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04.10.2017 Wolfgang Franz/pi

Warum sich Mitarbeiter im Job fadisieren

Robert Half-Studie: Hauptgründe für die Langeweile sind mangelnde Abwechslung und Unterforderung.

Die Hauptgründe für die Langeweile sehen die befragten Führungskräfte in der zu geringen Abwechslung.

Die Hauptgründe für die Langeweile sehen die befragten Führungskräfte in der zu geringen Abwechslung.

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Eine überwältigende Mehrheit der Manager (78 Prozent) denkt, ihre Mitarbeiter langweilen sich bei der Arbeit. Das hat die aktuelle Arbeitsmarktstudie des auf Fach- und Führungskräfte spezialisierten Personalvermittlers Robert Half ergeben. Der Studie zufolge glauben lediglich 22 Prozent der Vorgesetzten, dass sich ihre Mitarbeiter nie fadisieren.

"Gelangweilte Mitarbeiter scheinen ein weitverbreitetes Problem in den Unternehmen zu sein", sagt Robert Szvetecz, Senior Manager bei Robert Half in Wien. "Ein Problem, mit dem sich kein Unternehmen und kein Mitarbeiter abfinden muss. Mit geringem Aufwand könnten einige Ursachen für die Langeweile beseitigt und so die Attraktivität der Arbeitsplätze erhöht werden." Die Hauptgründe für die Langeweile sehen die befragten Führungskräfte in der zu geringen Abwechslung und in der Unterforderung bei den zugeteilten Arbeiten (je 31 Prozent). Dicht darauf folgen zu viele oder schlecht organisierte Meetings (30 Prozent). Mehr als ein Viertel der Manager (27 Prozent) sieht Arbeit, die an sich reizlos ist, als Ursache für die Eintönigkeit an.

Weitere Gründe für Langeweile:

  • Es gibt nicht genug zu tun (22 Prozent)
  • Sie haben keine Freude am Austausch mit ihren Kollegen (19 Prozent)
  • Sie leiden unter starren Richtlinien und Prozessen (16 Prozent)
  • Schlechtes/ineffizientes Management (17 Prozent)
  • Sie verstehen die Bedeutung ihres Beitrags zur Profitabilität des Unternehmens nicht  (12 Prozent)


So wird es nicht fad am Arbeitsplatz

Vorgesetzte sollten das Problem umgehend angehen und das Gespräch mit dem gelangweilten Mitarbeiter suchen. Aber auch Beschäftigte sollten aktiv werden, rät Szvetecz und nennt drei konkrete Maßnahmen, um akuter und dauerhafter Langeweile entgegenzutreten.

1. Jeder sollte sich fragen: Warum bin ich gelangweilt? Warum finde ich meine Arbeit nicht interessant? Liegt es an Unterforderung oder gibt es andere Gründe? Was fehlt mir, um eine spürbare Verbesserung herbeizuführen?
2. Gelangweilte Mitarbeiter sollten das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und den Wunsch nach Veränderung äußern. Dabei lösen konkrete Vorschläge für eine gezielte Weiterbildung, eine neue Herausforderung oder eine andere Tätigkeit innerhalb des Unternehmens am schnellsten das Problem.
3. Finden sich keine Möglichkeiten, die Arbeit abwechslungsreicher zu gestalten oder sich intern neuen Herausforderungen zu stellen, sollte ein Jobwechsel in Betracht gezogen werden. Mitarbeiter sollten einen Jobwechsel nicht prinzipiell ausschließen, sondern – falls erforderlich – als gleichberechtigte Lösung in Betracht ziehen.

Eine professionelle Jobberatung und -vermittlung kann unterstützen und zu einer Lösung führen. "Arbeitnehmer wünschen sich einen sinnstiftenden Job mit Verantwortung", sagt Szvetecz. Das zeigt eine weitere Studie von Robert Half, in der die Glücksfaktoren für den Arbeitsplatz untersucht wurden. Szvetecz: "Eine kurzzeitige ruhigere Phase gibt es immer wieder und ist auch förderlich für die Kreativität und zum Durchschnaufen. Dauerhafte Langeweile ist aber ein Problem. Sie schadet dem Arbeitnehmer, genauso wie dem Unternehmen. Eine Veränderung kann Abhilfe schaffen und darüber hinaus weitere Vorteile bringen."

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