IT-Branche reagiert mit Employer Branding auf Fachkräftemangel IT-Branche reagiert mit Employer Branding auf Fachkräftemangel - Computerwelt

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16.03.2015 pi

IT-Branche reagiert mit Employer Branding auf Fachkräftemangel

Der zunehmende Fachkräftemangel in der Branche versetzt IT-Absolventen in eine günstige Verhandlungsposition. Unternehmen verstärken daher ihre Bemühungen, sich als beliebte Arbeitgeber zu profilieren. Den jungen Spezialisten sind Unternehmenskultur und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten nämlich oft viel wichtiger als Jobsicherheit oder Spitzenhonorare.

IT-Fachkräfte sind begehrt.

IT-Fachkräfte sind begehrt.

© Yuri Arcurs - Fotolia.com

Der große Knall, da sind sich die meisten Experten sicher, steht erst noch bevor: Einen wirklich gravierenden IT-Fachkräftemangel gibt es in Österreich noch nicht. Rund 10.000 IT-Absolventen kommen jährlich auf den Arbeitsmarkt. Das reicht gerade aus, um den Bedarf der Branche zu decken – zumindest, wenn man großzügig davon ausgeht, dass auch wirklich alle Absolventen in ihrem Beruf landen und nicht andere Wege einschlagen. Allein: Der Bedarf wächst, die Ausbildung gerät langsam aber sicher ins Hintertreffen und kann kaum mit der steigenden Nachfrage mithalten.

EXPLODIERENDE GEHALTSERWARTUNGEN
Bereits heute können IT-Absolventen ihrer beruflichen Zukunft optimistisch entgegensehen. Ein schneller Blick in Jobportale wie Stepstone zeigt: Der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute setzt den lang anhaltenden Aufwärtstrend weiter fort. Entsprechend selbstsicher betreten die Absolventen den Arbeitsmarkt. Schon im Alter von 25 Jahren verdienen Software-Entwickler mittlerweile durchschnittlich 33.400 Euro brutto im Jahr, so der Karriere-Experte Conrad Promböck im Standard. Mit 30 Jahren liegen die Gehälter im Schnitt bei 48.500 Euro, erfahrene Developer über 40 Jahre können gar Gehälter von über 70.000 im Jahr erreichen, sofern Sie Führungsverantwortung in Projekten übernehmen.

Österreichs kleine und mittelständische Unternehmen zeigen sich von den selbstbewussten Gehaltserwartungen der Berufseinsteiger zunehmend überfordert. Mit den Gehältern der großen internationalen Unternehmen können sie selten mithalten. Die Betriebe setzen daher verstärkt auf Employer Branding, um sich als Arbeitgeber zu profilieren.

UNTERNEHMENSKULTUR STICHT SPITZENHONORAR
Unter Employer Branding versteht man Marketingmaßnahmen eines Unternehmens, um sich gegenüber Arbeitnehmern als attraktiver Arbeitgeber darzustellen. Ziel ist die Bildung einer Arbeitgebermarke, die sich im Wettbewerb um die besten "Human Resources" positiv von anderen Unternehmen abhebt. Dazu zählen nicht nur Werbekampagnen, die Unternehmenskultur und gutes Arbeitsklima betonen, sondern zunehmend auch Angebote, die den Bewerbern in ihren Wünschen entgegenkommen.

Gerade für Berufseinsteiger sind solche Faktoren oft ausschlaggebend für die Jobwahl. Unternehmenskultur, die persönliche Identifizierung mit dem Image des Unternehmens und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten sind den meisten weitaus wichtiger, als die Sicherheit des Arbeitsplatzes oder das höchstmögliche Einstiegshonorar. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Unternehmen, die den Bewerbern in Sachen Flexibilität und Mobilität entgegenkommen und über eine attraktive Unternehmenskultur verfügen, haben daher nach wie vor gute Chancen, die besten unter den Absolventen für sich zu gewinnen – auch wenn sie im internationalen Wettbieten um den Nachwuchs keine Spitzenhonorare leisten können. (pi)

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