Gleichberechtigung: Digitalisierung schließt das "Gender Gap" Gleichberechtigung: Digitalisierung schließt das "Gender Gap" - Computerwelt

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06.03.2016 Rudolf Felser/pi

Gleichberechtigung: Digitalisierung schließt das "Gender Gap"

Frauen nutzen die Chancen der Digitalisierung, um im Beruf aufzusteigen und den Karriereabstand zu ihren männlichen Kollegen zu verringern, so eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture in 31 Ländern anlässlich des Weltfrauentags am 8. März.

Sandra Babylon

Sandra Babylon, Managing Director im Geschäftsbereich Financial Services und Leiterin der Women Initiative bei Accenture im deutschsprachigen Raum

© Accenture

Eine hohe "Digital Fluency", also digitale Kompetenzen sowie neue berufliche Möglichkeiten durch Digitalisierung, hilft laut der Studie "Getting to Equal: How Digital is Helping Close the Gender Gap at Work" besonders Frauen dabei, ihre Karriereaussichten zu verbessern und die nötigen Voraussetzungen für den beruflichen Aufstieg zu schaffen. Somit könnte die Digitalisierung in den nächsten Jahren dazu beitragen, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Arbeitsleben weiter voranzutreiben.

Die Studie zeigt für alle untersuchten Länder einen ausgeprägten Zusammenhang zwischen einer hohen Digital Fluency von Frauen und ihrem Bildungsniveau sowie ihren Berufsaussichten. In 16 der 31 untersuchten Länder erreichen Frauen ein höheres Bildungsniveau als Männer – unter anderem, weil sie digitale Technologien effektiver nutzen. Zudem eröffnen sich neue berufliche Chancen für Frauen, da sie Dank der Digitalisierung flexibler arbeiten können und stärker von neuen Berufsbildern profitieren. Männer ziehen daraus zwar ebenfalls Vorteile im Job, doch laut Studie hat Digital Fluency einen wesentlich stärkeren Einfluss auf die Karrierechancen von Frauen.

ÖSTERREICH IM MITTELFELD

Im Vergleich aller untersuchten Länder belegt Österreich lediglich einen der mittleren Plätze, sowohl was die Digital Fluency (Platz 16), das Bildungsniveau (Platz 12), die Beschäftigungsfähigkeit (Platz 13) und die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten (Platz 12) von Frauen betrifft. Gerade bei der für die zukünftigen Karrierechancen von Frauen so wichtigen Digital Fluency sind die Niederlande, die skandinavischen Länder und die USA führend, während Schwellenländer wie die Philippinen, Indien und Indonesien auf den letzten Plätzen landen.

In Österreich geben 81 Prozent der Männer und 61 Prozent der Frauen an, täglich digitale Kanäle zu nutzen. 52 Prozent der in Österreich befragten Frauen und Männer sind überzeugt, dass digitale Technologien es für Frauen einfacher machen, eine Beschäftigung aufzunehmen und auf Dauer am Berufsleben teilzunehmen. Dass die Digitalisierung mehr Flexibilität im Beruf bringt und somit eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht, sagen 52 Prozent aller Umfrageteilnehmer in Österreich. 33 Prozent meinen, dass digitale Möglichkeiten den Zugang zu Kinderbetreuung erleichtern. Immerhin knapp ein Drittel der Befragten (31 Prozent) gab an, digitale Fähigkeiten für den beruflichen Aufstieg genutzt zu haben, wenn auch nur 10 Prozent darin den Grund für ein höheres Gehalt sehen.

GLEICHHEIT BIS 2040?

Das Berechnungsmodell zeigt weiterhin: Wenn Regierungen und Unternehmen die Geschwindigkeit verdoppeln, mit der Frauen digital kompetent werden, könnte Geschlechtergleichheit am Arbeitsplatz in den Industriestaaten bereits im Jahr 2040 erreicht werden, also 25 Jahre schneller als bei der jetzigen Entwicklung. Während Digital Fluency Frauen zwar dabei hilft, in ihrer Karriere schneller voranzukommen, ist es noch nicht gelungen, den Abstand zu Männern in Führungspositionen deutlich zu verringern oder den Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern auszugleichen.

"Auf dem beruflichen Weg nach oben gehen noch zu viele Frauen verloren, obwohl sie immer besser qualifiziert sind und die Chancen der Digitalisierung zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen", sagt Sandra Babylon, Geschäftsführerin für den Bereich Financial Services und verantwortlich für die Women Initiative bei Accenture. "Die Unternehmen müssen mehr tun, um qualifizierten Frauen den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen und dabei ihre digitalen Kompetenzen voll auszuspielen. Denn genau diese Fähigkeiten werden im Arbeitsalltag immer wichtiger und bieten Frauen somit eine Möglichkeit, bei Karriere und Bezahlung zu ihren männlichen Kollegen aufzuschließen."

Für die Studie "Getting to Equal: How Digital is Helping Close the Gender Gap at Work" von Accenture wurden etwa 4.900 berufstätigen Frauen und Männern in 31 Industriestaaten und Schwellenländern weltweit im Zeitraum Dezember 2015 bis Januar 2016 befragt. In Österreich nahmen 106 Personen an der Studie teil, davon 53 Frauen und 53 Männer. Die Umfrageergebnisse wurden für die Bereiche Bildung, Beschäftigung und Aufstieg in Führungspositionen zusätzlich mit Datenmaterial von der Weltbank, der OECD, dem World Economic Forum und der ITU World Telecommunication ergänzt. (pi/rnf)

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