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06.02.2011 Martin Bayer*

So senken Sie die Storage-Kosten

Der Aufwand für das Speichern, Aufbewahren und Sichern der Firmendaten steigt. Wir haben elf Tipps zusammengestellt um die Storage-Kosten zu senken.

Viele Unternehmen drücken immer noch auf die Kostenbremse, auch und besonders bei den IT-Ausgaben. Doch der Aufwand für das Speichern, Aufbewahren und Sichern der Firmendaten steigt, unter anderem deshalb, weil das Storage-Management immer komplexer wird. Zudem müssen beim Archivieren von Firmeninformationen oft strenge Compliance-Regeln beachtet werden. Alle Unternehmensabteilungen sollen außerdem möglichst schnell Zugriff auf alle Daten haben - auch das verursacht Kosten.

Dieser Artikel hat elf Ratschläge der Experton Group zusammengestellt, mit denen man den Storage-Aufwand und damit die Kosten reduzieren kann. Die Tipps behandeln die Themen Prozesse, Hardware und Softwarewerkzeuge:

PROZESSE - DATENHALTUNG WILL ORGANISIERT SEIN Archivierung: Oft liegen Daten mehrfach und an verschiedenen Stellen in den Archiven. Deshalb sollte ein Plan entwickelt werden, um unnötige Dubletten zu entdecken und zu beseitigen. Und Sie sollten Vorkehrungen treffen, damit künftig während der Archivierungsprozesse keine neuen Dubletten entstehen. Das macht die Datenablage deutlich schlanker und und spart Zeit und Speicherplatz.

Kapazitätsplanung: Unternehmen sollten ihre Storage-Kapazitäten besser planen. Dafür benötigt man aber einen Überblick über die tatsächliche Auslastung der eigenen Speichersysteme. Dieser Überblick fehlt aber oft. Zudem werden Storage-Kapazitäten nicht beziehungsweise oder nur unzureichend genutzt. Manchmal gehen so bis zu 50 Prozent der Gesamtressourcen beim Storage verloren. Deshalb sollen die Verantwortlichen sich in einem ersten Schritt ein Bild darüber verschaffen, wie effizient sie den eigenen Speicher nutzen, und danach Prozesse implementieren, um die Speicherauslastung zu optimieren.

Konsolidierung: Man kann Storage-Landschaften auf zwei Arten konsolidieren. Indem man unterschiedliche Speicherorte zentralisiert beziehungsweise viele einzelne verteilte Systeme in größeren Storage-Arrays zusammenfasst. Oder indem man Direct Attached Storage (DAS) durch Speichernetze ablöst wie Network-Attached-Storage-(NAS-) oder Storage-Area-Network-(SAN-) Architekturen. Durch den Umstieg von DAS auf NAS beziehungsweise SAN können die Kosten für Speicherhardware gesenkt werden, weil Firmen Storage-Ressourcen im Netz effizienter auslasten können. Darüber hinaus wird so das Management der Geräte vereinfacht, weil die Administratoren sie mit Hilfe einer zentralen Management-Konsole via Web verwalten können. Analysten kalkulieren, dass durch den Umstieg auf Speichernetze Kostensenkungen um mehr als 50 Prozent möglich sind.

Daten-Management: Mit Hilfe eines Master Data Managements (MDM) können Daten konsolidiert werden, noch bevor sie auf Storage-Systemen landen. Anwender erhalten über ein zentral zugängliches Repository einen exakten Überblick, wo welche Daten liegen. Mit Hilfe der Tools und festgelegter Regeln können Datendubletten sowie eine unnötig hohe Zahl von verschiedenen Versionsständen eines bestimmten Datenbestands verhindert werden, was Speicher und Verwaltungsaufwand einspart.

