Bewerbungsform scheidet Personaler und Bewerber Bewerbungsform scheidet Personaler und Bewerber - Computerwelt

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10.03.2015 Michaela Holy/pi

Bewerbungsform scheidet Personaler und Bewerber

Die jährliche Studien Recruiting Trends des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Karriereportal Monster zeigt eine wachsende Diskrepanz bei Bewerbungsformen.

Bewerbungsform scheidet Personaler und Bewerber

Die Studie zeigt eine wachsende Diskrepanz bei Bewerbungsformen.

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Robot Recruiting und eine computerbasierte sowie standardisierte Bewerberauswahl sind zukunftsweisende Lösungen, um Prozesse im internen Rekrutierungsmanagement effizienter zu gestalten. Gerade der Bewerbungseingang ist dabei ein wesentlicher, aber gleichzeitig nicht ganz unkritischer Aspekt: Während sich immer mehr Unternehmen für leicht zu verarbeitende Formularbewerbungen aussprechen, herrscht auf Arbeitnehmerseite Skepsis gegenüber dieser standardisierten Form der Bewerbung. Eine wachsende Diskrepanz, die durch die jährlichen Studien "Recruiting Trends 2015", "Recruiting Trends im Mittelstand" und "Bewerbungspraxis 2015" aufgezeigt wird.

"Vom Favorisieren eines Stellenangebots mit nur einem Klick bis zum detaillierten Ausfüllen von digitalen Bewerbungsformularen – der heutigen Kontaktaufnahme von Kandidat und Unternehmen scheinen keine Grenzen gesetzt. Arbeitgeber wie Jobsuchende finden sich in einem dynamischen Markt wieder, der für beide Seiten neue Herausforderungen birgt", erklärt Studienleiter Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg. "Die Studien Recruiting Trends und Bewerbungspraxis 2015 zeigen, in welchen Bereichen Unternehmen und Bewerber unterschiedlicher Meinung sind und wo Kommunikationsbedarf besteht – vor allem die Formularbewerbung sticht hier hervor. Basierend auf den ermittelten Zahlen und der Entwicklung in den letzten Jahren liegt der Schluss nahe, dass automatisierte Bewerbungsprozesse in Zukunft weiter zunehmen werden."

Ein standardisiertes Formular, objektive Vergleichsmöglichkeiten, eine einfache Übertragung in das interne System – Formularbewerbungen erlauben es Arbeitgebern, sich einen schnellen Überblick über den Bewerber zu verschaffen und liegen deshalb bei großen Unternehmen im Trend. Das zeigen die Ergebnisse der "Recruiting Trends 2015": Mehr als zwei Drittel Prozent) der 1.000 größten deutschen Unternehmen geben an, die Bewerbung via Formular anderen Bewerbungsformen vorzuziehen – Tendenz steigend.

Doch wie sieht es auf der anderen Seite aus? Formularbewerbungen bevorzugen laut den Ergebnissen der "Bewerbungspraxis 2015" nur 8,9 Prozent der befragten Karriereinteressierten gegenüber anderen Bewerbungsformen. Seit 2012 hat sich diese Einstellung trotz des digitalen Wandels kaum geändert (Anstieg von zwei Prozent seit 2012). Demgegenüber steht bei Stellensuchenden weiterhin die Bewerbung via E-Mail hoch im Kurs: Acht von zehn geben an, am liebsten per E-Mail bei Unternehmen vorstellig zu werden.

"Die Bewerbungspraxis 2015 zeigt klar, dass Bewerber gegenüber Standardformularen skeptisch sind. Meist herrscht die Sorge vor, in automatisierten Systemen unterzugehen oder aufgrund kleiner Lücken im Lebenslauf sofort aus dem System zu fallen", erklärt Bernd Kraft, Vice President General Manager CE bei Monster. "Haben Jobsuchende das Gefühl, Job und Unternehmen passen zu ihrem Profil, sollten sie sich nicht von einer Formularbewerbung abschrecken lassen. Gleichzeitig ist es an den HR-Abteilungen Bewerbern Hilfestellungen zu geben, damit spannende Talente nicht aufgrund von Formfehlern ausgeschlossen werden oder gar den Formularbewerbungen von Anfang eine Absage erteilen. Hier haben wir bereits einen erfreulichen Trend beobachtet, hin zu mehr offenen Textfeldern sowie mehr Raum für Persönlichkeit und Individualität."

KERNERGEBNISSE DER RECRUITING
TRENDS IM ÜBERBLICK

Es herrscht weiterhin wachsender Personalbedarf: Die Hälfte der deutschen Unternehmen erwartet, Ende des Jahres mehr Mitarbeiter zu beschäftigen. Auch der Fachkräftemangel bleibt eine große Herausforderung. Eine Prognose der zu besetzenden Stellen zeigt, dass 34,1 Prozent nur schwer und fünf Prozent nicht zu besetzen sein werden. Online-Kanäle haben außerdem weiterhin die größte Bedeutung für Stellenanzeigen. Neun von zehn Stellen werden auf der eigenen Unternehmens-Webseite veröffentlicht. Zusätzlich schreiben 70 Prozent der Unternehmen ihre Anzeigen auf Internet-Stellenbörsen aus. Einstellungen resultieren schließlich meist aus zwei Kanälen: Zu jeweils 37,3 Prozent resultieren die tatsächlichen Einstellungen aus rekrutierten Kandidaten von den Unternehmens-Webseiten und den Internet-Stellenbörsen.

Bei der Stellensuche wiederum sind Smartphones und Tablets gängige Kommunikations- und Informationsmedien. Etwa acht von zehn der befragten Unternehmen sind der Ansicht, dass die zunehmende Nutzung von mobilen Endgeräten in Zukunft einen großen Einfluss auf die Rekrutierung haben wird.
Auf der anderen Seite erachten drei Viertel aller befragten Großunternehmen die Ansprache über mobile Endgeräte als sinnvoll. Über die Hälfte erwarten, dass Kandidaten sich zukünftig vermehrt über mobile Endgeräte bei ihnen bewerben werden. Ähnlich wie im Vorjahr beurteilt die Mehrheit der Befragten auch den Einsatz von Social Media zu Rekrutierungszwecken als positiv . Mehr als die Hälfte haben Social-Media-Aktivitäten bereits mit anderen Personalbeschaffungsaktivitäten abgestimmt. Rund ein Drittel hat eine explizite Social-Media-Rekruitierungsstrategie eingeführt und einen entsprechenden Redaktionsplan definiert.

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