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25.03.2010 Michaela Holy/Rudolf Felser

Social Media wird sich im HR-Bereich durchsetzen

Die bisher größte Studie zum Einsatz von sozialen Medien im deutschsprachigen Personalwesen zeigt, wie Unternehmen die neuen Medien nutzen und was dies für Bewerber bedeutet.

In diesem Jahr wird sich Social Media mehrheitlich als genutztes Werkzeug in der Personalarbeit durchsetzen. In 27 Prozent der österreichischen Personalabteilungen wurde 2009 schon Social Media genutzt, 37 Prozent möchten zukünftig damit arbeiten. Immerhin konnten 54 Prozent jener Unternehmen, die Social Media 2009 nutzten, darüber direkt oder indirekt Bewerber einstellen. 24 Prozent sind sich aber noch nicht sicher, ob sie zukünftig Social Media zur Personalarbeit einsetzen werden. Allgemein scheint man sich auf den Umgang mit Social Media aber nicht gut vorbereitet zu haben: 66 Prozent der österreichischen Unternehmen besitzen keine Social Media Policy, nur neun Prozent arbeiten daran.

BEWERBER-GOOGLING In 54 Prozent der Unternehmen werden Bewerber gegoogelt. Eine Studie der Jobbörse Stepstone, an der Fach- und Führungskräfte aus acht europäischen Ländern teilnahmen, zeigt aber, dass 89 Prozent der Befragten Deutschen (Österreich wird nicht angeführt) nicht mit Profildaten aus sozialen Netwerken konfrontiert werden. Nur sieben Prozent wurden während der Bewerbungsphase schon einmal direkt auf ihr Netzwerkprofil angesprochen. Weitere vier Prozent behaupten, der Unternehmensvertreter habe sich auf Informationen bezogen, die er wahrscheinlich in einem sozialen Netzwerk recherchiert habe. »Personaler in Unternehmen nutzen soziale Netzwerke offensichtlich viel weniger als oft angenommen. Unsere Umfrage zeigt: Private Profilinformationen werden größtenteils nicht herangezogen, um den jeweiligen Bewerber einzuordnen. Gerade im Umgang mit schwer zu findenden Fach- und Führungskräften setzen HR-Verantwortliche in erster Linie auf bewährte Methoden, um herauszufinden, ob ein Kandidat für eine Position geeignet ist oder nicht. Eine oberflächliche Recherche kann zu voreiligen Beurteilungen führen«, so Wolfgang Bruhn, Vorstand von Stepstone Deutschland. Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Ergebnisse im Trend. Denn auch europaweit sagen 90 Prozent der befragten Kandidaten, dass sie in einem Vorstellungsgespräch noch nie mit ihren Profildaten aus einem sozialen Netzwerk wie Facebook oder LinkedIn konfrontiert wurden. Der höchste Wert kommt aus Schweden, wo 93 Prozent der Befragten entsprechend antworteten. In Norwegen behaupten immerhin zehn Prozent bereits auf ihre Profildaten angesprochen worden zu sein.

Meistens werde der Ruf von Bewerbern für das Management und Fachkräfte in der Verwaltung, Vertrieb, Marketing und Entwicklung überprüft, so die Ergebnisse des Social Media Report HR 2010. Aber auch bei den IT Fachkräften schauen die Unternehmen in beiden Ländern gerne genauer hin. Acht mal ist es bei den Befragten der Studie in Österreich schon vorgekommen, dass Unternehmen einen Bewerber aufgrund seiner Online-Reputation nicht eingestellt haben. Der eigene Ruf des Unternehmens wird dagegen selten kontrolliert: Nur 17 Prozent betreiben ein Monitoring um regelmäßig zu überprüfen, was über das Unternehmen im Internet geschrieben wird. Gar keine Kontrolle des Firmenrufes findet bei 35 Prozent der Unternehmen statt.

Tatsächlich spricht sich die Mehrheit der Unternehmen, die von sich sagen, dass sie Social Media aktiv für die Personalsuche nutzen, für Xing aus. Dort scheinen die meisten Aktivitäten zu passieren. An zweiter Stelle steht hier Facebook. LinkedIn ist bei Deutschlands HR-Managern genauso beliebt wie Twitter, während man hierzulande beide Medien eher vernachlässigt.

Social Media werde 2010 aber auf jeden Fall stark zulegen, so die Studie. 51 Prozent wollen mehr ausgeben, 45 Prozent der Personaler das gleiche Budget wie letztes Jahr einsetzen. Lediglich vier Prozent werden weniger in diesen Bereich investieren. Auch langfristige Investitionen sind angedacht: So wollen 49 Prozent der befragten österreichischen Personaler 2010 mehr Geld für die eigene Karrierewebseite ausgeben. Auch das Hochschulmarketing soll um 28 Prozent finanziell ausgebaut werden. In Sachen Fortbildung wollen 36 Prozent verstärkt investieren.

ZUR STUDIE Der Social Media Report HR 2010 für Österreich und Deutschland wurde von Thorsten zur Jacobsmühlen, einem Spezialisten für Recruiting & Personalmarketing, ins Leben gerufen. Als Kooperationspartner haben der Hersteller für Talent-Management-Software, Stepstone Solutions, die Personalernetzwerke HRM.de und HRM-Austria.at und das Personalmagazin Personal Manager die Studie unterstützt und mit durchgeführt. Insgesamt haben 651 Personaler aus beiden Ländern teilgenommen.

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