Beschaffung: Unternehmen sollten Speichergeräte zentral einkaufen und zwar am bestem von ein oder zwei strategischen Storage-Lieferanten, mit denen langfristige Lieferverträge über mindestens drei Jahre abgeschlossen werden. Dazu muss man die Entwicklung des künftigen Speicherbedarfs aber richtig enischätzen. Zwar bindet man sich so einen Anbieter, kann im Gegenzug aber höhere Preisnachlässe herausholen. Um die Kosten über einen längeren Zeitraum zu strecken, sollte man Finanzierungs- und Leasing-Konditionen aushandeln, bei denen auch Upgrades und die Preisentwicklung bei der Hardware berücksichtigt werden sollten.

HARDWARE - ABER BITTE MIT EINGEBAUTER EFFIZIENZ Storage-Techniken: Auch wenn die Anschaffung neuer Speicherhardware auf den ersten Blick teuer erscheint, kann sich der Kauf lohnen. Dann nämlich, wenn die Hersteller in den Maschinen Mechanismen implementieren, die den Kunden helfen, ihre Speicherlandschaften effizienter und kostengünstiger zu betreiben. Aber Vorsicht: Viele Techniken sollen teilweise spezielle Storage-Nöte beim Anwender beheben. Werden die entsprechenden Applikationen aber gar nicht eingesetzt, nützt die beste Technik nichts. Allerdings gibt es auch Techniken, die grundsätzliche Speicherprobleme adressieren. Beispielsweise integrieren die Hersteller in ihren Content-Addressed-Storage-(CAS-) Geräten Softwaremechanismen wie Deduplication-Technik, die überflüssige Datendubdletten verhindern soll. Das ist beispielsweise sinnvoll in großvolumigen E-Mail-Archivierungssystemen. Darüber hinaus sollten Anwenderunternehmen genau planen, wo sie ihre Daten ablegen. Informationen, die zwar archiviert werden müssen, aber nur selten abgerufen werden, sind auf Bandlaufwerken besser aufgehoben als in teuren Disk Arrays. Nach Einschätzung der Analysten lohnt sich diese Aufteilung: Eine ausgewogene Band-Disk-Landschaft, in der die Daten auf dem jeweils sinnvollen Medium gespeichert sind, kann die Storage-Kosten um bis zu 50 Prozent senken.

Cloud Computing: Im Rahmen von Cloud Computing kommen immer mehr Anbieter auf den Markt, die Speicher aus der IT-Wolke anbieten. Die IT-Verantwortlichen sollten sich mit diesen Alternativen beschäftigen, beispielsweise für Testsysteme. Der dafür notwendige Speicherbedarf könnte günstiger und effizienter aus dem Netz bezogen werden, da die dafür notwendigen Daten doppelt vorgehalten werden müssen - für das Produktiv- und das Testsystem. Darüber hinaus könnte sich Online-Speicher oder Storage-as-a-Service für nicht unternehmenskritische Datenarchive oder einfache Backup-Funktionen eignen. Bevor die IT-Verantwortlichen ihre Unternehmensinformationen in die Cloud schicken, sollten sie allerdings Technik und Service-Level der Anbieter genau prüfen sowie die anfallenden Kosten unter die Lupe nehmen und mit dem Aufwand im eigenen Haus vergleichen.

Storage-Upgrades: Um auf der sicheren Seite zu sein und sich nicht dem Vorwurf aussetzen zu müssen, dass der zur Verfügung stehende Speicher nicht ausreicht, tendieren die meisten IT-Verantwortlichen dazu, zu viel Storage einzukaufen. Doch neben den Kosten für die Anschaffung beansprucht der überflüssige Speicher Stellfläche, Energie und Verwaltungsaufwand. Dazu kommt, dass die nicht genutzten Storage-Systeme womöglich schnell veralten. Unternehmen sollten daher die Kosten für den gesamten Lebenszyklus von Speichergeräten in ihre Überlegungen einbeziehen und dann mit spitzem Bleistift ausrechnen, wie teuer der meist brachliegende Reservespeicher kommt. Um einem möglichen Speicherengpass vorzubeugen, sollten die Verantwortlichen in den Firmen flexible Upgrade-Verträge abschließen, die bei Bedarf einen schnellen Ausbau des Speicher-Pools ermöglichen.

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