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06.09.2013 pte/apa

Japans Hightech-Riesen setzen auf Seniorenhandys

Die japanische Elektronikindustrie hat die Smartphone-Revolution weitestgehend verschlafen. Der Technologiekonzern Fujitsu setzt aber bereits erfolgreich auf eine neue Strategie, die vor allem auf die Gruppe der älteren User abzielt.

Fujitsu Stylistic S01

Fujitsu Stylistic S01

© fujitsu.com

So verzichtet man bewusst auf einen Konkurrenzkampf mit Marken wie Apple und Samsung, die derzeit den Handy-Massenmarkt dominieren, und produziert stattdessen spezielle Geräte für die Generation 65 plus. Diese setzen auf eine Technologie, die bei Fujitsu "Raku-Raku" genannt wird, was übersetzt soviel wie "einfach, einfach" bedeutet und Kunden mit spezifischen altersgerechten Features wie einer optimierten Touch-Bedienung und Sprachwiedergabe locken soll.

"Wir sind überzeugt davon, dass Smartphones auch für ältere Nutzergruppen einen echten Mehrwert bedeuten können", zitiert die New York Times Toru Mizumoto, Director der Mobile Product Division bei Fujitsu. Gleichzeitig geht man beim japanischen Elektromulti auch davon aus, dass dieser Mehrwert auf Seiten der User erkannt wird und zu einer steigenden Nachfrage führt. In Japan hat sich diese Auffassung bislang bestätigt: Seit Einführung der ersten "Raku-Raku"-Generation hat der Konzern eigenen Angaben zufolge bereits 20 Mio. Geräte verkauft. Von diesen alten Handys sind auch heute noch knapp zehn Mio. im Einsatz, wird von Firmenseite betont.

Dieser Erfolg soll nun mit dem "Stylistic S01", dem ersten Smartphone der Seniorenserie von Fujitsu, auch in Europa fortgesetzt werden. Für den Markteinstieg hat sich das japanische Unternehmen den Mobilfunker Orange mit ins Boot geholt, der das Produkt zunächst in erster Linie in Frankreich vertreiben soll. Das Gerät selbst ist ein Android-Modell mit Vier-Zoll-Bildschirm, das auf den ersten Blick wie ein herkömmliches Smartphone wirkt. Erst auf den zweiten Blick werden die verschiedenen Modifikationen für ältere User ersichtlich.

Konkrete Features für diese Zielgruppe finden sich beispielsweise im Bereich der Touchscreen-Bedienung. Hier werden die einzelnen Kommando-Schaltflächen und Buttons deutlich größer dargestellt als auf normalen Handys und reagieren erst bei stärkerem Druck. Wird eine Telefonnummer eingetippt, erhält der Nutzer nach jeder Ziffernwahl zudem eine leichte Vibration als Bestätigung der Eingabe. Dadurch sollen Falscheingaben verhindert werden. Auch das Display ist generell heller eingestellt, was die Lesbarkeit verbessern soll. Für Notfälle wurde außerdem ein zusätzlicher Knopf am Stylistic S01 angebracht, mit dem schnell SMS-Nachrichten an Freunde oder Familienangehörige verschickt werden können.

Noch bedienen die Hersteller von Seniorenhandys eine Nische. Angesichts des prognostizierten demografischen Wandels und der dazugehörigen immer älter werdenden Gesellschaft ist jedoch anzunehmen, dass dieser Bereich bald zu einem wachstumsreichen Massenmarkt aufsteigen könnte. Dieses Potenzial wurde in der Wirtschaft bereits erkannt. "Die Generation 65 plus wird nicht nur größer. Sie wird auch jünger, zumindest was ihre Affinität zu neuen Technologien betrifft", betont Fujitsu-Director Mizumoto: "Diejenigen, die im Jahr 2020 oder 2030 in Pension gehen, sind heute auf Facebook und Twitter aktiv."

Auch der Linzer Seniorenhandy-Hersteller Emporia bringt zur Elektronikmesse IFA in Berlin sein erstes "Smartphone light" in Österreich und Deutschland auf den Markt. In Italien und der Schweiz wird das Klapphandy laut Geschäftsführerin Eveline Pupeter bereits sehr erfolgreich angeboten, unter anderem von der Telecom Italia.

In Österreich gibt es das Modell Emporia Connect vorerst bei der Elektrohandelskette Hartlauer, Verkaufsstart ist Ende September. Getreu der bisherigen Philosophie handle es sich um ein besonders für ältere Personen leicht bedienbares Handy, das sich auf die von Pensionisten gewünschten Funktionen konzentriere. "Und das sind die einfache Verbindung zu den Angehörigen und Sicherheit", so Pupeter. (pte/apa)

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