Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


17.11.2009 Reto Vogt*

So speichern Sie Daten sicher für immer

In welchem Format und auf welchem Medium archiviert man Daten am besten, damit sie auch nach Jahren noch lesbar sind? Wir stellen Ihnen die Vor- und Nachteile aktueller Speichermedien für die Datenarchivierung vor.

DVDs und CDs sind nach einem Kratzer futsch, USB-Sticks gehen schnell verloren und Festplatten sind anfällig für Defekte. Auch Dokumentformate wie DOC für Word-Dateien oder XLS für Excel-Tabellen leben nicht ewig, denn Microsoft hat mit Office 2007 neue Formate eingeführt. Wir zeigen Ihnen, welche Dateiformate Zukunft haben und welche Medien sich fürs Archivieren besonders gut eignen – damit Ihre Datenschätze Jahrzehnte überdauern.

RICHTIG VORBEREITET Bevor Sie mit dem Backup beginnen, sollten Sie Ordnung in Ihren Datenbestand bringen. Sortieren Sie Dokumente, Fotos und Musik jeweils in einzelne Ordner und benennen Sie diese aussagekräftig. Geben Sie auch den Dateien prägnante Namen. Digitalkameras bezeichnen Fotos zum Beispiel mit nichtssagenden Titeln wie IMG_1234.JPG. Damit können Sie in ein paar Jahren nichts mehr anfangen. Zudem besteht die Gefahr, dass Sie die Dateien mit neueren Fotos überschreiben, die denselben Namen tragen.

Haben Sie viele Files, die Sie umbenennen müssen, greifen Sie am besten zur Gratis-Software Sun Files. Diese tauft beliebig viele Dateien in einem Rutsch um. Nachdem dem Start des Tools, holen Sie die gewünschten Bilder per "SUCHEN" ins Programm. Unter "Optionen" stellen Sie ein, wie die Dateien nach dem Umbenennen heißen. Wählen Sie zum Beispiel "Nummerieren ab Position 0" sowie "Maximal 3 Stellen " und tippen Sie unter "Einfügen " den Urlaubsort ein. In der "Vorschau" kontrollieren Sie, ob alles korrekt eingestellt ist. Starten Sie anschließend per "Umbenennen" und bestätigen Sie den Vorgang im Folgefenster.

FORMATE MIT ZUKUNFT Wenn Ihre Daten auch in 30 Jahren noch lesbar sein sollen, reicht ein gutes Speichermedium alleine nicht. Genauso wichtig ist ein langlebiges Dateiformat. Denn: Wird es nicht mehr unterstützt, ist die Datei unbrauchbar. Textdokumente: Mit Office 2007 hat Microsoft die weitverbreiteten Formate DOC, XLS und PPT durch den neuen Open-XML-Standard abgelöst. Standardmäßig werden jetzt Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien mit den Endungen DOCX, XLSX und PPTX abgespeichert.

Momentan unterstützt Office 2007 die alten Formate zwar noch, ob das auch in zwanzig bis dreißig Jahren der Fall ist, kann hingegen niemand garantieren. Speichern Sie deshalb Ihre wichtigen Dokumente in einem zukunftstauglichen Format ab. Geeignet ist PDF/A (Portable Document Format/Archive). Dieses ist speziell für die Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente gedacht und garantiert, dass diese auf jedem PC gleich aussehen. Im Unterschied zum normalen PDF sind bei PDF/A Informationen über Schriftarten, Bilder etc. im Dokument selbst enthalten. Zum Öffnen von PDFs reicht der kostenlose Adobe Reader, der auf den meisten Computern vorinstalliert ist.

PDF/A-Dokumente erstellen Sie in Office 2007 mit dem PDF-Add-In. Auch die Gratis-Software OpenOffice.org 3.0 erstellt PDF/A-Dateien.

Der einzige Nachteil an PDFs: Mit dem Adobe Reader können Sie diese nicht bearbeiten, sondern nur ansehen. Um Dokumente zu ändern, brauchen Sie eine kostenpflichtige Software wie Adobes Acrobat. Oder Sie speichern Ihre Dokumente zusätzlich im ODF-Format (Open Document Format) ab. Auch dazu gibt es eine Gratiserweiterung für Microsofts Office. Der Vorteil von ODF gegenüber proprietären Dokumentformaten: Weil der Quellcode öffentlich verfügbar ist, bleiben die Informationen über den Aufbau des Formats mit Sicherheit noch lange Zeit erhalten.

