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05.02.2011 Ariane Rüdiger*

Zehn Tipps zur NAS-Auswahl

NAS-Systeme für kleinere Unternehmen unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum. So finden Sie das passende System.

Unstrukturierte Daten wie Bilder, E-Mail-Anhänge, Dokumente und Ähnliches machen heute den Löwenanteil des Datenwachstums in Unternehmen aus. Gespeichert werden solche Informationen in der Regel auf NAS-Systemen. Kaum ein Unternehmen kommt heute in seiner Storage-Strategie ohne Network Attached Storage aus. Wer eine hochkomplexe Infrastruktur mit entsprechenden Datenvolumina betreibt, wird meist bei einem der großen Anbieter – EMC, Netapp, Oracle/Sun, HP, IBM oder Fujitsu – landen. Doch Firmen, die so viel nicht brauchen, können unter vielfältigen NAS-Produkten wählen, die sich auf den ersten Blick kaum voneinander unterscheiden. „Doch wer genau hinsieht, findet eine ganze Menge Differenzierungsmerkmale“, sagt Bernd Widmaier, Vertriebsleiter beim Storage-Distributor Starline.

Tipp 1: Erfahrungen mit vorhandenen NAS-Systemen nutzen Wer auf der Suche nach einer kleineren NAS-Lösung ist, sollte zunächst sehr nahe liegende Faktoren berücksichtigen: Gibt es zum Beispiel bereits andere NAS-Systeme im Unternehmen und welche Erfahrungen wurden mit diesen gemacht? Sind welche vorhanden und arbeiten diese zufriedenstellend, ist es sinnvoll, auch beim anstehenden Kauf auf Produkte desselben Herstellers zurückzugreifen. Denn je weniger Hersteller im Haus sind, desto weniger unterschiedliche Support- und Wartungsverträge sind zu bezahlen. Auch die Bedienung des neuen Systems dürfte der des alten gleichen oder zumindest ähneln, so dass innerbetrieblicher Wissenstransfer möglicherweise teure Schulungen spart.

Wer bisher vor allem mit einem speziellen Systemhaus oder IT-Partner zusammenarbeitet, sollte die NAS-Systeme in dessen Portfolio vorrangig in Erwägung ziehen, sofern sie technisch die gestellten Aufgaben erfüllen. Denn erstens kann man bei einem etablierten Partner, zu dessen Stammkunden man gehört, eher mit Entgegenkommen bei Preisen und Service rechnen. Und zweitens müsste man ansonsten erst wieder nach einem weiteren Partner fahnden, der genauso gut und zuverlässig ist – bekanntlich ein aufwändiges Unterfangen.

Tipp 2: Storage-Kapazität planen Natürlich gibt es neben diesen Opportunitätsgesichtspunkten eine Fülle technischer Aspekte, die zu beachten sind, wenn Anwender und Administratoren anschließend mit ihrem NAS-System zufrieden sein sollen. Wichtig ist zunächst, welche Kapazität benötigt wird. Ein NAS-System wird in der Regel über drei bis fünf Jahre abgeschrieben. Um nicht Geld zu verschenken, sollten seine Erweiterungskapazitäten ausreichen, um das Datenwachstum der Abteilung oder der Niederlassung, wo es steht, in dieser Zeitspanne zu verkraften. Diesen Aspekt müssen IT-Verantwortliche vor der Anschaffung unbedingt analysieren.

Weitere Fragen im Zusammenhang mit der Kapazität sind: Wieviele und welche Festplatten gehören zum Lieferumfang, wie viel Erweiterungsplatz bietet das Gehäuse? Ist es möglich, weitere Einheiten mit dem Erstsystem zu verbinden, so dass sich ein logisches Gesamtsystem mit einheitlicher Verwaltung ergibt? An Overlands Snapserver N2000 zum Beispiel können bis zu fünf Erweiterungseinheiten angeschlossen werden. Lässt sich die existierende Festplattengeneration später unkompliziert gegen eine neue mit größerer Kapazität austauschen? Lassen sich Festplatten ohne Betriebsunterbrechung auswechseln, wenn sie defekt sind (Hot Swap), wie bei Buffalos Terastation und vielen anderen Systemen? Platz auf der Platte spart es, wenn Systeme selbsttätig Dubletten beseitigen, was etwa Transtecs NAS & iSCSI-Storage-Server oder die RapidNAS-Systeme von N-Tec tun. Früher oder später wird die feingranulare Deduplizierung unterhalb der Dateiebene auch bei NAS-Systemen der niedrigeren Preisklasse Einzug halten.

