Mobiles Arbeiten: Fluch oder Segen? Mobiles Arbeiten: Fluch oder Segen? - Computerwelt

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08.03.2013 :: Printausgabe 05/2013 :: Michaela Holy +Premium Content

Mobiles Arbeiten: Fluch oder Segen?

Home Office und flexible Arbeitszeiten sind bei Arbeitnehmern immer beliebter und auch Unternehmen profitieren davon. Trotz vermehrten Überstunden im Home Office befürchten jedoch viele Führungskräfte Kontrollverlust.

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Flexibilität und Mobilität der Mitarbeier wird für Unternehmen zunehmend zum erfolgskritischen Thema, denn gerade Digital Natives stellen erhöhte Erwartungen in Hinblick auf Arbeitszeit, -ort oder Karriere- und Entwicklungschancen. Nine-to-five-Bürozeiten waren gestern – heute wünschen sich viele Arbeitnehmer, flexibel und mobil zu arbeiten.

Wenn mobiles Arbeiten gut funktioniert, haben alle etwas davon: Arbeitnehmer die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig zu arbeiten und das Unternehmen profitiert von motivierten Mitarbeitern. Bei einer Umfrage zum Thema Unified Communications unter 252 Teilnehmern aus Österreich fand HMP Beratung heraus, dass 39 Prozent der Befragten eine Gehaltserhöhung als genauso wichtig empfinden, wie die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten. Für über 80 Prozent sind Unternehmen, die keine Home- oder Mobile-Office-Lösungen anbieten, deutlich unattraktiver und müssen das oft mit höheren Gehältern kompensieren. Andererseits würden Berufstätige, die gerne im Home Office arbeiten wollen, auf Privilegien verzichten. Die größte Opferbereitschaft besteht dabei beim Firmenauto: 57 Prozent wären laut einer Teamviewer-Studie bereit, für das Home Office darauf zu verzichten.

Auch Deloitte Human Capital hat sich dem Thema angenommen und zum ersten Mal die Praxis sowie die Entwicklungstendenzen flexiblen Arbeitens in Österreich erfragt. Demnach ist flexible Arbeitszeitgestaltung für Unternehmen mittlerweile vor allem eine Investition in ihr Imagebild: Österreichische Unternehmen wollen laut Deloitte durch eine flexiblere Arbeitsgestaltung vor allem ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen und die Produktivität ihrer Mitarbeiter steigern. Gerade Führungskräfte sehen sich deshalb veränderten Anforderungen wie sehr heterogenen Teams, komplexen Führungsstrukturen und Führung auf Distanz ausgesetzt.

BESSERE BALANCE ZWISCHEN PRIVAT- UND BERUFSLEBEN?
Regus erkannte den Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Beruflichem und Privatem in einer Studie unter mehr als 24.000 Teilnehmern in über 90 Ländern: Demnach würde fast ein Drittel der befragten österreichischen Arbeitnehmer ihren Schlaf ­opfern, damit sie private und berufliche Verpflichtungen vereinbaren können. Flexible Arbeitsmöglichkeiten würden dem gegensteuern: Die Befragten betonen, dass sie bei einem kürzeren Anfahrtsweg und einer größeren Ortsunabhängigkeit mehr Zeit für ihre Familien und ein Extrastündchen Schlaf hätten. Auch Unternehmen profitieren laut Regus von einem gesteigerten Maß an Flexibilität: Sie führt laut Einschätzung der Teilnehmer zu Produktivitätssteigerung (79 Prozent) und einer langfristigen Mitarbeiterbindung (83 Prozent). "Die Umfrage zeigt, dass sich die Möglichkeit, näher am Wohnort in einer professionellen und durchweg effizienten Umgebung zu arbeiten, sehr positiv auf das Privatleben auswirken kann. Arbeitnehmer erhalten genug Ruhe zur Regeneration und können mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. Gleichzeitig lassen sich Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern. Trotz dieser Vorteile gibt es wohl noch viel Nachholbedarf. Fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen versäumt es, die Bemühungen von Managern um eine flexible Belegschaft zu unterstützen", sagt Alisa Kapic, Country Manager Austria bei Regus.
Flexibles Arbeiten ist für viele Arbeitnehmer dabei aber Problemursache und Lösungsansatz zugleich. Denn viele Studien bestätigen mittlerweile den Always-on-Trend. So hat beispielsweise das US-Arbeitsministerium herausgefunden, dass Überstunden bei Heimarbeitern eher die Regel als die Ausnahme sind.

MANGELNDES VERTRAUEN
Eine weitere Studie des US-Arbeitsministerium zeigt, dass es deutlich mehr Telearbeit geben könnte, wenn das Vertrauen größer wäre. Hinderlich sei vor allem die Sorge der Arbeitgeber, die Kontrolle über ihre Angestellten zu verlieren. Im Gegensatz dazu hätten empirische Untersuchungen gezeigt, das Telearbeit die Produktivität erhöht und Fehlzeiten reduziert.

Brisanter ist allerdings das schon angesprochene Ergebnis der Untersuchung: Laut Befragungen von Angestellten arbeiten Telearbeiter pro Woche fünf bis sieben Stunden mehr als Angestellte, die im Büro sitzen. Überstunden sind bei Heimarbeitern dabei eher die Regel als die Ausnahme. Telearbeitsstunden scheinen vor allem dann geleistet zu werden, wenn der "normale" Job erledigt ist. Die Verheißung, dass Telearbeit die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit auflöst, ist in Erfüllung gegangen, schreiben die Forscher. Und das bedeutet, dass diese Angestellten auch dann dringende Jobs erledigen, wenn sie eigentlich Urlaub haben oder krank sind. Interessant ist auch die Erkenntnis, dass nicht etwa Eltern mit Kleinkindern die Hauptnutzer von Heimarbeitsplätzen sind, sondern eher Führungskräfte. (mi)

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