Apple bringt Altbekanntes auf das neue iPhone Detail - Computerwelt

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16.06.2010 Christof Baumgartner

Apple bringt Altbekanntes auf das neue iPhone

Nur Apple kann es sich erlauben, Videotelefonie als Revolution zu bezeichnen. Auch eine Fünf-Megapixel-Kamera ist nicht wirklich innovativ. Aber wenn Steve Jobs ein neues iPhone präsentiert, ist ihm die fast ungeteilte Aufmerksamkeit der Branche sicher.

Apple als Computerhersteller zu bezeichnen ist schlicht und einfach falsch. In den letzten Jahren machte der Konzern hauptsächlich als Erzeuger von Handys und MP3-Playern von sich reden. Star des letzten Entwicklergottesdienstes, der kürzlich in San Francisco zelebriert wurde, war dann auch – neben Hohepriester Steve Jobs selbst – die neue und vierte Version des Handys iPhone. Optische Überraschungen gab es dabei keine, da Bilder des iPhone 4 schon im April im Internet aufgetaucht sind, die der Technologieblog Gizmodo veröffentlicht hat. Ein Redakteur des Blogs hat ein Gerät, das ein Apple-Mitarbeiter in einem Lokal vergessen hatte, um 5.000 Dollar gekauft. Nichts desto trotz kann man sagen, dass Apple mit dem iPhone 4 ein großer Wurf gelungen ist. Im Vergleich zum Vorgängermodell soll das Gerät über mehr als 100 neue Funktionen verfügen, so Jobs. Viele davon, wie etwa eine leistungsfähige Kamera und die Möglichkeit zum Videotelefonieren, sind bei Smartphones anderer Hersteller bereits seit Jahren Standard.

Die wohl wichtigste Hardware-Neuerung ist das Display mit einer Auflösung von 960 x 640 (bisher 480x320). Apple nennt dies Retina-Display, weil es die Grenze der Wahrnehmung des menschlichen Auges von 300 Pixel übertrifft. Der Effekt sind Schriften, deren Qualität Druck übersteigt (300 dpi), sowie enorme Details in Bildern und Videos. Das Äußere des iPhone 4 wirkt etwas kantiger und ein schmales Edelstahlband umfasst die vertraut aussehende Oberfläche. Die Antennen sind im Metallrahmen integriert. Die Vorder- und Rückseite bestehen aus Aluminosilikat-Glas, welches dank chemischer Verstärkung um 30 Prozent härter als Plastik, unempfindlicher gegenüber Kratzern und haltbarer als jemals zuvor sein soll. Mit 9,3 Millimetern ist das Smartphone auch ziemlich dünn, bisher maß das iPhone 12 Millimeter.

IPAD-PROZESSOR A4 Das Herzstück ist der von Apple selbst entwickelte Prozessor A4, der bisher im neuen Tablet-Computer iPad zum Einsatz kam. Dadurch soll sich auch die Batterielaufzeit verlängern. Der stärkere Akku soll eine um 40 Prozent längere Sprechzeit ermöglichen. Neu ist auch das Betriebssystem iOS 4. Mit diesem soll endlich das von vielen Usern gewünschte Multitasking möglich sein. Weiters kann man seine Applikationen (Apps) nun in Ordnern organisieren um den Überblick zu bewahren. Gibt es nun doch schon mehr als 225.000 dieser Anwendungen im hauseigenen Appstore. Aufzuzählen sind noch Verbesserungen des Mailprogramms, ein weiterführender Unternehmens-Support und auch Apples neue mobile Werbeplattform iAd.

HD-VIDEOAUFNAHMEN Ein weiterer Kritikpunkt war bei den letzten Versionen des Handys die relativ schwache Bestückung beim Thema Kamera. Das iPhone 4 bietet eine Fünf-Megapixel-Kamera mit fünffach digitalem Zoom, einen Sensor für die rückwärtige Belichtung und einen eingebauten LED-Blitz. Ebenfalls möglich sind nun auch HD-Videoaufnahmen. Passend dazu gibt es die neue App iMovie, mit der man Videoclips kombinieren, dynamische Übergänge und Themen sowie Fotos und Musik hinzufügen kann. Diese Anwendung muss allerdings im Appstore für 4,99 Dollar erworben werden. Wie erwartet hat das iPhone 4 auch eine zweite Kamera auf der Bildschirm-Seite mit der jetzt auch Videotelefonie möglich ist. Apple nennt diese Applikation FaceTime. Vorerst funktioniert dies aber nur von Apple-Handy zu Apple-Handy und via WLAN. Für alles andere müsse er noch mit den Mobilfunkern und anderen Herstellern reden, sagte Jobs. Der Verkaufsstart für das iPhone 4 erfolgt am 24. Juni in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan. In Österreich und 17 weiteren Staaten kommt das iPhone Ende Juli auf den Markt. In den USA wird das iPhone 4 mit Mobilfunkvertrag 199 oder 299 Dollar (166 oder 250 Euro) kosten.

Im Vergleich mit anderen Herstellern dürfte Apple mit der neuen iPhone-Generation weiter Boden gut machen. Zwar nimmt das Unternehmen im weltweiten Smartphone-Ranking noch immer nur Platz Drei ein, doch hat es sich sehr schnell vorgekämpft. Marktführer Nokia hat es noch immer nicht geschafft, mit seiner Symbian-Plattform einen richtigen Verkaufsschlager zu produzieren. RIM auf Platz 2 profitiert mit seinen Blackberrys zwar noch immer von Businesskunden, hat aber in Sachen App-Boom und Touchscreen-Bedienung Apple nach wie vor wenig entgegenzusetzen – trotz entsprechender Versuche. Allein Google mit dem offenen Betriebssystem Android hat es bisher geschafft eine Plattform zu entwickeln, die bei Usern auf sehr positives Echo stößt. Gespannt darf man auch auf Microsofts Windows Phone 7 sein, das aber noch auf sich warten lässt.

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