Prochaska und Rehor, Sage DPW: "Wir glauben daran, dass Mitarbeiter die Möglichkeit brauchen, sich zu entfalten" Detail - Computerwelt

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05.05.2010 Michaela Holy

Prochaska und Rehor, Sage DPW: "Wir glauben daran, dass Mitarbeiter die Möglichkeit brauchen, sich zu entfalten"

Benigna Prochaska, Geschäftsführerin von Sage Österreich, und Wolfgang Rehor, Leiter Marketing & Sales bei Sage, erzählen von Mitarbeiterentwicklung im eigenen Unternehmen und der Verschiebung von operativen zu strategischen Themen in der Personalarbeit.

Computerwelt: Was bietet Sage dpw an? Benigna Prochaska: Die Firma wurde 1972 gegründet und wir haben ziemlich schnell den ersten Loan entwickelt, die Personalverrechnung, kommen also aus der operativen Ecke. Mit dem Aufkommen des Internets ist dann eine Verbreiterung erfolgt, da kamen wir von der Lohnverrechnung, Zeiterfassung zum Mitarbeiterportal und als weiteren Schritt haben wir in die strategischen Themen investiert, die schön gewachsen sind in den letzten Jahren. Die strategischen Themen sind Personalentwicklung – momentan ein ganz großes Thema – Bewerberverwaltung, also Recruitment – auch wieder stark im Kommen – und Personalcontrolling. Das sind die drei Bereiche, wo wir in den letzten zehn bis 15 Jahren erhebliches Wachstum hatten. Zusammengefasst bieten wir die gesamte Palette des Personalwesens von den operativen hin zu den strategischen Modulen, wobei der Schwerpunkt momentan auf den strategischen Bereichen liegt.

Hat sich Ihr Angebot bedarfsorientiert aufgebaut? Die Software entwickelt sich gleichzeitig mit der Entwicklung des Themas Personal- oder HR-Management. Früher gab es in den Unternehmen vornehmlich klassisch eine Personalverwaltung, da dachten die Unternehmer an Lohnverrechnung, auch Personalsuche war ein Thema. Personalentwicklung war bei den Unternehmen noch nicht institutionalisiert und es gab auch nicht diese aktive Person des Personalleiters, der strategisch mit der Unternehmensführung eine Strategie entwickelt. Und genauso wie sich die Personalverwaltung hin zum Personalmanagement entwickelt hat, haben sich unsere Module auch weiterentwickelt.

Wie erkennen Sie Trends? Studien sind sehr wichtig. Wir arbeiten mit Experten wie Deloitte zusammen und machen auch selbst Studien. Wir haben uns zum Beispiel die Bildungstrends angeschaut und machen im Herbst eine Studie zum Thema Recruiting. Auch Social Media ist natürlich ein Riesenthema. Es ist für uns wichtig, selbst Studien zu machen, aktuelle Studien zu haben und mit Experten zusammenzuarbeiten. Man braucht natürlich auch entsprechend Zeit um Personalsoftware zu entwickeln. Jetzt stehen wir vor der Web-2.0-Welt. Wir haben vor zwei Jahren angefangen, die Software auf ganz neue Technologie umzustellen, im Juni bringen wir die erste Softwarelösung Web 2.0 heraus. Wolfgang Rehor: Wir haben evaluiert was es heißt, neue Technologien zu nutzen. Vorher hat das schon mit dem Paradigmenwechsel begonnen, wo immer mehr Firmen Personalmanagement als strategisches Ding betrachten. Da sind ehrgeizige Ziele formuliert, Personalisten mit ins Boot geholt worden, aber diese Projekte sind immer in der Mitte stehen geblieben. Man hat Softwaretools angeschaut, die waren toll in der Präsentation, die hat man installiert, und dann ist das ganze stecken geblieben, zum Teil auch bei unseren Projekten. Wir haben genau analysiert, wer der Hebel ist: die Führungskraft. Diese Technologie zu nutzen heißt also: Wir müssen die Führungskräfte und die User ins Boot holen – sprich wir brauchen eine State-of-the-Art-Software.

Was genau bietet das neue Tool? Prochaska: Vom inhaltlichen ist es Bewerbermanagement und Recruiting. Das ist das erste Tool, das wir jetzt im Juni präsentieren. Mit diesem Recruiting-Tool kann man die technischen Möglichkeiten sehr gut nutzen. Rehor: Wir haben mit Studien analysiert, wo die Reise im Personalmanagement hingeht, was die bewegendsten Themen sind. Vor eineinhalb Jahren war Recruiting das uninteressanteste Thema und jetzt ist es Top-Thema. Die Reise geht aber weiter: Wenn wir das Recruiting-Thema erledigt haben geht es weiter zu den Mitarbeitern, der Fokus sind Personalentwicklungsaspekte. Da kommt das Mitarbeitergespräch rein, und zwar nicht als Dialog sondern als Instrument zur Zielerreichung, und da werden wir auch in der Software den Lebenszyklus eines Menschen im Unternehmen abbilden. Wir haben von der Entwicklung her die nächsten zwei, drei Jahre durchgeplant, so dass ich dann in diesem Zeitraum ein fertiges, im Web-2.0-Konzept entwickeltes Tool für strategisches Personalmanagement habe.

Wie ist ihr Unternehmen durch die Krise gekommen? Prochaska: Personalmanagement in den Unternehmen ist in- und außerhalb der Krise gleich wichtig. Es verschieben sich nur die Prioritäten bei den Unternehmen. Das Humankapital ist im Zentrum, wird mit der Strategie sozusagen mitentwickelt, und wenn ich ein Unternehmen bin, dass Personal abbaut, werden Themen wie Personalbudgetierung jetzt wieder aktuell. Recruiting wird in Zeiten wo Unternehmen eher abbauen natürlich nicht so das Thema sein. Personalcontrolling hat auch sehr stark zugenommen. Summa summarum haben wir die Krise nicht gemerkt, wir haben sie nur gemerkt in einer Verschiebung der Themen.

Welches Know-how müssen Ihre Mitarbeiter mitbringen? Wir erwarten von den Mitarbeitern eine Ausbildung zumindest im Bereich des Personalwesens, sei es jetzt zu Themen wie Arbeitsrecht oder Personalverrechnung oder eben HR-Management. Es gibt aber auch Bereiche wo wir die Mitarbeiter ausbilden, wir haben also auch Schulungsprogramme, zum Beispiel zum Thema Zeiterfassung. Rehor: Es gibt, abgesehen von Vertrieb und Verwaltung, zwei Schwerpunkte. Das eine ist die Projektumsetzung, da haben wir Berater mit fachlichen Schwerpunkten. Und wir haben die Entwicklung, da brauchen wir ein hohes technisches Know-how. Die Business-Logik machen wir, für die Umsetzung aber brauchen wir Entwickler. Wichtig ist, dass die Business-Logik sauber technisch umgesetzt wird. Im Personalmanagement in Verbindung mit Internet braucht man hohe Reputation, Vertrauen und sauberes Arbeiten.

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