Nachhaltige Personalentwicklung im War for Talents Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


22.03.2012 Michaela Holy

Nachhaltige Personalentwicklung im War for Talents

Im IMC-Experteninterview beantwortet Rosemarie Clarner, HR-Expertin und Senior Partner Human Resources bei Scheer Management zehn Fragen zu Themen wie Personalentwicklung, War for Talents oder demografischem Wandel.

Welche Themen sind derzeit in der Personalentwicklung besonders wichtig? Rosemarie Clarner: Eine der großen Herausforderung ist es, im derzeitigen „War for Talents“ die richtigen Mitarbeiter mit der richtigen Qualifikation zum richtigen Zeitpunkt im Unternehmen zu haben. Damit eng verbunden ist das Thema Talent Management. Es geht nicht nur darum, die Mitarbeiter zu finden, sondern sie im Unternehmen zu halten. Key-Player, mit denen man die Zukunft gestalten kann, müssen identifiziert und gezielt gefördert werden. Nur so können Talente langfristig an das Unternehmen gebunden werden.

Was ist Ihrer Ansicht nach der Grund für die Dringlichkeit von Talent Management? Talent Management ist eine Reaktion auf die veränderten Bedingungen des globalen Arbeitsmarktes, in dem der Wettbewerb um die Talente immer stärker wird. Beispiele dafür sind etwa die demografische Entwicklung, die zunehmende Bedeutung des Themas Innovationsfähigkeit als ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und der damit verbundene besondere Bedarf an innovativen Mitarbeitern. Ein entscheidender Punkt ist zudem die sinkende Loyalität der Mitarbeiter gegenüber ihren Arbeitgebern, verbunden mit der zunehmenden Transparenz der Märkte. Durch die Globalisierung entsteht einerseits ein höheres Angebot an qualifizierten Mitarbeitern, andererseits aber auch eine höhere Gefahr der Abwanderung: Talent Management ist insofern eines der Top Themen im „War for Talents“ Die Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen, um die Talente im Unternehmen zu identifizieren, zu fördern und zu halten, aber natürlich auch, die richtigen Talente im Markt zu finden.

Gibt es diesbezüglich Unterschiede zwischen mittelständischen Unternehmen und den sogenannten Big Playern? Ich sehe hier keinen sehr großen Unterschied. Die Big Player haben Talent Management eher schon institutionalisiert als mittelständische Unternehmen, allerdings stehen die Unternehmen im Wettbewerb und müssen bestimmte Rahmenbedingungen berücksichtigen. Dabei ist es in erster Linie wichtig, dass die Führungsmannschaft ihr Commitment gibt für das Thema Talent Management. Die Führungskräfte sind sehr wichtige Akteure in diesem Prozess und müssen .sich verpflichten gegenüber der Bedeutung des Talent Managements für den Unternehmenserfolg.

Welche weiteren Voraussetzungen müssen gegeben sein? Die Kultur muss passen, das heißt, das Talent muss im Mittelpunkt des Denkens und Handelns stehen. Ähnlich wie der Kunde einen sehr hohen Stellenwert hat, so muss es auch mit dem Talent sein. Die Organisation sollte entsprechend vorbereitet sein. Klare Verantwortlichkeiten sind hier ebenso wichtig wie eine koordinierende Stelle – in der Regel HR – sowie die Sicherstellung erforderlicher Kompetenzen.

Beim Talent Management geht es ja unterm Strich darum, insbesondere die Schlüsselpositionen im Unternehmen langfristig und mit den richtigen Talenten zu besetzen. Das ist für die Wirtschaftlichkeit einer Firma essentiell! Es müssen daher die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Talente im Sinne der Unternehmensziele optimal zu entfalten. Das erfordert jedoch sehr viel Planung, einen genauen Abgleich der vorhandenen und benötigten Ressourcen und ein ständiges Controlling. Professionell ist all das im Grunde nur mit einer entsprechenden Technologie zu stemmen!

Welche Eigenschaften sollte ein geeignetes Tool mitbringen? Es muss den gesamten Talent Management-Prozess unterstützen. Beispielsweise benötige ich immer einen aktuellen Überblick über meine Talent-Landschaft. Ich muss wissen, welche Potenziale es im Unternehmen gibt – mit welchen Qualifikationen und Skills, wie das Ist-Profil der Mitarbeiter und das Soll-Profil für die Zukunft ist. Dabei erhoffe ich mir von einer technologischen Lösung die entsprechende Unterstützung. So etwas lässt sich schlecht mit Excel-Tabellen abbilden. Hinzu kommen natürlich Usability Anforderungen wie etwa die intuitive Bedienbarkeit, Compliance-gerechte Umsetzung und Systemsicherheit, technische Anpassbarkeit an die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens und so weiter. Ein Talent Management Tool soll dem Unternehmen die Arbeit erleichtern und dazu müssen auch die technischen Eckdaten stimmen.

Der nächste Schritt im Prozess sind die Weiterbildungsmaßnahmen. Wo sehen Sie hier die technologischen Möglichkeiten? Das Thema Learning-Technologien ist ein Thema der Zukunft. Ich sehe die rückläufige Tendenz von Präsenzveranstaltungen. In Zukunft werden die Unternehmen noch mehr auf Lerntechnologien setzen in einer Kombination mit individuellem Coaching. Außerdem sehe ich einen Trend hin zum mobilen und informellen Lernen: Mitarbeiter haben immer weniger Zeit, daher müssen Weiterbildungsmaßnahmen flexibel einsetzbar sein – also orts- und zeitunabhängig – und bei Bedarf auch einzelne kleine Lernhäppchen anbieten.

Sehen Sie in der demografischen Entwicklung und den daraus entstehenden Herausforderungen für den Arbeitsmarkt eigentlich auch eine Chance für Unternehmen? Ich sehe darin die Chance, dass wir in Zukunft an Zielgruppen herantreten, die in der Vergangenheit eher vernachlässigt wurden. Ich denke beispielsweise an Kandidaten mit Migrationshintergrund, an Frauen oder an ältere Arbeitnehmer. Das sind Zielgruppen, auf die wir uns in Zukunft konzentrieren müssen und für die wir auch entsprechende Modelle und Möglichkeiten erarbeiten müssen. Damit haben Unternehmen die Chance, sich einen echten Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

 

Wie sollten Unternehmen sich denn auf die verschiedenen Zielgruppen einstellen? Es geht darum, die Bed

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • Editel Austria GmbH

    Editel Austria GmbH Supply Chain Management, E-Procurement und Supply Chain Management, Datenkonvertierung, Überwachungssysteme, Trust Center/Zertifizierungssoftware, Digitale Signatur, Datensicherung,... mehr
  • NAVAX Unternehmensgruppe

    NAVAX Unternehmensgruppe Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Maschinen- und Anlagenbau, Konsumgüterindustrie, Immobilien,... mehr
  • EASY SOFTWARE GmbH

    EASY SOFTWARE GmbH Schrifterkennung, Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS), Dokumentenmanagement und ECM, Business Intelligence und Knowledge Management mehr
  • Bacher Systems EDV GmbH

    Bacher Systems EDV GmbH mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: