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22.01.2011 Tom Kaneshige, Thomas Pelkmann*

Apple Ausblick 2011: Wie es mit iPad, iPhone & Co. weitergeht

Apple gehört inzwischen zu den wertvollsten Unternehmen weltweit. Wie sich das Unternehmen 2011 entwickeln wird, hat CIO.com-Kollege Tom Kaneshige analysiert.

Lange Zeit schien es relativ egal zu sein, was Apple macht: Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino belieferte mit seinen Rechnern allenfalls ausgemachte Nischen und konnte sich in den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts nur durch eine kräftige Finanzspritze von Microsoft knapp vor der Pleite retten. Mit dem Erscheinen des iPods zu Beginn dieses Jahrtausends änderte sich diese Geschichte dramatisch: Der Konzern übernahm seitdem und danach mit dem iPhone und dem iPad in wichtigen, weil stark wachsenden, Märkten die Technologieführerschaft.

Im Jahr 2010 schaffte es Apple mit diesen Erfolgen, noch vor Microsoft zu einer der drei wertvollsten Marken der Welt zu werden. Mit einem Börsenwert von mehr als 300 Milliarden US-Dollar ist Apple zudem seit Mitte des vergangenen Jahres das wertvollste Technologieunternehmen der Welt. Grund genug also, Apple und seine Aussichten für 2011 genauer unter die Lupe zu nehmen.

Auch wenn 2010 schon vor dem 24. Dezember ein echtes Erfolgsjahr für Apple war: Eine Analyse von Deutsch Bank-Analyst Chris Whitmore deutet bei iPad und Mac auf noch mal übertroffene Erwartungen im Weihnachtsgeschäft hin. Genaue Zahlen von Apple wird es erst im Laufe des Januars geben, aber es scheint so, meint Tom Kaneshige, dass Apple erneut ein Rekord-Quartal hingelegt haben könnte.

Für den Autor von CIO.com stellt sich die Frage, ob der Höhenflug des Konzerns im gesamten Jahr 2011 anhalten wird. Es dürfte schwierig sein: Im vergangenen Jahr entfachte Apple zwar mit dem iPad den weltweiten Hype um Tablet-PCs, nachdem ihm das in den Jahren zuvor schon mit MP3-Playern und Smartphones gelungen war.

Es sei nicht zu erwarten, so die Investmentbanker von Piper Jaffray, dass das auch in diesem Jahr so sein wird. Wahrscheinlich, so die Analysten, werde Apple keine neuen Produktkategorien auf den Markt bringen, sondern sich auf einzelne Verbesserungen bei iPad, iPhone oder Mac beschränken. In den USA bedeutet das unter anderem, dass demnächst das iPhone auch beim Mobilfunkanbieter Verizon erhältlich sein wird. In Deutschland ist das Monopol der Telekom bereits Ende 2010 ausgelaufen.

Die Analysten in den USA erwarten also wenig substanziell neues von Apple. Stattdessen, heißt es, werde das Unternehmen sein im vergangenen Jahr begonnenen Marsch in neue Märkte, darunter China, fortsetzen. "Apple Schwäche sind die Übersee-Verkäufe", kommentiert Tech-Analyst Rob Enderle. "Wenn ich sie wäre, würde ich mich darauf konzentrieren."

APPLE BLEIBT VOR ANDROID UND BLACKBERRY Geräte mit Android OS haben im dritten Quartal 2010 erstmals das iPhone bei den Verkaufszahlen überholt und damit eine Kerbe in Apples führender Marktstellung hinterlassen. Aktuelle Ergebnisse einer Marktstudie von Nielsen zeigen, dass das iPhone nur noch einen kleinen Vorsprung in den Marktanteilen hält: 28,6 Prozent im Vergleich zum Blackberry mit 26,1 und Android mit 25,8 Prozent. Der RIM-Klassiker büßte dabei Anteile ein, während die Android-Geräte Anteile gut machen konnten. Für dieses Jahr erwarten die Analysten ein knappes Rennen.

