Display. Erst vor kurzem haben die Marktforscher von Strategy Analytics gemeldet, dass der Smartphone-Markt im vierten Quartal 2009 mit 53 Millionen verkauften Geräten ein neues Rekordvolumen erreicht habe. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 30 Prozent.

Wie nicht anders zu erwarten, standen am Mobile World Congress neue Smartphone-Modelle im Mittelpunkt. Überraschenderweise stellte dabei ausgerechnet Marktführer Nokia kein einziges neues Gerät vor. Stattdessen propagierten die Finnen ihre Servicestrategie rund um die Web-Plattform Ovi und gaben bekannt, das im Smartphone-Flaggschiff N900 genutzte Maemo-OS mit Intels mobilem Linux-System Moblin verschmelzen zu wollen. Entstehen soll daraus die neue Plattform MeeGo, für die es ab der zweiten Jahreshälfte verschiedene Endgeräte, darunter Smartphones, Netbooks, Tablets und Internet-fähige Fernseher, geben soll.

NOKIA SETZT AUF LINUX UND INTEL MeeGo soll die besten Eigenschaften der bestehenden Plattformen kombinieren, so das Versprechen von Intel und Nokia. Im Kern basiert die Software auf dem Multiprozessorfähigen Moblin, während das mit Nokias Trolltech-Akquisition erworbene Qt-Application- und UI-Framework die Entwicklung neuer Anwendungen deutlich vereinfachen soll. MeeGo bedeutet »Softwareentwicklung auf Steroiden«, so ein Nokia-Sprecher, da sich programmierte Anwendungen einfach auf andere Plattformen, einschließlich des populären Symbian-Betriebssystems, übertragen lassen.

Während es im vergangenen Jahr nur wenige Android-Geräte in Barcelona zu bestaunen gab, dominierten auf dem Mobile World Congress 2010 Handys mit Googles mobilem Betriebssystem. Zu den Anbietern zählten bekannte Player wie HTC, Sony Ericsson und Motorola, aber auch Exoten wie ZTE und Huawei. Die hierzulande eher als Lieferanten günstigen Netzequipments bekannten Chinesen kamen dieses Jahr gleich mit einer ganzen Reihe an Google-Geräten nach Barcelona. Darunter befanden sich günstige Einsteiger-Smartphones wie das Huawei-Modell U8110, das T-Mobile im zweiten Quartal unter dem Namen Pulse mini auf den Markt bringen will. Das U8800 genannte Flaggschiff-Modell ist dagegen mit Android 2.1, einer Bildschirm-Diagonalen von 9,7 Zentimetern und – als Industrie-Premiere – HSPA+ Unterstützung (bis zu 14 Mbit/s) eher für Nutzer interessant, die nicht primär auf den Preis schauen.

GRÖSSTER STAND: SAMSUNG ZEIGT STÄRKE Ein sehr selbstbewusster Auftritt in Barcelona began für Samsung schon im Vorfeld der Messe. Das Unternehmen angelte sich von Nokia den größten Messestand und präsentierte ein neues Flagschiff-Smartphone mit eigenem Betriebssystem. Mit dem I8520 wurde auch ein Handy mit eingebautem DLP-Projektor vorgestellt. Der Mini-Beamer schafft aber gerade mal neun Lumen – in heller Umgebung erkennt man ab einer Bilddiagonale von 30 Zentimetern so gut wie nichts mehr. Im Dunklen kann sich die Projektion sehen lassen: Der eingebaute DLP-Chip stammt von Texas Instruments und bietet die gleiche Auflösung wie das helle und kontraststarke 3,7-Zoll-Super-AMOLED-Display des Smartphones.

Das Samsung-Highlight in Barcelona ist aber sicher der große Bruder Wave S8500 mit dem hauseigenem Betriebssystem Bada. Die Besonderheiten des Gerätes sind das 3,3 Zoll Super-AMOLED-Display, der 1-GHz-Prozessor und das ultraflache Design. Der Dienst Social Hub bringt diverse Social-Networking-Plattformen auf einen Punkt während die Nutzeroberfläche TouchWiz 3.0 dem Anwender zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Samsung Apps öffnet den Weg zu zahlreichen Anwendungen, die zum Download bereitstehen.

ACER UND HTC TANZEN AUF ZWEI HOCHZEITEN Während der US-amerikanische Hersteller Motorola mittlerweile komplett auf Android eingestellt ist, fahren andere Player wie HTC und Marktneuling Acer eine mehrgleisige Strategie. Mit dem festen Blick auf Business-Kunden bieten sie zusätzlich Geräte mit Windows-Mobile an – mit oder ohne physische Tastatur. Den Taiwanern kommt dabei nicht zuletzt der flexible Snapdragon-Chipsatz von Qualcomm entgegen, der ohne große Modifikationen für mehrere unterschiedliche Plattformen genutzt werden kann. So präsentiert Acer in seiner Neotouch-Reihe mit dem E400 und dem P400 optisch nahezu identische Geräte, die sich vor allem durch die darunter liegenden Betriebssysteme Android und Windows Mobile unterscheiden.

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