Backup und Archivierung mit DLT Detail - Computerwelt

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16.01.2011 Alexander Glück*

Backup und Archivierung mit DLT

Wir zeigen, wie Sie mit klassischen DLT-Magnetbändern langfristig sichere Backups organisieren und Daten zuverlässig archivieren können.

Wer sensible Daten sichern will, muss für diesen Zweck Kopien anlegen und diese an geeigneter Stelle lagern — idealerweise außerhalb der PC-Umgebung. Besser als eine Kopie sind zwei Kopien. Und wenn man sich für diesen doppelten Weg entscheidet, sollte man auch gleich darauf achten, sich verschiedener Speichertechniken zu bedienen. Das hat zwei Gründe: Erstens kann ein Sicherungsverfahren, auch wenn man es doppelt anwendet, nach einigen Jahren so veraltet sein, dass man Schwierigkeiten bei der Wiederherstellung bekommt. Zweitens können systembedingte Anfälligkeiten eine Rolle spielen, beispielsweise die Zunahme von Lesefehlern bei CD-R-Medien oder die oft recht kurze Lebensdauer externer Festplatten. Eine doppelte Datensicherung sollte daher zwei grundverschiedene Verfahren kombinieren, die beide eine möglichst hohe Ausfallsicherheit erwarten lassen und möglichst weit verbreitet sind.

Im Tagesgeschäft wird oft vergessen, dass gespeicherte Daten hochgradig gefährdet sind und deshalb laufend gesichert werden müssen. Dies betrifft sowohl die Struktur des Betriebssystems (System-Backup) als auch die Sicherung von Kommunikationsordnern (Outlook Express usw.) sowie im Arbeitsverlauf erzeugte Dateien unterschiedlicher Art (Bilder, Filme, Texte, Belege, Arbeiten). Welche Prioritäten dabei zu setzen sind, muss anhand der individuellen Gegebenheiten entschieden werden. So ist für Unternehmen die möglichst rasche Wiederherstellung funktionierender Betriebsstrukturen sowie die dauerhafte Sicherung bilanzrelevanter Unterlagen von sehr hoher Bedeutung. Musiker werden auf die Sicherung der von ihnen erstellten Musikdateien viel größeren Wert legen als auf die schnelle Wiederherstellung von Windows XP. Bei Privatleuten kann die Photosammlung von höchster ideeller Bedeutung sein. Und wer ein Haus mit hohem Einrichtungsstandard sein Eigen nennt, für den kann sich die Sicherung der Inventarlisten und Versicherungsunterlagen sehr schnell rechnen. Es ist deshalb sehr wichtig, sich über seinen eigenen Datensicherungsbedarf genaue Orientierung zu verschaffen und eine auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Sicherungsstrategie zu erarbeiten.

BACKUP ODER ARCHIVIERUNG? Dabei ist zwischen Backup und Archivierung zu unterscheiden. Während das Backup, grob gesagt, die kurzfristige Wiederherstellung von Verzeichnisstrukturen, Dateien und ganzen Betriebssystemen ermöglicht, zielt die Archivierung auf die langfristige Ablage schützenswerter Dateien ab. Die Archivierung ist also nur einmal durchzuführen und erlaubt später die Wiederherstellung bestimmter unveränderlicher Dateien, z. B. Photos. Das Backup hingegen muss die Veränderung des Datenmaterials berücksichtigen und daher immer wieder durchgeführt werden. Dies geschieht sinnvollerweise in festgelegten Intervallen, wobei eine automatische Durchführung zu vorgegebenen Zeitpunkten leicht eingerichtet werden kann. Es ist jedoch klar, dass die kurzfristige Backupsicherung andere Forderungen an die dafür eingesetzten Medien stellt als die langfristige Archivierung. Backup-Technik muss schnell und bequem sein, Archivtechnik vor allem über größere Zeiträume hinweg ausfallsicher.

Die besondere Herausforderung des Backups liegt darin, den teilweise schnell aufeinanderfolgenden Änderungen von Dateien Rechnung zu tragen, ohne dabei die laufenden Arbeitsprozesse zu behindern. Ist eine Datei gerade gesichert, kann sie sich aufgrund bestehender Arbeitsabläufe schon wieder geändert haben. Die Sicherung ist dann nicht mehr aktuell. Daher müssen Backups in festgelegten Intervallen erfolgen, und wenn man dafür eine zeitaufwendige Technik einsetzt, sind die entstehenden Verzögerungen spürbar.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist eine Hybridlösung aus Sicherungstechniken, die für ihren jeweiligen Einsatzzweck besonders geeignet sind. Gewissermaßen kann man die Speichersysteme nach der Schnelligkeit ihrer Handhabung unterscheiden. Die Sicherung von Dateien auf einer Festplatte oder einem USB-Stick kann mit wenigen Mausklicks durchgeführt werden, das Brennen einer CD-R oder einer DVD-R dauert kaum länger. Demgegenüber sind hochwertige Speichermedien wie z. B. Magnetbänder in ihrer Handhabung deutlich umständlicher. Dem Betriebssystem muss erst einmal nahegebracht werden, dass ein Magnetbandstreamer angeschlossen ist und wie er angesteuert werden soll. Das ist keine schnelle Aktion wie “Drag & Drop”. Außerdem kann ein größerer Sicherungsvorgang mit anschließender Integritätskontrolle leicht vier Stunden oder noch länger dauern. Natürlich kann man auf DLT-Bändern Nacht für Nacht ein Systembackup schreiben. Die Geräte sind auf eine sehr lange Betriebsdauer ausgelegt und tun zuverlässig ihren Dienst. Es ist aber fraglich, ob die Wiederherstellung einzelner Dateigruppen unter besonders stressigen Arbeitsbedingungen schnell genug möglich ist. Hier könnte der Direktzugriff auf eine externe Festplatte, beispielsweise mit Wechselmedien wie bei Iomega REV, einen auch kostenseitig spürbaren Zeitgewinn mit sich bringen.

STORAGE-MEDIEN KÖNNEN „AUSSTERBEN“ Abgesehen davon ist bei vielen Speicherverfahren fraglich, wie lange sie noch “üblich” sein werden. Die 3,5´´-Diskette, lange Zeit das Medium für die schnelle Weitergabe kleiner Datenmengen, ist bereits so gut wie tot. Viele Speicherverfahren und -medien kamen und gingen, und auch innerhalb einzelner Systemgruppen gibt es verschiedene konkurrierende Standards, beispielhaft seien innerhalb der Streamergruppe nur LTO und DLT erwähnt.

VORTEILE VON DLT-SYSTEMEN Wenn in diesem Ratgeberbericht die DLT-Bandtechnik besonders herausgestellt und empfohlen wird, dann hat das zwar eine Menge sehr guter Gründe. Es soll dabei jedoch nicht verschwiegen werden, dass diese Technik bereits technische Nachfolger gefunden hat und dass die dafür notwendigen Geräte nicht immer neu zu bekommen sind. Trotzdem: DLT ist unter den hochklassigen Industrielösungen der am weitesten verbreitete Standard. Ein damit beschriebenes Band hält bei sachgerechter Lagerung viele Jahrzehnte lang, und man wird immer ein Unternehmen finden, das diese Technik anwendet: Banken, Versicherungen und viele andere Firmen, die sich den Verlust hochsensibler Daten nicht leisten können, wenden meistens auch die DLT-Technik an und können deshalb ein beschriebenes Band auch wieder auslesen. Diese weite Verbreitung ist vielleicht die beste Garantie für die langfristige Brauchbarkeit dieser Technik.

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