"Wundermaterial" macht Festplatten stromsparend "Wundermaterial" macht Festplatten stromsparend - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


20.12.2016 pte

"Wundermaterial" macht Festplatten stromsparend

Durch geringeren Aufwand bei Erzeugung von Feldern ist weniger Energie notwendig.

Marisa Medarde (rechts) friert die Atomordnung von YBaCuFeO5 ein.

Marisa Medarde (rechts) friert die Atomordnung von YBaCuFeO5 ein.

© psi.ch

Forscher des Schweizer Paul Scherrer Instituts (PSI) haben ein neues Material entwickelt, das auf elektrische Felder mit einer Ummagnetisierung reagiert, die für die Speicherung eines jeden Bits auf einer Festplatte nötig ist. Dabei handelt es sich um ein Material aus der Klasse der sogenannten magnetoelektrischen Multiferroika. Bisher entwickelte es seine phänomenalen Eigenschaften bei einer Temperatur von minus 200 Grad Celsius. Der für die Kühlung nötige Energieaufwand überstieg die Einsparung bei weitem.

Schocktherapie als Trick

Um das Material alltagstauglich zu machen, haben sich die Schweizer eines Tricks bedient. Sie heizten das Material, das aus Yttrium, Barium, Kupfer und einem speziellen Eisenoxid (YBaCuFeO5) besteht, auf 1000 Grad Celsius auf. Dabei bilden sich magnetische Spiralen auf atomarer Ebene. Diese sorgen für eine Koppelung von Magnetismus und Ferroelektrizität, wie sie für das Ummagnetisieren durch ein elektrisches Feld nötig ist.

Derart erhitzt ließen sie das Material in einen Behälter plumpsen, der mit einer minus 200 Grad kalten Flüssigkeit gefüllt war. Bei dieser Schocktherapie bleiben die Spiralen und damit die Koppelung von magnetischen und elektrischen Eigenschaften erhalten. "Durch die magnetoelektrische Kopplung bekommt man dann noch eine Veränderung der magnetischen Eigenschaften hinzugeschenkt", so PSI-Forschungsleiterin Marisa Medarde, die das Material an der Neutronenquelle SINQ und Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS untersucht hat.

Doppelter Einspareffekt
Energie wird nicht nur durch den geringeren Aufwand bei der Erzeugung elektrischer Felder eingespart. Weil weniger Strom verbraucht wird, ist auch die Erwärmung geringer, sodass nicht mehr so viel Aufwand für die Kühlung benötigt wird. "Da jährlich viele Bio. Kilowattstunden Energie im Cloud Computing verbraucht werden, sind Einsparungen in diesem Bereich von großer Bedeutung", sagt die Expertin und fügt hinzu: "Unser neues Material besteht aus sehr kostengünstigen Zutaten. Und auch die Herstellung ist einfach zu bewerkstelligen."

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • ETC - Enterprise Training Center

    ETC - Enterprise Training Center E-Learning, Datenschutz, B2B Dienste und Lösungen, Outsourcing, IT-Personalbereitstellung, Aus- und Weiterbildung mehr
  • KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H:

    KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H: Betriebsdaten- und Zeiterfassung, Kaufmännische Software (ERP), Management Informationssysteme (MIS), Bauwesen, Einzelhandel, Fertigung, Produktion und Konstruktion, Freie Berufe,... mehr
  • DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten.

    DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten. Enterprise Application Integration, Datenbanken, Business Intelligence und Knowledge Management, Tools, Server-Betriebssysteme, Middleware, Betriebssysteme für PCs,... mehr
  • Fabasoft AG

    Fabasoft AG Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrttechnik, Freie Berufe, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: