Arbeitskräftemangel erhöht Druck auf globalen Arbeitsmarkt Arbeitskräftemangel erhöht Druck auf globalen Arbeitsmarkt - Computerwelt

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05.10.2015 pi/Rudolf Felser

Arbeitskräftemangel erhöht Druck auf globalen Arbeitsmarkt

Der globale Arbeitsmarkt steuert auf eine Krise zu, denn das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften kann kaum noch mit der ständig steigenden Nachfrage Schritt halten. Dies geht aus einem neuen Bericht des globalen Personaldienstleisters Hays plc hervor. Weiterhin intensiviert sich der Kampf um Fachkräfte und die Arbeitgeber sind wieder bereit, für Arbeitnehmer mit seltenen und begehrten Qualifikationen eine Prämie zu zahlen. Eine Entwicklung, die in vielen Bereichen zu inflationären Tendenzen bei der Lohnentwicklung führt.

© Martina Berg - Fotolia.com

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des Hays Index globaler Qualifikationen 2015, der heute von Hays in Zusammenarbeit mit Oxford Economics veröffentlicht wurde. Der Bericht mit dem Titel "Der Arbeitsmarkt in einer sich ständig verändernden Welt" basiert auf einer Analyse der Beschäftigungsmärkte in 31 wichtigen Volkswirtschaften weltweit.

Besonders deutlich macht sich der Arbeitskräftemangel auf Märkten bemerkbar, die im letzten Jahr ein stärkeres Wachstum verzeichnen konnten, wie z. B. die USA, Großbritannien und andere nordeuropäische Länder. Demgegenüber hat sich in den BRICS-Staaten, einst globale Wachstumsmotoren, die Konjunktur abgeschwächt und die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften ist dementsprechend zurückgegangen.

Der Hays-Bericht zeigte außerdem folgende Entwicklungen auf:

  • Eingetreten ist eine beunruhigende Beschäftigungslücke – die Differenz zwischen der Anzahl der heute tatsächlich beschäftigten Arbeitskräfte und der hypothetischen Anzahl Arbeitskräfte, die unter den vor der Krise herrschenden Bedingungen heute beschäftigt wären. Auch wenn sich das Beschäftigungsniveau insgesamt erhöht, sind von der Beschäftigungslücke weltweit immer noch über 11 Mio. Menschen betroffen, dies entspricht jedem 20. Arbeitnehmer der heutigen Gesamtarbeitnehmerschaft.
  • Insbesondere in hochspezialisierten Branchen mit Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften wirkt sich der Fachkräftemangel negativ auf die Produktivität aus. Arbeitnehmer sind für die von ihnen besetzten Stellen entweder über- oder unterqualifiziert und machen Überstunden, ohne damit notwendigerweise die Produktion zu erhöhen.
  • Die Beschäftigungsmärkte stehen vor großen Herausforderungen. Hier müssen dringend geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das Unternehmenswachstum zu fördern, neue Stellen zu schaffen und den Menschen neue Beschäftigungschancen zu eröffnen. Der Staat muss sich stärker engagieren - nicht nur um die Wirtschaft in der Phase der Konjunkturbelebung zu fördern, sondern auch um den Unternehmen für einen gezielten Aufbau ihrer Belegschaft Zugang zu den von ihnen benötigten qualifizierten Arbeitskräften zu verschaffen.


Mark Frost, Geschäftsführer von Hays Österreich zu den Ergebnissen: "Die Situation in Österreich bleibt weiterhin schwierig. Aufgrund des sehr geringen Wachstums des Bruttoinlandsproduktes und der höchsten Arbeitslosenquote seit den 50er Jahren, scheinen die Unternehmen von großen Investitionen und vielen Neueinstellungen abzusehen. Zur gleichen Zeit ist jedoch die Zahl der auf dem Arbeitsmarkt verfügbaren Experten im Vergleich zu früher gesunken, da es sich viele aufgrund der Unsicherheiten am Arbeitsmarkt nun gründlich überlegen, ob sie den Arbeitsplatz wechseln. Die Probleme im Bankensektor und die wirtschaftliche Unsicherheit haben zu einer Stagnation geführt. Im Personaldienstleistungsbereich ist die Nachfrage nach Spezialisten gesunken, doch gleichzeitig sind auch weniger Kandidaten bereit, ihren derzeitigen Job aufzugeben." (pi)

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