Tipp 3: CPU, RAM und Anschlüsse entscheiden über die Leistung Doch die Kapazität kann nur so gut und schnell genutzt werden wie es der integrierte Prozessor zulässt. Ob ein System mit einem Quad- oder Single-Core-Prozessor betrieben wird, macht einen großen Unterschied in der Leistungsfähigkeit aus.

Auch die Kapazität des Arbeitsspeichers im Gerät ist wichtig: Ist er zu klein, kann er bei umfangreichen oder parallelen Abfragen schnell zum Flaschenhals werden, der die Arbeit der Gesamtlösung erheblich verlangsamt. Je größer das Speichersystem, desto größer sollte natürlich auch der Arbeitsspeicher sein. In professionellen Systemen sollte mindestens 1 GB Arbeitsspeicher stecken. Hilfreich sind auch Angaben zur Datenrate, wobei man hier prüfen muss, auf was sie sich genau beziehen.

Zahl und Geschwindigkeit der Schnittstellen entscheiden darüber, wie viele Anwender ein NAS-System gleichzeitig verwenden können, ohne sich gegenseitig auszubremsen, und wie schnell Daten beim Anwender sind. Natürlich muss auch die LAN-Infrastruktur genügend Bandbreite bieten, damit sie bei vielen Speicherabfragen nicht in die Knie geht. Das Minimum für leistungsfähige NAS-Schnittstellen ist heute Gigabit Ethernet, schneller geht es mit 10 GBit/s. Daneben ist es günstig, wenn ein Gerät ein E-SATA-Interface hat. Dann lassen sich nämlich direkt ans NAS weitere Speicherkapazitäten über ein maximal zwei Meter langes Kabel anschließen und über das NAS-System mitverwalten. Auch USB-Ports erhöhen die Flexibilität eines NAS-Systems erheblich, an sie lassen sich zum Beispiel Drucker anbinden.

Tipp 4: Reines NAS oder Kombilösung? Schon im Vorfeld sollte man sich darüber Gedanken machen, ob tatsächlich nur unstrukturierte Daten auf dem System gespeichert werden. Möglicherweise ist es, zum Beispiel bei Abteilungssystemen, durchaus sinnvoll, kleine Datenbanken auf einem Bereich im NAS-System vorzuhalten. Dann muss die Lösung aber entsprechende Schnittstellen und Verwaltungsmechanismen haben, sprich neben den üblichen Gigabit-Ethernet-Schnittstellen auch ein iSCSI-Target in Hard- oder Software. Hardwarelösungen sind in der Regel schneller, weil Softwarelösungen unter Umständen den Prozessor mit zusätzlicher Arbeit belasten.

Jedes NAS-System besteht heute im Grunde aus einem speziellen Rechner mit Betriebssystem und Speicherkapazitäten. Wenn das NAS-System in einer reinen Windows-Umgebung eingesetzt werden soll, kann es sich lohnen, beim NAS auf den etwas teureren Windows Storage Server 2008 R2 zu setzen, ansonsten tun es auch die weit verbreiteten Linux-Systeme.

Natürlich spielen auch die Protokolle und Filesysteme eine wichtige Rolle. Nützlich sind zum Beispiel http, FTP und eine der sicheren FTP-Varianten für den Filetransfer, die Unterstützung der Filesysteme SMB (Server Message Block)/CIFS (Common Internet File System), NTFS (Windows NT) und NFS (Network File System, Sun). Wenn Apple-Systeme auf den NAS-Speicher zugreifen sollen, ist es unverzichtbar, dass auch AFP (Apple Filing Protocol) unterstützt wird. Sinnvoll ist auch IPv6, denn die Migration auf diese Version des IP-Protokolls ist wegen Adressknappheit im Internet früher oder später unvermeidlich.

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