Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


27.12.2010 Stephan Schorn*

Backup und Restore - Disaster Recovery in Unternehmen

Intelligente Speicherlösungen reduzieren die Betriebskosten eines Unternehmens. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine ausgeklügelte Backup- und Restore-Strategie. Sie schützt geschäftskritische Prozesse und spart Kosten beim Storage-Management. Wir erläutern Theorie und Praxis.

In der heutigen Zeit machen immer mehr Schlagworte zum Thema Backup- und Restore-Lösungen auf sich aufmerksam: Data Deduplication (DDD), Integrated Removable Media Management (iRMM), Virtuelle Tape Libraries (VTL), LANless (LANfree) Backup, um nur einige zu nennen. Aus dieser Aufzählung lässt sich schon erahnen, wie komplex ein zuverlässiges Backup- und Restore-System sein kann, ja vielleicht sogar sein muss, um mit dem ständig wachsenden Datenvolumen mithalten zu können.

Wurde in der Vergangenheit eine Backup- und Restore-Lösung häufig mit zusätzlichen Kosten ohne einen direkten Return on Investment (ROI) verbunden, hat sich dies, auch durch Einflussgrößen wie „Basel II“, „Sarbanes Oxley Act“, „GDPDU (Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen) Archivierung“ oder dem „ITIL-Standard“, geändert.

So haben die Unternehmen zum einen erkannt, dass die Implementation einer soliden Backup- und Restore-Strategie dafür sorgt, dass das laufende Geschäft frei von Störungen betrieben werden kann, zum anderen werden Strafen aufgrund verloren gegangener Daten verhindert.

GRUNDLEGENDE BACKUP- UND RESTORE-ASPEKTE Unstrittig ist nach wie vor, dass das Hauptaugenmerk einer Data-Recovery-Strategie auf die Möglichkeit des Wiederherstellens der sensiblen Daten gelegt werden muss. Dabei sollte – überspitzt formuliert – durchaus das Motto gelten: „Was man nicht wiederherstellen kann, braucht man auch gar nicht erst zu sichern.“ Anders formuliert: „Was nutzt mir eine ausgefeilte und eventuell teure Backup-Lösung, wenn die Daten nicht innerhalb eines akzeptablen Zeitraums wiederhergestellt werden können?“

Ausgehend von eine funktionierenden Backup- und Restore-Lösung müssen die folgenden wesentlichen Faktoren diskutiert werden:

• Wie viel Datenverlust (RPO – Recovery point objective) kann ein Unternehmen akzeptieren? Führt der Administrator zum Beispiel ein tägliches Backup durch, so entsteht ein RPO von 24 Stunden. Das bedeutet, das alle Daten, die sich in den zurückliegenden 24 Stunden geändert haben beziehungsweise erstellt wurden, verloren gegangen sein könnten.

• Der zweite wichtige Faktor ist der "Recovery Time Objective" (RTO). Hierbei geht es um die Frage: Wie lange kann man dem Anwender zumuten, keinen Zugriff auf seine Daten zu haben? Dieser Wert ist natürlich stark davon abhängig, wie geschäftskritisch die Applikation ist, die durch eine Backup- und Restore-Lösung gesichert werden soll.

• Kosten spielen natürlich ebenfalls eine zentrale Rolle – nicht nur die direkten Kosten zum Beispiel für Hardware- oder Softwarelizenzen, sondern auch die Management-Kosten, die den effizienten Betrieb einer Backup- und Restore-Systems sicherstellen.

• Als letzter wichtiger Aspekt steht die Klärung an, welchen Einfluss eine implementierte Backup- und Restore-Lösung auf das produktive IT Umfeld hat. Ist es zum Beispiel notwendig, Applikationen herunterzufahren, um diese in einem definierten Zustand zu sichern?

GRÜNDE UND LÖSUNGEN FÜR EIN BACKUP- UND RESTORE-SYSTEM Bevor man sich mit der Implementation eines Backup- und Restore-Systems auseinandersetzt, muss man sich über die Gründe und Ziele einer solchen Lösung Gedanken machen. Möchte man Daten im Sinne von „kurzfristiger“ Absicherung gegen Datenverlust sichern oder ist man zum Beispiel durch gesetzliche Vorgaben aufgefordert, Daten, die kaum noch in Benutzung sind, über einen längeren Zeitraum vorzuhalten? Oftmals wird auch „nur“ über das Verschieben von Daten auf kostengünstigere Medien nachgedacht. Handelt es sich im ersten Fall klar um eine „konventionelle“ Backup- und Restore-Lösung, zielt das Aufbewahren von Daten über einen längeren Zeitraum auf eine Archivierung ab.

Im Unterschied zum herkömmlichen Backup werden bei einer Archivierung Daten, die nicht oder kaum noch im Online-Zugriff benötigt werden, auf dem Quellsystem gelöscht. Zum einen werden so die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, zum anderen lassen sich Kosten einsparen, da sich die Daten nach der Archivierung auf kostengünstigeren Medien (in der Regel Bänder) befinden. Die archivierten Daten sollten sich, falls es sich bei dem Medium um Tapes handelt, dupliziert auf zwei Bändern befinden (Copypool), um einen Datenverlust durch Bandfehler auszuschließen.

INTEGRIERTE HIERARCHICAL-STORAGE-MANAGMENT-LÖSUNG Denkt man im Rahmen einer Backup- und Restore-Lösung darüber nach, Daten von teuren auf günstigere Medien zu verschieben, etwa von Disk auf Tape, handelt es sich in der Regel um eine Hierarchical-Storage-Managment-Lösung (HSM). Diese Lösung ist für den Benutzer transparent, denn auf dem Quellsystem bleiben nur „Stubfiles“ zurück, die dem Benutzer suggerieren, dass sich die Daten noch auf dem Quellsystem befinden. Das Stubfile repräsentiert aber nur einen Link auf die Originaldatei, die nach vorab definierten Archivierungsregeln auf andere Medien verschoben wurde. Da es sich bei dieser Art der Implementation lediglich um ein Verschieben von Originaldaten handelt, ersetzt eine HSM-Lösung kein Backup- und Restore-System: In jedem Fall sollte, parallel zu einer HSM Lösung, auch ein Backup- und Restore-Verfahren implementiert werden.

Eine sinnvolle Backup- und Restore-Software verbindet die Vorteile einer hierarchischen Storage-Architektur mit der Sicherheit einer Backup- und Restore-Lösung, indem die zu sichernden Daten zuerst auf einer Festplatte (Disk) abgelegt und nach bestimmten Regeln wie Füllgrad des Disk Storage Pools auf Tape migriert werden. Bei dieser Vorgehensweise hat man in erster Linie den Vorteil der Kosteneinsparung durch Verwendung von Tape-Medien. Zusätzlich können aber geschäftsrelevante, gesicherte Daten zunächst noch auf Disk ablegen werden, was häufig eine schnellere Wiederherstellung der Daten im Falle eines Falles bedeutet.

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