Das prognostizierte Wachstum bei der Zahl von Android-Geräten erzähle indes aber nur einen Teil der Geschichte, heißt es bei CIO.com. "Ich erwarte, dass sich Apple über höhere Profite freuen kann, als jeder andere Hard- oder Software-Anbieter in diesem Segment", schätzt Rob Enderle. Die Verkaufszahlen gäben den Konkurrenten Anlass, auf dicke Hose zu machen, aber was wirklich zähle, sei der Barbetrag in der Kasse. "So lange Apple mehr Geld macht als seine Mitbewerber, werden sie die Gewinner sein. Dann ist es egal, ob sie auch die meisten Geräte verkaufen werden."

Seit seiner Einführung im April 2010 hat allein das iPad die Kunden in Scharen in die Apple-Stores getrieben. Der Tablet-PC hat dem Notebook-Markt quasi die Luft abgedreht und ist zur Überraschung aller sogar erfolgreich in den Business-Markt eingedrungen. Möglicherweise bedrohen die Geräte demnächst sogar den PC-Markt in seiner Existenz. Längst ist also klar, dass das iPad keine zu vernachlässigende Modeerscheinung ist.

Im Gegenteil: Der Hype um das Tablett hat andere Technikanbieter zu eigenen Anstrengungen gezwungen. Nachdem 2010 außer dem iPad eigentlich fast nur Ankündigungen neuer Geräte gebracht hat, könnte 2011 nun zu dem Jahr werden, in dem die Rivalen tatsächlich auf den Markt kommen. Die erst kürzlich zu Ende gegangene Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas jedenfalls hat einen Vorgeschmack auf den Tablet-Krieg der kommenden Monate gegeben.

IPAD-KONKURRENZ WIRD SCHEITERN Auf der CES war Apple ebenso wenig vertreten, wie schon in der Vergangenheit auf allen anderen großen Technikmessen. Das nutzten auf der Las Vegas-Show dann andere Hersteller für die Präsentation ihrer Geräte. Die größten Herausforderer scheinen dabei das Betriebssystem Android Honeycomb und die Palm-Produkte von HP zu sein, meint jedenfalls Analyst Enderle aus den Shows herauslesen zu können.

Und: Wird Apple unter der neuen Konkurrenzsituation zu leiden haben? Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass der Vorsprung des iPads von fast einem Jahr nicht so einfach aufzuholen sein wird. Zudem werden auch in diesem Jahr die angekündigten Geräte nicht ab sofort erhältlich sein, sondern erst im Laufe des Jahres. Und möglicherweise kommt anderen Herstellern ja bei ihrer Terminplanung das für April erwartete iPad 2 in die Quere. Und dann gilt es, genau dieses Apple-Gerät zu schlagen. Und das wird nicht leicht.

Gerüchte sagen, dass das iPad 2 mindestens eine, wenn nicht zwei eingebaute Kameras haben wird. Die "FaceTime" genannte Technologie für Videochats wäre dann auch mit dem Apple-Tablett möglich. Zudem rumoren die Auguren über einen verbesserten und höher auflösenden Touch-Screen des iPad-Nachfolgemodells.

Das ist zwar alles noch Spekulation. Aber klar scheint schon heute zu sein, dass Apple das iPad 2 mit ähnlich großem Marketing-Getöse in den Markt bringen wird, wie das Vormodell. Die bedauernswerten Mitbewerber werden versuchen müssen, ihre Geräte gegen den ohrenbetäubenden Krach um das iPad 2 auf den Markt zu werfen. "Hier hat Apple einen klaren Vorteil", macht Analyst Rob Enderle unmissverständlich klar. "Kein anderer Anbieter hat es in der Vergangenheit geschafft, eine solche Nachfrage nach neuen Geräten zu erzeugen oder eine vergleichbare Anzahl von Apps anzubieten wie Apple." Gute Zeiten also mutmaßlich für Apple, mindestens schwierige für alle anderen.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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