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30.03.2009 Christof Baumgartner

Unternehmen setzen vermehrt auf Backup-Outsourcing

Zwei Drittel der Anwender nutzen laut einer Studie bereits Online-Backups oder interessieren sich dafür.

Nach einer Erhebung des Freiburger Hosting-Anbieters Continum unter fast 400 Firmen neigen immer mehr Mittelstands- und Großunternehmen dazu, ihre Sicherungsdaten in die Obhut eines Providers mit hochverfügbarer Rechenzentrums-Infrastruktur zu geben. Sie verfolgen damit insbesondere wirtschaftliche Motive und eine Entlastung der internen Ressourcen. Derzeit wird ein Online-Backup von 17 Prozent der Unternehmen genutzt. Deutlich größer ist mit 28 Prozent aber schon der Kreis derer, die solche Lösungen für die Zukunft fest ins Auge fassen. Weitere 22 Prozent finden diesen Ansatz interessant, haben gegenwärtig jedoch noch keine konkrete Realisierung geplant.

Im Regelfall wird angestrebt, auf diesem Weg die interne Datensicherung teilweise abzulösen. Jedes fünfte Unternehmen hat sogar eine vollständige Auslagerung der Backup-Verfahren im Visier oder dies auch schon realisiert. Für Continum-Vorstand Rolf Mathis resultiert die deutlich gestiegene Akzeptanz solcher Dienste vor allem aus einem veränderten Sicherheitsbewusstsein in Kombination mit dem wirtschaftlichen Druck in den IT-Abteilungen. „Die Notwendigkeit des Backups steht nicht mehr in Frage, doch die Bedingungen im Tagesbetrieb oder andere Prioritäten bei den Investitionen unterlaufen mitunter diese Erfordernisse“, verweist er auf Widersprüche in der Praxis. „Sie werden durch das Online-Backup aufgelöst.“

ENTLASTUNG DER RESSOURCEN UND KOSTENERSPARNIS Ähnlich sehen dies auch die Unternehmen. Denn als Vorteile einer Auslagerung stellen mehr als die Hälfte der Firmen vor allem die Entlastung der internen Ressourcen sowie Kostenersparnisse einschließlich der erwarteten Investitionsersparnisse in den Vordergrund. Auch ein Plus an Sicherheit gehört zu den Beweggründen, weil ihrer Meinung nach durch die automatisierten Prozesse eine geringere Fehlerquote entsteht (44 Prozent) und die Daten räumlich getrennt gespeichert werden (41 Prozent). Manche von ihnen sehen außerdem Flexibilitätsvorteile in diesen Verfahren.

Dagegen kann ein Drittel der befragten Unternehmen nichts mit dem Gedanken anfangen, die Backup-Aufgaben auf einen externen Dienstleister zu übertragen. Ihre Argumente gegen einen solchen Schritt haben vor allem zwei Stoßrichtungen: Sie sehen keinen Bedarf, weil intern ausreichende Backup-Bedingungen bestehen (31 Prozent), oder sie verbinden mit einer Auslagerung erhebliche Ängste. So befürchten 28 Prozent die Gefahr eines Datenverlustes und haben 23 Prozent kein ausreichendes Vertrauen in die Datenverbindungen. Aber auch die Abhängigkeit von einem Dienstleister spielt für manche eine Rolle.

„Die Zusammenarbeit mit Dienstleistern ist heutzutage auf sehr unterschiedlichen Ebenen sehr verbreitet und dürfte sich dadurch ausreichend etabliert haben, um nicht mehr generell infrage gestellt zu werden“, urteilt hingegen Mathis. Auch hinter den Datenrisiken verbirgt sich in seinen Augen eine mehr emotional geprägt denn sachlich begründete Einschätzung. „Zumindest wenn es sich um spezialisierte Provider mit einem hochsicheren und redundant ausgelegten Rechenzentrum handelt, verfügen die Anwenderunternehmen typischerweise eher über ein geringeres Sicherheitsniveau.“ Auch die Sicherheit der Datenverbindung sei zumindest bei der von Continum angewendeten Kombination von SSL-Verschlüsselung und VPN in der Praxis längst kein kritisches Thema mehr.

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