Die Cloud nimmt Jobs – und bringt sie wieder Detail - Computerwelt

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21.03.2012 :: Printausgabe 06/2012 :: Michaela Holy

Die Cloud nimmt Jobs – und bringt sie wieder

Aktuelle Untersuchungen von IDC prognostizieren neue Arbeitsplätze durch die Cloud. Gartner hat das Gegenteil vorausgesagt.

Bringt die Cloud mehr Jobs als sie kostet? Auf der einen Seite bringe die Cloud einen Nettoverlust von IT-Jobs, prognostizierte Gartner letztes Jahr, denn Cloud Computing automatisiere Tätigkeiten, die bisher von Menschen ausgeführt wurden. Diese Arbeitskräfte würden hinterher nicht mehr benötigt. IDC wiederum sagt voraus, dass die Cloud bis zu 14 Millionen Jobs weltweit bis 2015 bringen soll, in Deutschland sind dies allein 250.000 Arbeitsplätze. »Ich denke eher, dass die durch die Cloud reduzierten IT-Mitarbeiter zum Anbieter wechseln«, so Leopold Obermeier von Eurocloud Austria. Für Österreich gibt es keine konkreten Zahlen, man wird »in gewohnter Weise mit etwa einem Zehntel rechnen müssen«, so Thomas Lutz, Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Österreich, im Gespräch mit der COMPUTERWELT. Für England prognostizieren die Analysten 225.000 weitere Arbeitsplätze, in Frankreich sollen es 190.000 sein.

Den Grund dafür sieht IDC in den Umsatz- und Produktivitätssteigerungen, die Unternehmen durch Cloud Computing erzielen. Durch entsprechende Innovationen rechnet IDC weltweit in den nächsten drei Jahren mit Umsätzen von bis zu 1,1 Billionen US-Dollar jährlich. »Jene Unternehmen, die auf Cloud-Lösungen umstellen, setzen ihr IT-Personal für anderes ein, für Dinge, die oft liegen geblieben sind, wie Entscheidungen aus der strategischen IT. Scherzhaft heißt es beispielsweise in letzter Zeit, dass der CIO nun nicht mehr Chief Information Officer heißt, sondern Cloud Integration Officer. Das ist das neue Rollenbild des CIO, der immer mehr zum Einkäufer von Leistungen wird«, so Obermeier im Gespräch mit der COMPUTERWELT.

Die IDC-Analysten sehen vor allem in Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern starkes Beschäftigungswachstum. In der EMEA-Region werden in kleineren und mittleren Unternehmen in den kommenden Jahren mehr als 1,1 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen, in größeren Unternehmen ca. 925.000. »Kleine und mittelständische Firmen sind meist agiler und rechtliche Anforderungen geringer. Die Kleineren setzen deshalb vor allem auf Lösungen und Services aus der Public Cloud und können das Potenzial von Cloud Computing so schneller nutzen. Großunternehmen investieren vor allem in eigene Cloud-basierende Umgebungen«, erklärt Ralph Haupter, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Microsoft Deutschland.

KMU PROFITIEREN AM MEISTEN VON HOCHWERTIGER IT »Es gibt einen starken Trend dahingehend, dass durch das Cloud-Thema immer kleinere Unternehmen in den Genuss einer höherwertigen IT kommen. Die, die bis dato IT quasi als Hobby betrieben haben, wo ein Mitarbeiter das leidlich nebenbei mitgemacht hat, lagern jetzt die Dienste aus. Das Service wird um einiges besser, weil der Cloud-Anbieter die entsprechenden Fachkräfte hat, und dadurch entsteht viel mehr an Geschäft. Als kleines Unternehmen hätte er diese Leistungen nicht beziehen können«, erklärt Obermeier. Die Gefahr sieht er allerdings langfristig darin, dass sich diese Dienste – und somit auch die Jobs – vermehrt ins Ausland verlagern. »Die Gefahren sind bei einer Standardisierung der Services und der Aufhebung des Save Harbour Agreements, dass die Hoster in Billiglohnländer abwandern, oder zu Standorten wo zum Beispiel die Energiekosten geringer sind oder auch Umwelt- und Sozialstandards«, so Obermeier.

Letzlich belegt die IDC-Studie, dass der Einfluss von Cloud Computing auf das Beschäftigungswachstum nicht gleich über alle Branchen verteilt ist. So zählen Kommunikations- und Bankensektor und die fertigende Industrie zu den Bereichen, deren Mitarbeiterzahl durch Cloud Computing am stärksten zunehmen wird.

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