Apple: iPad 2 zu Weihnachten, NFC und M-Payment nächstes Jahr? Detail - Computerwelt

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17.08.2010 M. Bremmer*, P. Kolokythas*, Rudolf Felser

Apple: iPad 2 zu Weihnachten, NFC und M-Payment nächstes Jahr?

Apples nächstes iPad könnte schon zu Weihnachten in den Regalen der Händler auf kaufwillige Kunden warten. Und schon das nächste iPhone könnte die Bankomatkarte ablösen.

Apple soll an einem neuem iPad mit einem 7-Zoll-Touchscreen arbeiten, das schon zu Weihnachten in den Regalen der Händler auf kaufwillige Kunden warten könnte. Die Kultmarke hat laut asiatischen Medien bereits Verträge mit einer Reihe von Komponenten-Herstellern abgeschlossen. Für das nächste Jahr kündigt sich jedoch Bedeutsameres an: Indizien deuten darauf hin, dass Apple plant die Technologie NFC (Near Field Communication) mit einem der nächsten iPhones massenfähig zu machen – natürlich verbunden mit einer Lösung für das mobile Bezahlen. Löst das iPhone also bald die Bankomatkarte ab?

IPAD RELOADED Doch zunächst zum "iPad 2G": Die taiwanische Wirtschaftszeitung Economic Daily News berichtet, dass Apple das neue iPad-Modell noch zu Weihnachten auf den Markt bringen will. Es ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass eine asiatische Publikation dies meldet. Mitte Juli hatte dies bereits der asiatische Branchendienst Digitimes berichtet und sich dabei auf Hersteller einzelner iPad-Komponenten bezogen.

Economic Daily News war die erste Publikation, die über Apples iPad-Pläne berichtete, während andere Publikationen seinerzeit noch von einem Apple-Netbook ausgingen. Für das neue iPad, so Economic Daily News, habe Apple bereits Verträge mit einer Reihe von Komponenten-Herstellern abgeschlossen. So werde Chimei Innolux den 7-Zoll-LCD-Bildschirm liefern, das dieselbe IPS-Technologie verwende, die schon beim 9,7-Zoll-Touchscreen des ersten iPad zum Einsatz komme. Die IPS-Technologie sorgt unter anderem für eine verbesserte Farbdarstellung auf dem Display. Die Touchscreen-Technologie soll laut dem Bericht der Hersteller Cando Corporation liefern. Außerdem habe Apple einen Vertrag mit Compal Electronics abgeschlossen. Dieses Unternehmen zählt zu den weltweit größten Vertrag-Herstellern von Laptops und soll den Zusammenbau des neuen iPads übernehmen.

IPHONE ALS GELDBÖRSE Die Einstellung des NFC-Experten (Near Field Communications) Benjamin Vigier als Produkt Manager Mobile Commerce wiederum deutet etwas potenziell noch viel BEdeutsameres an: Nämlich, dass Apple das iPhone 5 mit Hilfe der Nahfunktechnik zu einer mobilen Geldbörse machen könnte.

"Apple könnte NFC endlich massentauglich machen", kommentierte Bob Egan, Tower-Group-Analyst und NFC-Experte, in einem Tweet die nun bekannt gewordene Einstellung von Vigier. Egan wies gleichzeitig darauf hin, dass der Nahfunktechnik zum Durchbruch bislang das Marketing gefehlt habe. Die Jobs-Company wiederum sei ein "magisches Marketing-Powerhouse". Da hat der Mann sicher recht.

Bevor Vigier im Juli zu Apple wechselte, war er als Produktmanager für mobile Geldbörsen, M-Payment und NFC bei mFoundry tätig. Dort konzipierte und verwaltete er unter anderem für Starbucks ein mobiles, Barcode-basierendes Bezahlsystem auf dem iPhone sowie die Anwendung Paypal Mobile, die auf Blackberrys und einige andere Handys läuft. Außerdem verantwortete Vigier für zwei US-Mobilfunkbetreiber die Entwicklung von mobilen Geldbörsen sowie für eine US-Bank das Erstellen einer NFC-Anwendung.

Branchenkenner halten es für möglich, dass Apple schon bald via NFC in das wachstumsträchtige Geschäft M-Payment einsteigt, eventuell bereits mit dem iPhone 5 im nächsten Jahr. So haben die Kalifornier in jüngster Zeit eine Reihe von entsprechenden Patenten angemeldet, darunter eines für einen NFC-basierenden mobilen Bezahldienst. Dabei überweisen die Anwender die fälligen Beträge via Kredit- oder Debitkarte, buchen ihn direkt vom Bankkonto ab oder nutzen den bestehenden Kredit auf ihrem iTunes-Account. Im April hatte Apple außerdem unter den Bezeichnungen iPay, iBuy und iCoupons ein Konzept für ein Geschäftsmodell aus M-Payment, M-Commerce und M-Marketing rund um ein NFC-fähiges iPhone definiert. Bereits 2009 meldete Apple zudem ein Patent für ein Konzept an, bei dem sich verschiedene Geräte wie iPod, iPhone, Apple TV und iMac, aber auch Projektor, Fernbedienung oder Drucker Ressourcen teilen - initiiert werden die Verbindungen via NFC.

APPLE ALS "GEBURTSHELFER" Bislang ist es der Nahfunktechnik noch nicht gelungen, den großen Durchbruch zu schaffen. Abgesehen von Japan, wo NFC einigermaßen verbreitet ist, blieb es bei Pilotversuchen. Schuld daran ist neben Vorbehalten gegenüber mobilen Bezahlsystemen überwiegend das Henne-Ei-Problem: Solange es nur wenige NFC-fähige Endgeräte gibt, sind entsprechende Anwendungen Mangelware und umgekehrt.

Die Chancen stehen nicht schlecht dafür, dass Apple an diesem Problem etwas ändern kann. Zum einen rückt das Thema Mobiles Bezahlen zunehmend in das Bewusstsein der ganzen Branche. Die Marktforscher von Gartner schätzen außerdem, dass 2012 bereits drei Prozent der Mobilfunknutzer (immerhin 190 Millionen) mit ihrem Handy bezahlen werden - mit SMS, Barcodes, aber auch mit NFC. Nicht zuletzt hat Apple bereits eine Reihe anderer Produkte und Dienste mit zum Durchbruch verholfen, jüngstes Beispiel sind die mobilen Apps, die vor dem iPhone für die breite Masse der Anwender weitgehend unbekannt waren.

* Manfred Bremmer ist Redakteur der deutschen Computerwoche, Panagiotis Kolokythas Redakteur der deutschen PC-Welt.

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