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19.12.2010 Martin Bayer*

In zehn Schritten zum effizienteren Storage-Management

Angesichts wachsender Datenberge müssen die IT-Verantwortlichen ihre Speicherlandschaften effizienter verwalten. Neben der richtigen Technik gilt es, auch auf eine funktionierende Organisation des Storage-Management zu achten.

Der Bedarf an Speicher steigt weiterhin ungebremst an. Um die Datenflut besser bändigen zu können, haben die Storage-Anbieter in den vergangenen Jahren eine Reihe verschiedener Techniken präsentiert, die den Anwenderunternehmen dabei helfen sollen, ihre Speichersysteme effizienter verwalten zu können. Dazu zählen beispielsweise Storage-Virtualisierung, Deduplizierungs-Techniken, Thin Provisioning, Tiered-Storage-Architekturen sowie Werkzeuge für das Information Lifecycle Management (ILM).

Doch mit den neuen Techniken wächst auch die Komplexität des Storage-Management. Heute geht es längst nicht mehr nur darum, zusätzliche Kapazitäten für mehr Speicherplatz frei zu schalten. Vielmehr müssen die Speicherverantwortlichen in den Unternehmen sämtliche Prozesse rund um das Daten-Handling im Blick behalten. Das fällt den Verantwortlichen allerdings nicht leicht, haben Umfragen von Gartner ergeben. Für eine effiziente Speicherverwaltung müssen sich die dafür zuständigen IT-Abteilungen entsprechend neu aufstellen und organisieren. Die Analysten empfehlen den Anwendern, ihre Storage-Teams in zehn Schritten auf die steigenden Anforderungen auszurichten:

Die richtigen Skills Das Speicherteam muss den richtigen Mix aus technischen und organisatorischen Fähigkeiten mitbringen. Es sollten Technikspezialisten für die Speichersysteme, aber auch für das technische Umfeld wie Netze, Datenbanken und Betriebssysteme dazu gehören. Ferner sind Experten für die Speicherarchitektur, den Einkauf sowie den Service gefragt. Angesichts der vielfältigen Aufgabengebiete geht es für die Verantwortlichen auch darum, die einzelnen Rollen innerhalb der Storage-Abteilung möglichst genau zu definieren und den einzelnen Mitarbeitern zuzuweisen.

Im Unternehmen vernetzen Das Storage-Team sollte sich unternehmensweit vernetzen sowie enge Kontakte zum Management, den Anwendern und den anderen IT-Abteilungen knüpfen sowie kontinuierlich pflegen. Gegenüber dem Firmen-Management demonstriert man dadurch Verständnis gegenüber den Business-Entscheidungen. Im Kontakt mit den Usern lassen sich Storage-Anforderungen zügiger identifizieren und umsetzen. Innerhalb der IT-Abteilung erreichen die Storage-Verantwortlichen ein höhere Akzeptanz für ihre Speicherentscheidungen.

Service-Level definieren und kommunizieren Die Storage-Abteilung muss ihre Speicherdienste sowie die damit zusammenhängenden Service-Level identifizieren und dokumentieren. Dabei sollten auch die Erwartungen der Anwender berücksichtigt und daraus deren Storage-Rechte definiert werden, wie die einzelnen Speichersysteme zu nutzen sind. Außerdem gilt es, die Service-Level möglichst detailliert und differenziert nach verschiedenen Storage-Tiers darzustellen. Je nachdem ob es sich um Primär- oder Sekundärspeicher handelt, gelten ganz andere Anforderungen und damit auch Service Level Agreements (SLAs). Darüber hinaus sollten die verschiedenen SLAs mit Preisen versehen werden, um den damit verbundenen Aufwand für die Fachabteilungen transparent zu machen.

Kosten umlegen Auf Basis einer genauen Dokumentation, welche Anwender welche Storage-Services in Anspruch nehmen, lassen sich die Speicheraufwände innerhalb einer Unternehmensorganisation auf die verschiedenen Abteilungen umlegen. Auf dieser Basis gilt es im nächsten Schritt zu überlegen, welche Anforderungen gerechtfertigt sind beziehungsweise ob an manchen Stellen gespart werden kann. Die Mitglieder des Storage-Teams, vor allem die Schnittstellen zu den Anwendern, müssen in diesen Situationen beraten, wie Informationen und Daten der User künftig behandelt werden. So helfen sie, die Entscheidungen bezüglich des Storage-Management in den Fachabteilungen zu kommunizieren und zu vertreten. CIOs erhalten darüber hinaus eine solide Grundlage, um zielgerichtete Maßnahmen für Kostensenkungen anzustoßen.

Speicher strukturieren Die Speicherabteilungen sollten den Anwendern verschiedene Storage-Optionen anbieten. Je nach Business-Anforderung muss auch der dafür passende Speicher zur Verfügung stehen. Für das gelegentliche Backup nicht geschäftkritischer Daten muss es nicht das teuere Highend-System im Storage Area Network (SAN) sein und umgekehrt sollten unternehmenskritische Informationen nicht auf der externen Festplatte landen, die ungesichert im Firmennetz hängt. Darüber hinaus sollten der Relevanz der abgelegten Daten entsprechende Recovery-Prozesse implementiert werden. Mit Hilfe solcher abgestufter Speicherarchitekturen lassen sich Geschäftsanforderungen effizienter erfüllen und zu dem die Speicherkosten senken.

Verfügbarkeit ist Trumpf Ein möglichst reibungsloser Geschäftsbetrieb setzt die Verfügbarkeit der dafür notwendigen Daten und Informationen voraus. Die Storage-Verantwortlichen müssen dafür, am besten schon in der Planung ihrer Speicherarchitekturen, redundant angelegte Systeme aufbauen. Zudem müssen Notfallpläne griffbereit sein, sollte ein Speichersystem einmal ausfallen. Es empfiehlt sich deshalb, alle Prozesse rund um die Speicherabläufe genau zu überwachen und zu dokumentieren.

Tools für effizientere Speicher Wird der vorhandene Speicher effizienter genutzt, müssen die Unternehmen weniger neuen Storage einkaufen. Für eine bessere Auslastung der Systeme stehen den Anwendern verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Dabei geht es hauptsächlich darum, den vorhandenen Speicher zu virtualisieren und dynamisch je nach Anforderung der Applikationen zuzuweisen. In der Vergangenheit wurde den einzelnen Systemen dediziert ein bestimmtes Speichervolumen zugewiesen. Da die Administratoren diese Kapazitäten meist großzügig bemessen haben, lagen davon aber oft weite Teile ungenutzt brach. Die wichtigste Grundlage für eine bessere Speicherauslastung bildet ein funktionierendes Storage-Resource-Management (SRM) beziehungsweise eine umfassende Verwaltung des Storage Area Network (SAN).

Archive sparen Storage-Kosten Wichtige Unternehmensdaten, auf die nicht ständig zugegriffen werden muss, gehören in ein Archivsystem. Oft legen Firmen Informationen unnötig auf teurem Backup-Speicher ab. Zudem blähen diese Archivdaten Backup- und Recovery-Prozesse unnötig auf und verzögern diese durch zusätzliches Datenvolumen. Die Speicherverantwortlichen müssen daher Regeln entwickeln und transparent machen, welche Daten in die Archivablage gehören. Darüber hinaus gilt es für das Speicher-Team, die Einhaltung dieser Policies laufend zu prüfen. Grundsätzlich gilt es für die Unternehmen, anhand regulatorischer und gesetzlicher Vorschriften sowie geschäftlicher Anforderungen festzulegen, welche Informationen in Datenarchiven abgelegt werden müssen.

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