Microsofts Antwort auf iPhone und Nexus One Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


12.04.2010 Rudolf Felser

Microsofts Antwort auf iPhone und Nexus One

Mit dem KIN ONE und KIN TWO hat Microsoft zwei Smartphones präsentiert, die den Nutzer und seine Kommunikation in den Vordergrund stellen.

Microsoft hatte in letzter Zeit nicht viel Glück am hart umkämpften Smartphone-Markt. Apples iPhone und Googles Android haben zumindest im Endkundensegment die Karten neu gemischt, der Blackberry von RIM hat Windows Mobile auch im Unternehmensbereich den einen oder anderen Kunden gekostet. Kein Wunder, dass der Konzern viel Hoffnung und Energie in das neue Betriebssystem Windows Phone 7 gesteckt hat, das Ende des Jahres auf ersten Geräten seine Aufwartung machen soll. Doch etwas abseits des neuen Smartphone-Betriebssytems steckt die eigentliche Neuigkeit, die Microsoft – für seine Verhältnisse – bislang relativ gut vor den neugierigen Augen der Öffentlichkeit versteckt hat: Mit der Smartphone-Linie KIN (der Codename lautete ursprünglich "Pink", siehe auch "Microsoft startet offenbar mit eigenem Smartphone") verzahnt der Software-Riese erstmals Hardware und Betriebssystem eng miteinander – und orientiert sich stark am Endkunden.

SOCIAL PHONE In das "Social Phone" KIN, das in den USA ab Mai bei Verizon Wireless auf den Markt kommt, hat Microsoft offenbar alles hineingepackt, was das Unternehmen in den letzten Jahren dazugelernt hat. Die Erfahrungen bei der Verbindung von Online, PC und Smartphone beispielsweise, die mit den Windows Live-Diensten und Xbox Live hinzugewonnen wurden. Oder die Anforderungen, die der Kunde an einen Musik- und Videoplayer stellt – mit Zune hat Microsoft ja ein entsprechendes Gerät auf den Markt gebracht, wenn auch leider nicht in Europa. Auch die Kritik, die das Unternehmen für sein veraltetes Bedienkonzept bei Windows Mobile einstecken musste, wurde verdaut und verarbeitet. Wie auch beim Mitbewerb dreht sich alles um Kommunikation, nicht mehr um verschachtelte Menüs.

"Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir speziell für die neue Generation von Nutzern eine mobile Erlebniswelt entwickelt – ein Handy, mit dem sie jeden Moment ihres Lebens mit anderen teilen können", sagt Robbie Bach, President der Entertainment & Devices Division von Microsoft. "KIN ist für Menschen, die sich in einer vernetzten Welt ausdrücken sowie mit ihren Freunden und ihrer Familie austauschen möchten. Diese Generation der sozialen Netzwerker wünscht sich mehr von ihrem Handy. Hier finden sie alle relevanten Informationen und die Menschen, die für sie am wichtigsten sind."

ZWEI MODELLE Anstelle von Menüs und Icons setzt KIN also auf Themen, die dem Nutzer wichtig sind – beispielsweise Kontakte, Freunde, Textnachrichten, Bilder, Videos oder der Austausch in Netzwerken. Das Hardwaredesign wurde gemeinsam mit Sharp entwickelt. Das kommt nicht von ungefähr: Sharp hat auch das Messaging-Handy von Danger Inc. – den Sidekick – hergestellt. Und Microsoft hat Danger Inc gekauft. So verwundert es auch wenig, dass die beiden vorgestellten Geräte, das KIN ONE und das KIN TWO in Grundzügen stark an den Sidekick erinnern. Sie besitzen beide einen Touchscreen und eine Slide-out-Tastatur.

ONE ist klein und kompakt und kann mit einer Hand bedient werden. Bildschirm und Tastatur von TWO sind größer. Darüber hinaus bietet das Gerät mehr Speicherplatz, die Kamera besitzt eine höhere Auflösung und erlaubt das Filmen in HD-Qualität. Die Kameras in beiden Geräten – sowohl die Fünf-Megapixel-Variante in ONE, als auch die Acht-Megapixel-Variante in TWO – bieten außerdem einen Bildstabilisator und einen LumiLED-Blitz. Über weitere Hardware-Details schweigt sich Microsoft noch aus.

Der Startbildschirm des Handys, der sogenannte KIN Loop, zeigt Informationen aus den sozialen Netzwerken des Nutzers an. Dabei werden die Inhalte aus den verschiedenen Online-Angeboten von Microsoft, aber auch Facebook, MySpace, Twitter und anderen Anbietern, zusammengeführt. Der Nutzer wählt seine gewünschten Kontakte und Freunde aus. Deren Status-Updates, Nachrichten, Feeds und Bilder werden dann von KIN priorisiert angezeigt.

Der Nutzer kann nun auch seine eigenen Updates über den KIN Spot veröffentlichen oder verschicken. Dazu zieht er Videos, Bilder, Texte, Webseiten, GPS-Informationen oder Status-Updates auf einen Bereich, eben den Spot, am unteren Rand des Bildschirms. Nach der Auswahl, wie und wo die Information veröffentlicht werden soll, beginnt die Übertragung.

"SPIEGEL" IM INTERNET Das KIN Studio ist der "Spiegel" des Handys im Internet. Fast alles, was auf dem Handy passiert, ist damit laut Microsoft auch im Netz verfügbar. KIN Studio spiegelt und archiviert die Anruflisten, alle SMS, MMS, Kontakte oder Freunde sowie sämtliche Bilder und Videos, auf die über den PC mit einem Internet-Browser zugegriffen werden kann. Über einen grafischen Zeitstrahl kann der Nutzer jederzeit nachvollziehen, was innerhalb der eigenen Netzwerke am letzten Geburtstag oder während eines Wochenendes mit Freunden passiert ist. Außerdem bietet KIN Studio den Nutzern zusätzlichen Speicherplatz für alle Fotos, Videos, Kontakte und Nachrichten.

KIN ist außerdem wie erwähnt das erste Windows Phone im Markt, das die Zune-Angebote einschließlich Musik, Video, FM-Radio und Podcast integriert. Der in KIN vorhandene Browser unterstützt nicht nur die Internetsuche, sondern auch die lokale Suche über Bing. Ein RSS-Feed Reader ist ebenfalls enthalten.

In Deutschland sowie in Italien, Spanien und Großbritannien wird das neue Handy exklusiv von Vodafone ab Herbst verfügbar sein. Wann der österreichische Markt bedient wird, wurde noch nicht mitgeteilt, ebensowenig wie die voraussichtlichen Preise. (rnf)

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: