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29.01.2015 :: Printausgabe 1/2015 :: pi/Oliver Weiss

Hochverfügbarer Rechtsbeistand

Das Bechtle IT-Systemhaus Österreich hat auf Basis von EMC VNX/VPLEX und Cisco UCS Bladeservern ein Storageprojekt

realisiert, das den hohen Ansprüchen an Verfügbarkeit der Rechtsanwaltskanzlei Schönherr gerecht wird.

Günther Leichtfried, IT-Leiter von Schönherr

Günther Leichtfried, IT-Leiter von Schönherr

© Schönherr

Höchste Verfügbarkeit und Datensicherheit haben in einer in­ternationalen Anwaltskanzlei wie Schönherr einen sehr hohen Stellenwert, der jedoch nur schwer zu quan­tifizieren ist. "Ein Systemausfall bedeutet im schlimmsten Fall nicht nur etwa Umsatzentgang wie in der Industrie, sondern gefährdet unser wertvollstes Asset, unsere Reputation", erläutert IT-Leiter Günther Leichtfried den Stel-lenwert der IT-Infrastruktur einer Anwaltskanzlei, in der Verfügbarkeit und Erreichbarkeit durchgehend 24x7 gewährleistet sein muss.

Schönherr ist als eine der größten Rechtsanwaltskanzleien in Zentral- und Osteuropa mit rund 550 Mitarbeitern, davon über 300 Juristen, für nationale und internationale Mandanten an 14 Standorten aktiv und bietet mit ihrem Netzwerk eine komplette Abdeckung der Region. Informationen müssen verlässlich und performant in allen Ländern zur Verfügung stehen. "Eine Unterbrechung könnte dazu führen, dass Fristen verstreichen, Fälle nicht termingerecht bearbeitet werden und Mandanten das Vertrauen in uns und unsere Kompetenz verlieren", erläutert Günther Leichtfried die Brisanz eines möglichen Ausfalls. Aus diesem Grund dürfen auch Wartungen nicht zu einer Auszeit führen.

HÖHERE VERFÜGBARKEIT
Die Speicherkapazität und die Leistung der in zwei Rechenzentren ausgelagerten, gespiegelten Systeme hatten jedoch ihre Grenzen erreicht und daher stand eine Investition in eine neue Storage/SAN-Infrastruktur an, wobei die Erhöhung der Verfügbarkeit im Vordergrund stand. Die Vorgabe lautete: Bei Ausfall eines der beiden gespiegelten Rechenzentren dürfen die Anwender kaum etwas von einem Systemausfall merken und die Desaster-Recovery-Szenarien müssen völlig autonom und ohne Performanceverlust durchgeführt werden.

Die Kanzlei Schönherr setzt im IT-Bereich seit langem auf eine umfassende Betreuung durch das Enterprise-Solutions-Teams des Wiener IT-Systemhauses Bechtle. Der Wunsch nach einem unterbrechungsfreien Failover ohne Interaktion eines Administrators war seit längerem in Diskussion, denn nur so ist sichergestellt, dass die Anwendungen bei Hardwareausfällen zu jeder Zeit unterbrechungsfrei verfügbar bleiben. Die laut Leichtfried für Schönherr optimale Lösung, basierend auf der EMC-VPLEX-Technologie, war zum Zeitpunkt der Überlegungen durch eine Preisanpassung seitens EMC auf ein sehr akzeptables Niveau gesenkt worden.

LÖSUNG AUF BASIS VON VPLEX
Bechtle konnte Schönherr daher mit einer Konfiguration aus EMC VNX 5400, CISCO UCS Bladeservern und der VPLEX Virtualisierungsengine überzeugen. Der VPLEX Storage-Virtualisierungslayer erlaubt es, vollkommen transparent von einem Rechenzentrum auf das andere umzuschalten. Das Besondere an dem Produkt ist, dass es einen active-active (read & write) Zugriff auf ein Distributed Volume ermöglicht, das sich über beide Standorte erstreckt (Access Anywhere).

