Der wahre Wert von Baumbeständen Der wahre Wert von Baumbeständen - Computerwelt

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29.10.2012 Rudolf Felser/pi

Der wahre Wert von Baumbeständen

Mit robusten, portablen Computern haben finnische Forstwirte einen besseren Überblick über die Werte des Bestandes ihrer Firma.

Tornator

© Tornator

Es gibt ein altes Sprichwort, das jemanden beschreibt, der sich so im Detail verliert, so dass er das Gesamtbild nicht mehr sieht: "Er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht." Naja, vielleicht braucht "er" einfach einen guten Handcomputer. Denn genau den verwendet Tornator OY, ein großes finnisches Forstwirtschaftsunternehmen, um sich ein Bild von den Bäumen und dem Wald zu machen. Sie verwenden die robusten Nautiz X3 und X5 Handcomputer von Handheld und haben damit ihr Kartierungs- und Bewertungssystem für ihre weitläufigen Waldgebiete auf den neuesten Stand gebracht.

Tornator ist mit ca. 600.000 Hektar Waldfläche der drittgrößte Waldbesitzer in Finnland. Das Kerngeschäft besteht in der Holzproduktion und dem Verkauf von Schlagrechten. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Waldverwaltungsdienste an, verkauft Ferienhausgrundstücke und abbaubare Bodenressourcen und verpachtet die Zugangsrechte zu seinem Land. Der Hauptsitz von Tornator befindet sich in Imatra in der Nähe der russischen Grenze. Das Unternehmen hat 14 Regionalbüros in Finnland, sowie Niederlassungen in Estland und Rumänien.

Einer der wichtigsten Faktoren bei der Verwaltung von Wäldern sind detaillierte und genaue Informationen über diese Bestände, welche zum Verkauf oder zur Abholzung zur Verfügung stehen. Was die meisten Menschen einfach als "Wald" bezeichnen, besteht eigentlich aus verschiedenen Beständen, die unterschiedlich dicht bewachsen sind und verschiedene Baumarten, sowie Bäume verschiedenen Alters und unterschiedlicher Größe enthalten. Da es sehr umständlich - eigentlich eher unmöglich - ist, jedem Baum einen Wert zuzuordnen, wird eine Waldfläche in sogenannte Teilflächen eingeteilt. Das sind Waldstücke mit jeweils gleichen Baumgrößen und -sorten. Diese Teilstücke sind jeweils 2 bis 3 Hektaren groß.

Die effizienteste Methode, einen Wald zu bewerten, sind verlässliche Informationen zu jedem einzelnen Teilstück - Informationen wie die dominante Baumart, die Grundfläche, sowie die Durchschnittswerte für Durchmesser, Länge und Alter der Bäume. Und natürlich muss das Teilstück so genau wie möglich kartografiert werden.

PAPIER IST OUT
Traditionell war das Sammeln und Aufzeichnen dieser Informationen die Aufgabe von Forstarbeitern, die mit Bleistiftstummeln und kleinen Blöcken durch die Wälder "streiften" und mithilfe ihres Fachwissens Zahlen aufschrieben, im Kopf oder auf dem Papier Rechnungen aufstellten und dann später anhand ihrer Aufzeichnungen Berichte ausfüllten. Selbst bei erfahrenen Experten standen Fehler dabei an der Tagesordnung und das Prozedere war sehr zeitaufwendig.

Tragbare Computer änderten das. Die Forstwirte erkannten erst die Vorteile der Computer im Büro bei der Berechnung und Speicherung von Daten und stellten dann fest, dass der Einsatz von Computern zur Datenerfassung draußen im Wald den Prozess noch weiter optimieren würde.

Aber der Wald ist nicht die geeigneteste Umgebung für empfindliche Computer, sodass der Unterschied zwischen "PDA" und "robustem Handgerät" sehr schnell sehr wichtig wurde. Die meisten Handgeräte auf dem Markt hielten den Bedingungen im Wald nicht stand und erst durch die Entwicklung von robusten Geräten konnten die Anforderungen erfüllt werden.

