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16.06.2010 Christof Baumgartner

Das Handy zeigt, was man nicht sieht

Stellen Sie sich vor Sie stehen in Paris vor dem Eiffelturm, halten die Handykamera drauf und schon sagt Ihnen das Gerät, wer das Wahrzeichen wann erbaut hat.

Die Technologie nennt sich »Augmented Reality« (AR), also erweiterte Realität. Experten sehen großes Potenzial darin, kann man sich doch damit durch die Handykamera die tatsächliche Umgebung ansehen, aber auch Standorte von Bankomaten, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten einblenden lassen. Analysten sagen AR-Anwendungen ein massives Wachstum voraus: Wurden im Jahr 2009 eine Million davon heruntergeladen, sollen es 2014 400 Millionen sein. Das Interesse der Unternehmen ist jedenfalls groß. So hat erst kürzlich der amerikanische Mobilfunkzulieferer Qualcomm der österreichischen Imagination Computer Services eine AR-Technologie abgekauft, an der angeblich auch Google und Samsung interessiert waren.

STEIGENDER DATENFLUSS Interessant ist diese Technologie vor allem für Mobilfunkbetreiber, über deren Netze die Daten auf die Smartphones kommen. Die Mobilkom Austria (A1) will diese Technologie und die Entwicklung lokaler AR-Applikationen nun vorantreiben und erweitert den Apps-Entwickler-Wettbewerb »A1 Challenge for Apps« um einen Sonderpreis. A1 vergibt 5.000 Euro an die beste lokale App, die auf AR basiert. »Als heimischer Marktführer wollen wir die lokale Entwickler-Community fördern und anregen, weitere spannende Applikationen zu schaffen. Unsere Rolle sehen wir auch darin, durch unser Know-how die Usability von AR-Anwendungen für die Kunden zu erhöhen und so diese innovative Technologie einer noch breiteren Personengruppe zugänglich zu machen«, sagt Marco Harfmann, Bereichsleiter Residential und Small Business Marketing bei Mobilkom Austria.

Auch Gerhard Reitmayr, Professor für AR an der TU Graz, sieht im mobilen AR-Bereich mehrere große Trends: »Wir sehen die Entwicklung, dass User-generated Content direkt in AR-Anwendungen einfließt – etwa als Restaurant-Tipp. Außerdem werden wir das direkte Zusammenwachsen von AR und sozialen Netzwerken am Handy sehen.« Die Marktforscher von Juniper Research gehen davon aus, dass Augmented-Reality-Anwendungen bis 2012 primär im Privatkundenbereich eine Rolle spielen werden. In zwei Jahren sollen Lösungen für Unternehmen voll durchstarten – auch durch die gegebene Möglichkeit, AR-gestützte Werbung mit echtem Standortbezug zu nutzen. Für 2010 wird der Umsatz mit AR-Anwendungen auf zwei Millionen Dollar geschätzt, 2014 sollen es 732 Millionen sein.

Mit der Applikation Reality Suche bringen A1 und Immobilien.net eine Immobiliensuche auf den Markt, die auf AR basiert. Damit genügt es, die Kamera des Smartphones hoch zu halten, und innerhalb von Sekunden erhält der Kunde Informationen darüber, wo Häuser zu verkaufen sind, wo eine Wohnung frei ist oder wo der nächste Makler sein Büro hat. Die kostenlose App ist in Kürze für Smartphones mit Android Betriebssystem sowie das iPhone verfügbar.

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