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09.12.2009 Michaela Holy

Der Arbeitsmarkt fängt sich wieder

Im 1. Quartal 2010 wollen elf Prozent der heimischen Arbeitgeber zusätzliche Mitarbeiter engagieren, zwölf Prozent müssen Personal reduzieren. Die Branche Verkehr & Telekommunikation reduziert weiterhin Jobs.

„Bereinigt man diese Werte jedoch um saisonal bedingte Fluktuationen, übersteigt die Zahl der Personal suchenden Firmen jene, die Mitarbeiter abbauen,“ erläutert Manpower Geschäftsführer Erich Pichorner: „Wir erleben, dass Unternehmen in einigen Bundesländern und Branchen wieder intensiv Personal nachfragen.“

Nach Bundesländern stehen die Chancen auf einen neuen Job am besten im Westen. In Vorarlberg und Tirol stocken merklich viele Unternehmen ihre Mannschaften auf. Nennenswerte Neuaufnahmen finden auch in Niederösterreich und Oberösterreich statt, geringfügige auch in Kärnten. Weniger günstig hingegen sieht es im Burgenland, in Salzburg und der Steiermark aus.

Jobmotoren nach Branchen sind weiterhin die Energieversorgung und die Öffentliche Hand. „Interessant ist, dass auch der Handel moderat Mitarbeiter aufbaut. Das ist antizyklisch, denn nach dem Weihnachtsgeschäft wird üblicherweise reduziert,“ sagt Pichorner. Auch im Produktionssektor erwartet er eine leichte Entspannung. Umgekehrt findet gerade in saisonal abhängigen Branchen wie Land- & Forstwirtschaft, Bergbau & Rohstoffgewinnung, Gastronomie & Hotellerie und im Bauwesen Jobabbau statt. Auch Verkehr & Telekommunikation reduzieren weiter.

Interessant der Vergleich von 35 Nationen weltweit: In Asien und Australien erreichen die Arbeitsmärkte bereits wieder das Niveau vor der Krise, allen voran in Indien, Singapur und Taiwan. Große Ausnahme ist Japan, wo Energieversorgung und Transportwesen die Prognose nach unten ziehen. Auch in den führenden Wirtschaftsmächten Amerikas dreht der Trend wieder ins Plus. Mit der Vor-Krisen-Ära ist er jedoch noch nicht vergleichbar.

Europa kann mit diesem Aufschwung nicht Schritt halten. Hier rechnen Personalchefs in immerhin sechs von 17 befragten Ländern mit einem positiven Saldo zwischen Neuaufnahmen und Abbau. In Deutschland wird ein leichter Aufschwung erwartet, der dem Finanz- und dem unternehmensnahen Dienstleistungssektor zugeschrieben wird.

BUNDESLÄNDER-VERGLEICH Im Bundesländervergleich ist Vorarlberg am optimistischsten. Hier planen 18 Prozent der Unternehmen Personal einzustellen. Personalabbau erwarten nur drei Prozent. Der Saldo erreicht daher mit plus 15 Prozent Österreichs Spitzenwert.

Erfreulich sind auch die Jobaussichten in Tirol. Hier werden 23 Prozent Zuwachs, aber auch 16 Prozent Kündigungen erwartet. Der Saldo liegt daher mit plus sieben Prozent um plus sechs Punkte vor dem Vorquartal und um plus elf Punkte vor dem Vorjahr.

Intensiv die Ausschläge nach beiden Seiten auch in Oberösterreich. 16 Prozent rechnen mit Personalzuwächsen, zehn Prozent mit Reduktionen. Der Saldo liegt mit plus sechs Prozent um neun Punkte besser als im Vorquartal, jedoch minus drei Punkte hinter dem Vorjahr.

Auf denselben Saldo von plus sechs Prozent kommt auch Niederösterreich, hier mit 13 Prozent der Unternehmen, die Aufnahmen erwarten, zu sieben Prozent, die mit Abbau rechnen. Hier übertrifft die Erwartung das Vorquartal um acht Punkte und das Vorjahr um neun Punkte.

In Kärnten steht das Verhältnis mit sieben Prozent aufnehmende Firmen zu fünf Prozent abbauende noch leicht positiv (plus zwei Prozent). Das ist Gleichstand zum Vorquartal und plus sieben Punkte zum Vorjahr.

In Wien wollen im kommenden Quartal gleich viele Unternehmen Mitarbeiter aufnehmen wie abbauen, nämlich je neun Prozent der Befragten (Saldo null Prozent). Zum Vorquartal ist das ein Plus von einem Punkt, zum Vorjahr von signifikanten plus zwölf Punkten.

Die Erwartungen der übrigen Bundesländer sind pessimistisch. In der Steiermark hoffen nur drei Prozent der Arbeitgeber auf Zuwächse, während starke 16 Prozent abbauen werden. Das bedeutet ein Minus von 13 Punkten zum Vorquartal und von minus drei Punkten zum Vorjahr.

Noch deutlicher ist das Minus in Salzburg (-18 Prozent). Sechs Prozent der Arbeitgeber wollen aufnehmen, aber markante 24 Prozent müssen reduzieren. Das liegt - elf Punkte hinter dem Vorquartal und -14 Punkte hinter dem Vorjahr.

Arbeitgeber im Burgenland sind schon lange auffallend pessimistisch. Nun will gerade ein Prozent einstellen, während 22 Prozent kündigen müssen. Mit -21 Prozent liegt der Saldo jeweils minus zwei Punkte hinter dem letzten Quartal und hinter dem Vorjahr.

 

Der Öffentliche und Sozialbereich bietet zu Jahresbeginn die besten Jobchancen. 18 Prozent der Betriebe werden ihre Belegschaften vergrößern, zwei Prozent bereiten Abbau vor. Der Saldo liegt mit +16 Prozent um + zwölf Punkte vor dem Vorquartal und um bemerkenswerte +22 Punkte vor dem Vorjahr.

Fast ebenso beeindruckend sind die Aussichten in der Energieversorgung. Das Verhältnis steht hier 17 Prozent aufnehmende zu nur einem Prozent abbauende Firmen. Mit ebenfalls +16 Prozent übertrifft der Saldo das Vorquartal um neun Punkte und das Vorjahr um einen Punkt.

Auch der Handel kurbelt an: Zehn Prozent der Arbeitgeber wollen aufstocken, sieben Prozent abbauen. Mit plus drei Prozent übersteigt der Saldo das Vorquartal um acht Punkte und das Vorjahr um zwei Punkte.

Gerade noch positiv der Produktionssektor mit elf Prozent aufnehmenden zu zehn Prozent abbauenden Unternehmen. Mit einem Prozent toppt der Saldo das Vorquartal um sieben Punkte und das Vorjahr um plus zwei Punkte.

Die übrigen Wirtschaftssektoren bereiten sich auf Personalabbau vor. Relativ milde in Finanzwesen und Dienstleistungen (früher: Kredit- & Versicherungswesen, Immobilien, unternehmensnahe Dienstleistungen). Zwölf Prozent der Betriebe rekrutieren, 16 Prozent bauen ab. Mit minus vier Prozent liegt der Saldo drei Punkte hinter dem letzten Quartal und -13 Punkte hinter dem Vorjahr.

Im krisengebeutelten Transport- & Telekommunikationssektor rechnen nur acht Prozent der Unternehmen mit Zuwächsen und satte 19 Prozent mit Abbau. Der Saldo ist mit minus elf Prozent dennoch sieben Punkte besser als im letzten Quartal, gleichzeitig drei Punkte hinter dem Vorjahr.

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