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02.11.2011 Alex Wolschann

Komplexe Information spielend greifbar

Mit einem interaktiven Toch-Table hat die Fachhochschule St.Pölten einen spielerischen Informationstransfer ermöglicht.

Die Fachhochschule St. Pölten hat ein neues Konzept zur Wissensvermittlung realisiert, das herkömmliche Schul- und Museumsdidaktik revolutionieren kann. Ein Team des Instituts für Creative/Media/Technologies entwickelte interaktive Spiele für einen Multi-Touch-Tabletop-Computer, die komplexe Information virtuell greifbar machen.

Mit Hilfe eines speziellen Interface- und Interaktions-Programm und dem Einsatz hoch entwickelter Digitalfotografie gelang die Umsetzung an einem ersten konkreten Beispiel aus der Archäologie. Dass dieses völlig neue Vermittlungskonzept funktioniert, belegen Nutzertests und die Auszeichnung des Projekts mit dem Innovationspreis 2011 der APA-IT-Challenge. Der Fachwelt werden Konzept und Forschungsergebnisse rund um die Entwicklung des Multi-Touch-Tabletops beim internationalen VAST Symposium in Italien in der Ortschaft Prato vorgestellt.

SPIELERISCHES E-LEARNING E-Learning steht vor dem Comeback und kann sowohl für jung als auch alt enorme Vorteile und größere Effizienz beim Lernen bringen. Im aktuellen Archäologie-Beispiel der FH St. Pölten fangen Kinder Tiere, bauen Hütten, stellen archaische Figuren-Puzzles zusammen, vergrößern Details, drücken auf Informationen, die sogleich weitere prähistorische Zusammenhänge herstellen. Mit dem »Begreifen« digital abgebildeter originaler Steinritzung von vor 5.000 Jahren wird der prähistorische Stamm der Camuner virtuell erlebbar. So wird es den Nutzern möglich, Räume und Plätze zu betreten, die in natura unzugänglich sind. Diese von der Fachhochschule St. Pölten entwickelte Art von Wissensvermittlung archäologischer Zusammenhänge zeigt, dass aktuelle Forschungsergebnisse spielerisch zugänglich gemacht werden können.

Bei der Produktion des ersten Prototyps war es zunächst kein Kinderspiel, dieses spielerische Vermittlungskonzept in einem Multi-Touch-Display Computer zu realisieren. Er zeigt die Abbildung eines Felsabschnitts mit Felsgravuren aus der Bronzezeit, die in ihrer digitalen Version zum Begreifen und Spielen anregen.

Aktuell stehen vier verschiedene Spielvarianten zur Auswahl, die in enger Zusammenarbeit mit FH-Dozent Frederick Baker und Christopher Chippindale von der University of Cambridge konzipiert wurden. Zur Umsetzung dieses Konzepts mussten vom Team des Instituts für Creative Media Technologies große Datenmengen bewältigt und Interface- sowie Interaktionsprogramme entwickelt und installiert werden. Derzeit bewegen rund zehn GB Datenmaterial diesen multi-taktilen »Fels«.

INFORMATIONSTRANSFER Mehr als 200 einzelne Digitalaufnahmen waren nötig, um den Originalfelsen inklusive Figuren auf das Display zu bringen. Eine besondere Herausforderung war es, die Figuren, die in den Fels geritzt sind, abzubilden. Mittels Segmentierung erfolgte die Erfassung von bebilderten und nicht bebilderten Felsabschnitten. »Dafür unterzogen wir die Bilder der Petroglyphen einer Pixelklassifikation. Das ist eine Methode, die wir speziell für diese Projektanwendung adaptierten. Sie ermöglicht die Differenzierung von Vorder- und Hintergrund, was bei Felsgravuren schwierig ist, zumal diese in dem selben Material wie die übrige Oberfläche sind«, erläutert FH-Professor Markus Seidl.

Doch der gesamte Aufwand zur Entwicklung des Multi-Touch-Tables hat sich für alle Beteiligten gelohnt. Mit der Entwicklung dieses Multi-Touch-Tables ist der Fachhochschule St. Pölten ein Prototyp für spielerischen Informationstransfer gelungen, der sich für die begreifbare Darstellung unterschiedlichster Themengebiete bis hin zur Mitarbeiterschulung in Unternehmen eignet.

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