Industrie 4.0 in Österreich scheitert am Faktor Mensch Industrie 4.0 in Österreich scheitert am Faktor Mensch - Computerwelt

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04.03.2015 pi/Rudolf Felser

Industrie 4.0 in Österreich scheitert am Faktor Mensch

Laut einer Studie von CSC ist die Arbeitswelt in Österreich nicht auf eine vernetzte Produktion vorbereitet – es fehlt an Fachkräften.

© Mimi Potter - Fotolia.com

Die Arbeitswelt in Österreich ist auf eine vernetzte Produktion (Industrie 4.0) nicht vorbereitet. In knapp jedem zweiten Unternehmen fehlt es heute schon an Fachkräften, die mit IT-Wissen plus Fertigungs-Know-how die vierte industrielle Revolution gestalten könnten. Zudem plant nicht einmal jeder vierte Betrieb Aus- und Weiterbildungsprogramme zum Thema Industrie 4.0. Für die Umsetzung der Vision von der intelligenten Fabrik kommt dem HR-Management damit eine Schlüsselrolle zu. Das ist das Ergebnis der "Industrie-4.0-Studie" von CSC. Dafür wurden Entscheidungsträger aus Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern befragt. Die Kernbranchen der Umfrage sind Industrieunternehmen, produzierendes Gewerbe und IT. Die Nettostichprobe beträgt 900 Interviews in der DACH-Region – davon 500 in Deutschland, 250 in Österreich und 150 in der Schweiz.

"In der Industrie 4.0 konzentrieren sich die Betriebe derzeit in erster Linie auf die Lösung technologischer Herausforderungen", sagt Peter Körner, Experte für Personalmanagement bei CSC CEE. "Die Folgen der Transformation für die Arbeitsorganisation werden in der Praxis jedoch noch massiv unterschätzt. Vom konkreten Anforderungsprofil für eine Fachkraft 4.0, über neue Arbeitsmodelle für Projektphasen bis zur stärkeren Einbindung der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse – klaffen offene Baustellen in DACH Unternehmen."

In Zukunft wird auf dem Weg zur Smart Factory die klassische Arbeits-Trennung zwischen einerseits "Planungs-Spezialisten" und andererseits "Kollegen mit Kontrollaufgaben" schrittweise aufgehoben. Der Grund: Die intelligente Kombination bestehender Technologien für die vernetzte Fabrik erfordert übergreifende Prozesse, in denen das Know-how der Mitarbeiter gebündelt wird und zu neuen Produktionsabläufen führt. Diese Auflösung fester Abteilungen und die Zusammenarbeit mit unbekannten Kollegen wird das soziale Klima in der Belegschaft verändern. Um hier den Zusammenhalt nicht unnötig zu gefährden, sollten die Betriebe möglichst frühzeitig ein HR-Management betreiben, das den Übergang zur Industrie 4.0 professionell begleitet.  

Die führende Rolle des Personalmanagements auf dem Weg zur Industrie 4.0 ist nicht zuletzt durch die aktuelle Ausbildungssituation an den Hochschulen begründet. Eine akademische Ausbildung, die gleichzeitig ingenieurwissenschaftliche und IT-Kenntnisse vermittelt, hat sich bisher nicht etabliert. "Das Problem ist nicht nur der bekannte Mangel an Ingenieuren und Informatikern von den Hochschulen", sagt Körner. "Die Betriebe brauchen vielmehr Fachkräfte, die als Ingenieure zusätzlich IT-Wissen mitbringen und darüber hinaus Know-how aus Logistik und Fertigung. Nur diese Spezialisten werden in der engen Zusammenarbeit vor Ort in der Lage sein, die neuen produktionstechnischen Abläufe in einem gesteuerten Netzwerk zu planen und umzusetzen", so Peter Körner. (pi)

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