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09.03.2009 Manfred Bremmer*

Visitenkarten per Smartphone auslesen

Der Abbyy Business Card Reader für Symbian-Smartphones hilft, die Berge von auf Messen und Events eingesammelten Visitenkarten abzuarbeiten.

Obwohl inzwischen längst zur Höflichkeitsbekundung verkommen, hat der Austausch von Visitenkarten den eigentlichen Zweck, die Informationen zu neuen Kontakten zu sammeln - idealerweise in einer Datenbank. Eine entsprechende Nachbearbeitung kann allerdings mehrere Stunden in Anspruch nehmen, etwa, wenn die Kärtchen nach Großveranstaltungen wie der CeBIT schon die Brusttasche des Sakkos oder das Portemonnaie ausbeulen. Abhilfe schafft die Möglichkeit, die Visitenkarten kurz nach dem Erhalt Stück für Stück abzuarbeiten, etwa mit dem Abbyy Business Card Reader (Abby BCR): Die Applikation nutzt die Kamera eines Smartphones, um die Visitenkarte einzuscannen und als Kontakt zu speichern. Anschließend kann der Eintrag etwa via Synchronisation auf einen PC weitergeleitet werden.

Der Prozess ist relativ einfach: Zur Aufnahme gibt die mobile OCR-Software auf dem Handy-Display einen Rahmen vor, innerhalb dessen die Visitenkarte platziert muss. Anschließend wird das Bild automatisch zu einen Verarbeitungs-Screen weitergeleitet und die extrahierten Details in den relevanten Feldern angezeigt. Hier kann der Nutzer die Angaben bearbeiten und gegebenenfalls korrigieren, bevor sie in den Ordner Kontakte wandern. Ist der Name dort bereits gespeichert, fügt die Anwendung lediglich die zusätzlichen Informationen hinzu, beziehungsweise aktualisiert den Eintrag. Auf Wunsch kann der Nutzer diese Option in Abbyy BCR aber auch ausschalten. Dies ist nützlich, wenn der Kontakt neben dem Geschäfts-Handy auch ein privates Gerät nutzt.

Die überraschend vielen Einstellmöglichkeiten im Menü tragen dazu bei, die Fehlerrate relativ gering zu halten und so die Tauglichkeit zu steigern. Wehmutstropfen ist freilich, dass die etwa zehn Euro teure Anwendung bislang nur für Symbian-Smartphones von Nokia (Plattform S60, v3) und - in Lizenz - für einige Samsung-Handys mit Betriebssystem Windows Mobile angeboten wird. Während eine Version für Google Android in Arbeit ist, müssen sich Besitzer eines Apple iPhone noch gedulden: Wie Jupp Stoepetie, CEO von Abbyy Europe, in einem Gespräch erklärte, sei die integrierte Kamera schlichtweg zu schwach.

* Der Autor ist Redakteur der deutschen Computerwoche.

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