Qualcomm will MediaFLO statt DVB-H Detail - Computerwelt

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23.03.2009 apa/Rudolf Felser

Qualcomm will MediaFLO statt DVB-H

Das Unternehmen will seine Technologie für Handy-TV in Europa etablieren. Das dürfte durch die Entscheidung der EU für DVB-H nicht einfach werden.

Handychiphersteller Qualcomm will seine Technologie für Handy-TV namens MediaFLO auf dem europäischen Markt etablieren. Das dürfte durch die Entscheidung der EU-Kommission für das Konkurrenzformat DVB-H allerdings nicht so einfach werden.

"Wir sehen großes Potenzial und sind absolut optimistisch, in den kommenden Jahren in vielen Ländern Europas - als Ersatz von DVB-H oder parallel - vertreten zu sein", erklärte Bernhard von Canstein, Director Business Development bei Qualcomm CDMA, im Gespräch mit der APA. Auch Österreich habe man noch nicht aufgegeben. "Denn der mangelnde bisherige Erfolg von DVB-H gibt uns teilweise recht", so Canstein.

Hierzulande existierten zwar neben den Bezahlangeboten auch hochqualitative Gratisprogramme. Nur 15 oder 16 Sender auf das Handy zu bringen, sei aber zu wenig. Canstein kritisierte vor allem "die hohen Übertragungskosten pro TV-Programm sowie Mängel bei der Interaktion - etwa M-Commerce oder M-Voting". Mit MediaFLO könnten hingegen 30 Programme - "und damit doppelt so viele wie bei DVB-H" - übertragen werden. Diese Anzahl sei auch notwendig, um Handy-TV zu einem Massenmarkt zu machen. "Gelingen könnte das, indem man zehn Programme komplett gratis anbietet und die restlichen 20 als Pay-TV", gab sich Canstein überzeugt.

Auch das Marketing müsse verstärkt werden. In den USA habe man Handy-TV beispielsweise mit einer Folie am Handydisplay beworben, auf der "Press here to watch TV" stand. "Denn der User entscheidet in ein bis drei Tagen, welche Funktionen er nutzt", sagte der Manager. Auch Werbung am Mobiltelefon sei in den Vereinigten Staaten auf dem Vormarsch, der Einsatz müsse aber dosiert erfolgen. Bei Handy-TV stehe die Entwicklung zum Massenmarkt noch am Anfang, "wir glauben aber fest an einen Erfolg". Dies sei aber von Regulierung, Marktkonzentration, TV-Sendern und Frequenzen abhängig. Derzeit gebe es bei letzterem eine Knappheit, in den meisten EU-Ländern würden allerdings in den nächsten Jahren neue Frequenzen für mobiles Fernsehen zur Verfügung stehen.

Kritik übte der Manager an der EU, von der mit DVB-H ein einheitlicher Standard für Handy-Fernsehen festgelegt wurde: "Die Frau Reding hat nicht aus technischen Gründen gehandelt, sondern aus rein industriepolitischen. Leider war da nichts von Technologieneutralität zu sehen." Inzwischen sei man offener für MediaFLO, außerdem gebe es hier schon viel mehr Endgeräte. Um von DVB-H auf MediaFLO umzurüsten, wäre lediglich eine Softwareumstellung notwendig. Die Hardware könnte weiter genutzt werden, sieht Canstein noch keine Vorentscheidung für DVB-H gefallen. In Europa ist MediaFLO bisher noch nirgends im Echtbetrieb, es gibt aber Tests mit BSkyB. In den USA arbeitet Qualcomm in diesem Bereich bereits mit Verizon und ATT zusammen.

Qualcomm hat im Geschäftsjahr 2008 laut eigenen Angaben rund 11,1 Mrd. US-Dollar umgesetzt und beschäftigt 15.500 Mitarbeiter. Die zentralen Bereiche des Unternehmens sind QTL (Technologielizenzierung), QCT (Chipherstellung) und QWI (schnurloses Internet).(apa)

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