Christine Sumper-Billinger, BRZ: "Wenn man die Chance hat mitzuarbeiten, gestaltet man die IT eines Staates mit" Detail - Computerwelt

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27.01.2010 Michaela Holy

Christine Sumper-Billinger, BRZ: "Wenn man die Chance hat mitzuarbeiten, gestaltet man die IT eines Staates mit"

Christine Sumper-Billinger leitet die Geschäfte eines der größten IT-Dienstleisters des Landes: die des Bundesrechenzentrums (BRZ). Im Gespräch bringt sie Argumente für das BRZ als einen der attraktivsten IT-Arbeitgeber Österreichs und zeigt Möglichkeiten auf, Fachpersonal selbst auszubilden.

Computerwelt: 2007 und 2008 haben Sie Absolventen eine SAP-Ausbildung ermöglicht. Warum wurde das Programm 2009 gestoppt? Sumper-Billinger: Wir hatten in diesen Jahren einen entsprechenden Bedarf an SAP-Mitarbeitern und haben einen sehr ausgetrockneten Arbeitsmarkt vorgefunden. Daher haben wir uns dazu entschlossen, unter Einbindung der SAP Business School ein SAP-Trainee-Programm aufzusetzen und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbst auszubilden. In Summe sind 30 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu SAP Junior Beratern ausgebildet worden, welche bis auf einen alle im Unternehmen beschäftigt sind. Die Ausbildung und Integration von 30 Mitarbeitern neben dem laufenden Betrieb ist für den SAP-Bereich eine große Herausforderung. Man muss den Trainees entsprechende Förderungen und Entwicklungsmöglichkeiten zukommen lassen. Dieses Programm jährlich durchzuführen wäre eine Überforderung der Organisation. Mit den Trainees, die das Programm erfolgreich abgeschlossen haben, haben wir wieder einen sehr guten Baustein in der SAP-Belegschaft und konnten auch 2009 unseren Bedarf decken.

Welche Fort- und Weiterbildungen bietet das BRZ noch an? Wir haben ein breites Spektrum an Schulungsmaßnahmen, der Großteil sind IT-Fachschulungen. Selbstverständlich gibt es noch weitere Fachschulungen wie kaufmännische Schulungen, Personal-, Vertriebs- oder Führungskräfteschulungen. Wir bieten zielgruppenorientiert auch Trainings von Soft Skills, wie zum Beispiel strukturierte Moderation, Präsentation, Konfliktmanagement, Work-Life-Balance et cetera an. Das Schulungsprogramm wird jedes Jahr überarbeitet. Die Basis dafür bildet das jährliche Mitarbeitergespräch, in welchem die erforderlichen Schulungsmaßnahmen und -wünsche mit dem Mitarbeiter besprochen werden.

Mit welchen Schulungsanbietern arbeitet das BRZ zusammen? Mit mehreren. Schulungen werden aber auch intern – durch unsere eigenen Fachkräfte – durchgeführt. Externe Schulungsanbieter werden dann herangezogen wenn das Know-how intern nicht vorhanden ist. Vor allem sind neue Inputs von außen gefragt was neue, technische Trends betrifft.

Welche technischen Bereiche gibt es im BRZ? Den Infrastrukturbereich – das IT-Rückgrat der Verwaltung, weiters den angesprochenen SAP-Bereich, den E-Governmentbereich und den Bereich Individualanwendungen. Der E-Governmentbereich, ist wie der der Name schon sagt für E-Government-Anwendungen des Bundes verantwortlich wie für den ELAG im Bund oder die Portale wie das Gesundheitsportal. Aufgabe des Bereiches Individualanwendungen ist die Erstellung und in Folge die Führung des Betriebes von individuellen EDV-Anwendungen für die öffentliche Verwaltung zum Beispiel: Finanz-Online.

Wie stark ist der E-Government-Bereich gewachsen? Wir sind überhaupt stark gewachsen. Das BRZ ist seit der Ausgliederung zwölf Jahre alt. Da waren wir noch 450 Mitarbeiter und jetzt sind wir 1.200. Dieses Wachstum ist durch die Bedeutung des E-Governments in Österreich bedingt.

Wie viele technische Mitarbeiter beschäftigt das BRZ derzeit? Im E-Government-Bereich haben wir 140 Mitarbeiter. Im Bereich der Individual-Anwendungen sind 285 Mitarbeiter beschäftigt. Im SAP-Bereich arbeiten 185 Mitarbeiter, im Infrastrukturbereich etwa 340 Mitarbeiter. In Summe somit etwa 950 Mitarbeiter in technischen Bereichen. Zusätzlich beschäftigt das BRZ Projektmanager, die ebenfalls umfangreiches technisches Know-How besitzen, die die Kundenprojekte entsprechend managen. Die Ausbildung und Zertifizierung der 85 Projektmanager stellte in den letzten Jahren ebenfalls einen Ausbildungsschwerpunkt im BRZ dar.

Aber der Plafond ist noch nicht erreicht? Die Entwicklungen gehen natürlich weiter, man braucht nur an das Thema Verwaltungsreform denken, wo IT-Unterstützung ein wesentlicher Faktor is. Aber auch wir sind mit entsprechenden Budgetrestriktionen unserer Kunden konfrontiert. Der Staat muss sparen und wir müssen entsprechend kosteneffizient agieren was wir auch tun. Wir haben heuer wieder für das Budget 2010 über zehn Millionen Euro Einsparungen für den Bund drin. Das heißt wenn man jetzt von Personalwachstum redet, ist ein moderates Personalwachstum eingeplant.

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