Multimediadateien: Zum Archivieren von Bilddateien eignen sich zwei Formate sehr gut: JPEG und TIFF. Letzteres hat einen großen Vorteil gegenüber JPEG. Es speichert Fotos verlustfrei, braucht dafür aber mehr Speicherplatz. Beide Formate werden von allen gängigen Bildbearbeitungsprogrammen unterstützt, so auch vom kostenlosen IrfanView. Bei Musikdateien hat sich das MP3-Format ganz klar durchgesetzt. Dieses wird auch in den nächsten Jahrzehnten nicht verschwinden. Programme wie zum Beispiel der Windows Media Player können MP3-Dateien problemlos abspielen. Zum Konvertieren von WMA-, WMV- sowie ASF-Audiodateien nehmen Sie am besten das Gratis-Tool "Free WMA to MP3 Converter".

Videodateien sollten Sie im Format MPEG2 archivieren. Keines der neueren Formate wie DivX, Xvid oder x.264 hat sich bislang richtig etabliert. MPEG2-Filme können Sie mit allen bekannten Videoschnittprogrammen erstellen. Andere Formate lassen sich mit der Freeware Super 2007 umwandeln.

DAS IDEALE SPEICHERMEDIUM Für das Backup von Dateien stehen zahlreiche Speichermedien zur Auswahl. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Sie eignen sich teils auch nur für bestimmte Zwecke.

Externe Festplatten Für das schnelle und einfache Backup zu Hause eignen sich externe Festplatten sehr gut. Sie lassen sich bequem am PC anschließen und bieten meist Platz für bis zu 2000 GB (2 Terabyte). Externe Harddisks gibt es in zwei Varianten: mit eigener Stromversorgung oder ohne. Letztere beziehen den Strom entweder über den USB-Port oder via eSATA-Schnittstelle. Diese Technik ermöglicht einen deutlich schnelleren Datentransfer als USB, sie ist allerdings noch wenig verbreitet. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, ob Ihr Rechner über einen entsprechenden Anschluss verfügt.

Ein weiterer Unterschied: Festplatten ohne Netzteil sind deutlich kleiner als solche mit. Dafür bieten sie weniger Speicherplatz und können nicht an jedem USB-Hub betrieben werden. Die Lebensdauer von externen Festplatten liegt unter 10 Jahren. Sie sollten alle sieben Jahre ausgetauscht werden.

Fazit: Externe Festplatten sind eine gute Backup-Lösung für Privatanwender. Sie haben eine hohe Kapazität und kosten wenig. Allerdings halten sie meist nur ein paar Jahre.

USB-Sticks Die portablen USB-Sticks bieten heute eine Kapazität von bis zu 64 GB. Sie sind sehr robust: Anders als herkömmliche Festplatten sind sie resistent gegen magnetische Felder und überleben dank Flash-Speichertechnik selbst Stürze aus großer Höhe oder einen Ausflug in die Waschmaschine. Sie haben aber auch Nachteile: Die Gefahr ist groß, dass USB-Sticks verloren gehen oder gestohlen werden. Darüber hinaus kostet Flash-Speicher derzeit noch relativ viel.

Die Lebensdauer von USB-Sticks ist stark abhängig vom Gebrauch: Jedes Löschen oder Beschreiben beschädigt die Oxidschicht des Speichers. Laut den Datenrettern Kroll Ontrack ist die Lebenserwartung von Flash-Speicher etwa ähnlich wie die herkömmlicher Festplatten.

Fazit: USB-Sticks sind denkbar schlechte Medien, um Ihre Daten zu archivieren. Sie sind teuer, haben eine geringe Kapazität und gehen schnell verloren.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten.

    DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten. Enterprise Application Integration, Datenbanken, Business Intelligence und Knowledge Management, Tools, Server-Betriebssysteme, Middleware, Betriebssysteme für PCs,... mehr
  • Fabasoft AG

    Fabasoft AG Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrttechnik, Freie Berufe, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung,... mehr
  • MIC – managing international customs & trade compliance

    MIC – managing international customs & trade compliance Supply Chain Management, Kaufmännische Software (ERP), Expertensysteme, E-Procurement und Supply Chain Management, B2B Dienste und Lösungen mehr
  • Dimension Data Austria GmbH

    Dimension Data Austria GmbH Call Center, IKT-Consulting, Migrations-Management, Outsourcing, Systemintegration und Systemmanagement, Systempflege- und Wartung mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: