Warum CIOs strategisch aufgestellt sein müssen Warum CIOs strategisch aufgestellt sein müssen - Computerwelt

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24.02.2017 Heinrich Vaske *

Warum CIOs strategisch aufgestellt sein müssen

Obwohl CIOs nach wie vor für den reibungslosen IT-Betrieb verantwortlich sind, haben sich viele von ihnen im Laufe des vergangenen Jahres stärker in die Rolle des Strategen und Transformations-Verantwortlichen hineinbegeben. Das zeigt die weltweite Analyse "2017 State of the CIO", die vom amerikanischen CIO-Magazin vorgenommen wurde.

Die meisten CIOs sehen sich als Transformationsverantwortliche, viele inzwischen auch in einer strategischen Rolle. Rein funktionale Aufgaben treten in den Hintergrund.

Die meisten CIOs sehen sich als Transformationsverantwortliche, viele inzwischen auch in einer strategischen Rolle. Rein funktionale Aufgaben treten in den Hintergrund.

© CIO.com

CIOs verbessern demnach nach wie vor den operativen Betrieb im Business, verhandeln mit IT-Anbietern, kontrollieren die Kosten und zeichnen sich im Krisenmanagement aus - gehen also ihrem gelernten Handwerk nach. Doch nun sagen bereits 87 Prozent der 646 befragten IT-Chefs, ihre Arbeit gehe weit darüber hinaus, sie sei anspruchsvoller geworden. Das liegt an den Herausforderungen, die sich aus dem Trend der Digitalisierung ergeben. CIOs müssen vermehrt Strategien entwickeln und ihr Unternehmen transformieren.

Für die nächsten drei bis fünf Jahre erwarten die IT-Macher, dass sie noch weniger Zeit für "funktionale Pflichten" aufwenden werden. Dabei kommen ihnen Trends wie Standardisierung, Automatisierung und Industrialisierung entgegen. CIOs können sich auf höherwertige und im Markt stärker sichtbare Aktivitäten konzentrieren. Die mit dem operativen Geschäft verbrachte Zeit soll von 20 Prozent der gesamten Arbeitszeit auf sieben Prozent sinken. Noch ist es aber nicht so weit: Fast drei Viertel der Befragten sagen, es falle ihnen noch schwer, zwischen Business-Innovationen und operativer Exzellenz hin und her zu jonglieren.

Trotzdem sieht sich nur noch jeder fünfte IT-Chef vorrangig in einer funktionalen Rolle, im Vorjahr waren es noch 27 Prozent. Die Hälfte der Befragten identifiziert sich indes mit einer "transformativen CIO-Aufgabe" (Vorjahr: 45 Prozent) und 31 Prozent sehen sich in der Hauptsache als Strategen (Vorjahr: 27 Prozent). Mit diesem Wandel hebt sich die Laune vieler IT-Verantwortlichen, sehen sie sich doch nun weniger als Implementierer und Befehlsempfänger denn als digitale Vordenker und "Business-Enabler". Jeweils rund zwei Drittel der CIOs, die sich als "transformationsorientiert" oder "strategisch" einordnen, fühlen sich denn auch in ihren Leistungen besser anerkannt als ihre Kollegen in derklassisch funktionalen Rolle.

Cybersicherheit wird nochmal wichtiger
Was sind die Themen, die CIOs 2017 beschäftigen? Cyber-Sicherheit war schon 2016 ein priorisiertes Thema, 2017 ist es noch wichtiger geworden. "IT-Sicherheit hat sich von einem Stand-alone-Set an Workflows und Aufgaben zu einer strategischen Initiative gewandelt", heißt es in der Studie. Insgesamt 51 Prozent der Teilnehmer sagen, Sicherheit und IT-Strategie seien tief integriert - 2016 stimmten dem nur 37 Prozent zu.

Der Studie zufolge werden binnen der nächsten drei Jahre sogar 80 Prozent der Unternehmen ihre IT- und Sicherheitsstrategie integrieren - vorneweg die Finanzindustrie und das Gesundheitswesen. Dabei dürften auch andere Abteilungen tiefer als bisher in die Planung von Security-Maßnahmen involviert werden. Derzeit beträgt der Aufwand für IT-Sicherheitsmaßnahmen rund zwölf Prozent vom IT-Gesamtbudget.

Unter den Business-Initiativen, die für 2017 einen Großteil der IT-Budgets auf sich vereinen, liegen Customer Experience Design und transformierte Geschäftsprozesse mit jeweils 40 Prozent der Nennungen vorne. Es folgen eine verbesserte betriebliche Effizienz (35 Prozent) und - eher allgemein - die Unterstützung des Unternehmenswachstums (33 Prozent). Wenig überraschend interessieren sich die eher funktional orientierten CIOs vor allem für operative Effizienz (41 Prozent) und IT-Sicherheit (33 Prozent). CIOs, die strategisch denken, sind eher mit einer verbesserten Kundenerfahrung (45 Prozent) und ihrem Beitrag zum Umsatzwachstum befasst.

Immer mehr CIOs berichten direkt an den CEO
Die Umfrage zeigt auch, dass CIOs weltweit näher an die Vorstandsetagen herangerückt sind. Mit 46 Prozent berichtet heute fast die Hälfte direkt an den CEO. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Studienerhebung im Jahr 2004. Dabei reporten - wenig überraschend - eher die strategisch orientierten CIOs an den Konzernchef (54 Prozent) als die funktional aufgestellten (39 Prozent). Knapp ein Drittel der zweiten Gruppe ist den Finanzchefs unterstellt, während unter den CIOs mit vorrangig strategischem Fokus nicht einmal jeder zehnte an den CFO berichtet.

Am besten bezahlt werden CIOs in der Finanzbranche, wo sie inklusive Boni und Aktienoptionen 340.780 Dollar jährlich mit nach Hause nehmen. Am unteren Ende des Rankings stehen IT-Chefs aus Behörden und Non-Profit-Organisationen, die sich mit 170.650 Dollar zufriedengeben müssen. Bei den Bezügen fällt der große Unterschied zwischen strategisch, transformationsbezogen oder funktional aufgestellten CIOs ebenfalls auf: Sie verdienen im Durchschnitt jeweils 319.470 Dollar (strategisch), 251.210 (Transformations-orientiert) oder 205.908 Dollar (funktional).

CIOs haben 2017 auch deutlich mehr direkten Kunden- und Vorstandskontakt. Kommunizierten 2016 noch 58 Prozent regelmäßig mit dem Board, so waren es 2017 bereits 61 Prozent - wobei auch hier die strategisch und transformationsorientierten IT-Bosse gefragter sind als die rein funktional aufgestellten. 76 Prozent der Befragten sagten, sie kommunizierten oft oder gelegentlich mit Kunden, vor einem Jahr bekundeten dies nur 62 Prozent. Auffällig ist, dass in Fertigungsunternehmen der Kundenkontakt der CIOs deutlich schwächer ausfällt als in allen anderen Branchen.

* Heinrich Vaske ist Editorial Director von Computerwoche und CIO.de.

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