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14.10.2010 pte/Oliver Weiss

Mobile Datenmisere: WLAN als Ausweg

Forscher von Microsoft Research haben mit Wiffler eine Technologie entwickelt, die mobile Geräte automatisch in öffentliche WLAN-Netze einloggt und diese zur Datenübertragung verwendet.

Angesichts der rasant steigenden mobilen Datennutzung über Smartphones, Tablets und Internet-Sticks stoßen die aktuellen 3G-Netze immer öfter an ihre Kapazitätsgrenzen. Forscher von Microsoft Research haben nun mit Wiffler eine Technologie entwickelt, die mobile Geräte automatisch in öffentliche WLAN-Netze einloggt und diese zur Datenübertragung verwendet. Das Besondere dabei: Die Entwicklung wurde anhand der Nutzung in Fahrzeugen getestet.

50 Prozent Entlastung Wie eine Versuchsreihe in Seattle, San Francisco und der US-Universitätsstadt Amherst verdeutlicht, konnten die mobilen Geräte nur während elf Prozent der Fahrtzeit eine Verbindung mit einem offenen WLAN-Netz herstellen. Durch ein optimiertes Datenmanagement konnten allerdings 50 Prozent des benötigen Datenvolumens über diese WLAN-Verbindungen abgewickelt werden.

Die 3G-Netzabdeckung, die zu 87 Prozent der Versuchsdauer gegeben war, spielt bei den Überlegungen der Microsoft-Forscher eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es ihnen darum, die Datenlast zwischen den teuren mobilen Verbindungen und den günstigen öffentlichen WLAN-Netzen aufzuteilen. "Davon profitieren sowohl die Mobilfunkbetreiber, die ihre Netze entlasten, als auch die Kunden, die auf kostengünstigere Datentarife mit weniger inkludiertem Surfvolumen ausweichen können", so die Entwickler.

Gelenkter Datenverkehr Um existierende WLAN-Netze auch unterwegs optimal ausnutzen zu können, lädt die Wiffler-Technologie nur in Echtzeit benötigte Daten mit der gerade verfügbaren Netztechnologie herunter. Pakete, die auch mit einer kurzen Verzögerung bearbeitet werden können, wie etwas das Versenden von E-Mails oder ein Programm-Update werden so lange zurückgehalten, bis eine WLAN-Verbindung hergestellt werden kann.

Auf diese Weise konnte das Wiffler-Team erreichen, dass trotz der schlechten Verfügbarkeit rund die Hälfte des Datenverkehrs über WLAN abgewickelt wurde. Das System errechnet dabei, wie wahrscheinlich es ist, zeitnah wieder auf einen WLAN-Knoten zu stoßen. Ist man etwa auf der Autobahn unterwegs, wo nur in unregelmäßigen Abständen WLAN verfügbar ist, werden alle Daten mittels 3G heruntergeladen. Erkennt Wiffler WLAN-Hotspots in kurzen Abständen wie etwa in der Stadt wird der Datentraffic entsprechend aufgeteilt.

Ob die Technologie ihren Weg in Smartphones und andere mobile Geräte finden wird, ist derzeit allerdings ungewiss. Eine Verbindung zur aktuellen Windows-Phone-7-Entwicklung besteht nicht. Der vollständige Bericht zum Experiment findet sich im Internet. (pte)

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