Tornator entschied sich also, von den überholten PDAs auf leistungsstärkere Geräte mit aktueller Technologie umzusteigen. Auf der Suche nach der besten Lösung wurden zwei Punkte besonders beachtet: Robustheit und Akkulaufzeit. Da die Geräte über das ganze Jahr draußen eingesetzt werden, reichen die Umgebungsbedingungen von drückender Hitze im Sommer bis zu klirrender Kälte im Winter - plus Nässe an Regentagen. Außerdem sind die Mitarbeiter den ganzen Tag draußen und haben keine Möglichkeit den Akku aufzuladen. Eine lange Akkulaufzeit ist daher unverzichtbar.

Tornator hat sich für eine Kombination der robusten Handcomputer Nautiz X3 und X5 von der Handheld Group entschieden. Beide sind kompakt, gut tragbar, funktionsreich und halten harten Bedingungen stand. Sie verfügen über 806 MHz Xscale Prozessoren, 256 MB RAM (SDRAM beim X3) und 512 MB Flash-Speicher. Auf ihnen läuft das Betriebssystem Windows Mobile - 6.1 auf dem X5 und 6.5 Professional auf dem X3 - und sie sind mit integriertem GPS, Bluetooth und einer 3-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Blitz ausgestattet. Sie können über Handy oder WLAN kommunizieren und haben Lithium-Ion-Batterien, die den ganzen Tag halten. Mit ihrer IP65-Klassifizierung sind sie staub- und wasserdicht, sie können bei extremen Temperaturen betrieben werden und halten Stürze aus.

Sobald sie die Nautiz Geräte erhielten, installierte Tornator ihre eigene, individuell programmierte Software TornaMaasto, damit hatten die Mitarbeiter alles, was sie für ihre Aussendienstaufgaben benötigten.

Sobald ein Mitarbeiter ein zu bewertendes Gebiet erreicht hat, lädt er die aktuellen Daten über die Nautiz GPRS-Verbindung vom zentralen System von Tornator herunter. Danach startet er TornaMaasto, um die richtigen Daten zu Ort, Art, Größe, Dichte und weitere Punkte zu erfassen und gibt sie über ein individualisiertes Dateneingabeformular ein. TornaMaasto bietet auch eine mobile Kartenfunktion, sodass keine Papierkarten und -dateneingabeformulare mehr benötigt werden.

Die Nautiz-Geräte bieten außerdem genaue Ortsdaten. Für die Kartenerstellung benötigt der Benutzer eine genaue GPS-Funktion, mit dieser kann jeder Dateneintrag erfasst und zu den eigenen Ortsdaten angefügt werden. Diese GPS-Daten werden auch zur Verwaltung der Teilstückgrenzen innerhalb des zentralen Kartensystems verwendet. Wenn der Benutzer die Datenerfassung abgeschlossen hat, werden die erfassten und aktualisierten Daten über die GPRS-Verbindung wieder in das Hauptsystem hochgeladen.

Diese Daten über jedes Teilstück erleichtern Tornator die Erstellung eines Plans für die zukünftige Holznutzungen, sowie das Pflanzen neuer Bestände und die Pflege von Setzlingen und jungen Beständen. Außerdem erstellt das moderne Hardware-Software-System in viel kürzerer Zeit viel genauere Daten, vermeidet Fehler und steigert die Effizienz.

"Wir brauchen die Daten für unser Geschäft - die Holzproduktion und den Verkauf von Schlagrechten," erzählt Mika Rieppo, IT-Manager bei Tornator. "Ohne genaue Daten über die Waldressourcen wüssten wir nicht mal, was unser Wald wert ist, und welche Teilstücke für den Verkauf von Holznutzungsrechten am besten geeignet sind." (pi)

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