IT-Leiter Günther Leichtfried betont die kompetente Unterstützung der Bechtle-Berater im Vorfeld der Entscheidung: "Skalierbarkeit, Verfügbar-keit, Investitionsschutz etc. sind schwer greifbare Themen. Die Firma Bechtle hat mit viel Einfühlungsvermögen bei der internen Überzeugungsarbeit geholfen und zielgenaue Informationen geliefert."

Herzstück und Lebensnerv des Informationsspeichers von Schönherr ist das speziell auf Anwälte zugeschnittene Dokumentenmanagementsystem Autonomy WorkSite. Es dient als Pool für rasche Informationsrecherche und zur Sicherstellung der Compliance. Die komplexe Architektur der Lösung
erlaubt aber keine Servervirtualisierung und kein Clustering. Ohne Virtualisierung ist jedoch im Normalfall ein automatisches Hochfahren der Services auf einem anderen physikalischen System nicht möglich, da sich die Identität des Systems ändern würde. Die Konsequenz davon wäre wiederum manuelles Eingreifen – und genau das wollte Leichtfried vermeiden.

DMS UND VIRTUALISIERUNG
Bechtle hatte auch für diesen Fall mit der Cisco UCS Serverinfrastruktur eine Lösung parat, denn neue Rechenressourcen lassen sich mit Cisco UCS just in time einsetzen. Die Server-Identität kann mittels Service-Profilen dynamisch provisioniert und somit auf jeden physischen Server innerhalb des Systems übernommen werden. Sollte ein Server ausfallen, so kann in kürzester Zeit ein Ersatzsystem mit exakt der gleichen Identität versehen und gebootet werden, was speziell die Verfügbarkeit von nicht virtualisierten Systemen in Kombination mit VPLEX signifikant erhöht.

Um ein friktionsfreies Zusammenspiel aller Komponenten gewährleisten zu können, setzte Bechtle auf das EMC VSPEX-Programm, das bestimmte Konfigurationen präqualifiziert und trotz ausreichender Flexibilität für kostenoptimierte Lösungen sicherstellt, dass die einzelnen Komponenten optimal zusammenarbeiten.

Mitte Februar 2014 wurde mit der Installation der 16 Server in den beiden Rechenzentren und ausführlichen Tests begonnen. Nach einer fast unterbrechungsfreien Server- und Datenmigration erfolgte schließlich Ende April der Start in den Produktivbetrieb. Die Umsetzung des Projektes lief einwandfrei: "Meine Aufgabe der Projektüberwachung und -kontrolle ist bei Konfigurationen dieser Größenordnung und der Anzahl der involvierten Hersteller üblicherweise Schwerstarbeit, in diesem konkreten Fall aber war es fast ein Vergnügen. Das Projektmanagement, die Logistik und die Koordination haben reibungslos funktioniert. Alle notwendigen Informationen waren zeitnah, exakt und auf den Punkt gebracht. Auch das perfekte Zusammenwirken von EMC- und Cisco-Systemen ist beeindruckend und die Betriebsführung, die ebenfalls in den Händen von Bechtle liegt, läuft völlig problemlos", zieht Günther Leichtfried ein durchwegs positives Resümee.

UNTERBRECHUNGSFREI
Auch aus Sicht von Bechtle ist das Projekt bei Schönherr ein Vorzeigeprojekt. Vertriebsleiter Robert Öfferl: "Die Kooperation zwischen Schönherr und meinem Team existiert nun schon seit vielen Jahren und ist für mich ein Paradebeispiel einer sehr gut funktionierenden Partnerschaft. Es freut mich, dass es mit einer signifikanten preislichen Unterstützung seitens der Hersteller und der Projektunterstützung durch das Management von Schönherr Rechtsanwälte möglich war, Herrn Leichtfrieds Vision eines unterbrechungsfreien Betriebes im Rahmen jedes Fehlerszenarios vor dem geplanten Endtermin und ohne jegliche Beeinträchtigung des Tagesgeschäftes umzusetzen." (pi/oli)

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