Gesundes Führen ist Chefsache Gesundes Führen ist Chefsache  - Computerwelt

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31.07.2014 Michaela Holy/pi

Gesundes Führen ist Chefsache

Das Interesse von Unternehmen an der Gesundheit der eigenen Mitarbeiter ist groß. Das zeigen die aktuellen Zahlen aus dem Hernstein Management Report, der Führungskräfte in Österreich und Deutschland zum Thema "Gesunde Führung" befragt hat.

Gesundes Führen ist Chefsache

Vor allem psychische Gesundheit sehen Führungskräfte als Chefsache.

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Gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter sind mehr denn je ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Im Fokus der befragten Führungskräfte steht vor allem das psychische Wohlbefinden. "Führungskräfte prägen durch ihre eigenen Werte und Verhalten entscheidend das Arbeitsumfeld von Mitarbeitern. Demzufolge sind auch die Einstellungen von Führungskräften rund um das Thema 'Gesunde Führung' entscheidend für eine Umsetzung in der eigenen Führungsarbeit", meint Eva-Maria Ayberk, Leiterin des Hernstein Instituts.

Mehr als zwei Drittel der befragten Führungskräfte sind davon überzeugt, dass sie das Gesundheitsverhalten der eigenen Mitarbeiter entscheidend beeinflussen können - positiv wie negativ. In Deutschland wird der Einfluss von Führung auf die Gesundheit sogar höher eingeschätzt als in Österreich (D: 75 Prozent, Ö: 66 Prozent). Ein weiterer Unterschied zeigt sich in der Führungshierarchie und der Unternehmensgröße: Je eher jemand dem oberen Management angehört und/oder in einem Großunternehmen tätig ist, umso eher wird das Thema als wichtig bewertet und umso stärker wird der Einfluss von Führung auf Gesundheit erlebt. Diese Tendenz zeigt sich auch bei der Frage, wie gut sich Manager über das Thema "Gesunde Führung" und die Wechselwirkungen von Führungsarbeit und Gesundheit informiert fühlen. Während sich im oberen Management 71 Prozent sehr gut oder eher gut informiert fühlen, sind es im unteren Management nur noch 36 Prozent.

Interessant ist, dass der psychischen Gesundheit ein höherer Stellenwert zukommt als der körperlichen. 50 Prozent sehen es als zentrale Führungsaufgabe auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu achten, für die körperliche Gesundheit fühlen sich hingegen nur 36 Prozent verantwortlich. "Der Fokus auf die psychische Gesundheit kommt vor allem aus der Notwendigkeit, Stress zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten. Ein weiterer Grund mag in der Aufmerksamkeit regulierender öffentlicher Einrichtungen gegenüber diesem Bereich liegen. In Österreich wurde durch die Novellierung des Arbeitnehmerschutz-Gesetzes mit der verpflichtenden Evaluierung der psychischen Belastung am Arbeitsplatz ein Schritt in diese Richtung gesetzt.  Somit hat die psychische Gesundheit ihren Platz auf der Führungsagenda bekommen", so Eva-Maria Ayberk.

Wo sehen Führungskräfte die größten Möglichkeiten, auf die Gesundheit der Mitarbeiter Einfluss zu nehmen? Der überwiegende Teil der befragten Führungskräfte ist der Überzeugung, ausreichend auf das körperliche (68 Prozent) und psychische (81 Prozent) Wohlbefinden der eigenen MitarbeiterInnen zu achten. 76 Prozent sind davon überzeugt, dass Führungskräfte durch die eigene Vorbildwirkung gesundheitsbewusstes Verhalten vorleben können. Gefragt nach dem eigenen bewussten Vorleben als Führungskraft, fallen die Werte mit 66 Prozent deutlich niedriger aus.

Nach dem eigenen Gesundheitsverhalten gefragt, geben rund 38 Prozent der Befragten an, im Arbeitsalltag regelmäßig zu pausieren, häufige Pausen machen 33 Prozent. Doch 22 Prozent machen fast gar keine Pausen, acht Prozent nur sehr selten. Eindeutig zeigt sich dabei, dass das eigene Gesundheitsverhalten - hier v. a. das persönliche Pausenverhalten als Indikator - in starkem Zusammenhang mit der Wahrnehmung des Themas "Gesunde Führung" steht. Führungskräfte, die selbst gesundheitsorientiert agieren, sind mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit dem Thema "Gesunde Führung" gegenüber aufgeschlossen bzw. schätzen allgemeine positive Beeinflussbarkeit durch Führung und die Vorbildwirkung von Führungskräften auch höher ein.

GESUNDE FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG
41 Prozent der Befragten geben an, im eigenen Unternehmen Weiterbildungsangebote zum Thema "Gesunde Führung" vorzufinden. Die Nutzungsrate fällt jedoch überraschend gering aus: Nur zwölf Prozent haben diese bereits besucht. Hier zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen den Angeboten in Unternehmen und der Wahrnehmung von "Gesunder Führung". Personen aus Unternehmen mit dezidierten Fortbildungsangeboten schätzen Wichtigkeit und Beeinflussbarkeit als stärker gegeben an. Eva-Maria Ayberk: "Das Thema 'Gesunde Führung' muss auf mehreren Ebenen ansetzen, Weiterbildung ist ein Aspekt von vielen. Entwicklungsmaßnahmen werden erst dann wirksam, wenn die organisationalen Rahmenbedingungen passen und dadurch der Transfer in die Praxis gelingt".

Der Hernstein Management Report erhebt seit 16 Jahren ein jährliches Stimmungsbild unter Führungskräften und Unternehmenseigentümern in Österreich und Deutschland. Für die aktuelle Ausgabe wurden 1079 Personen zu aktuellen Führungsthemen und Trends in der Führungskräfteentwicklung befragt. Der Hernstein Management Report ist die größte regelmäßig durchgeführte Umfrage unter Führungskräften in Österreich und Deutschland.

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