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19.05.2011 Andreas Schütz*

Gastkommentar: Urheberrechtliches zum E-Learning

Auch in Bildungseinrichtungen haben die neuen elektronischen Medien bereits Einzug gehalten und führen zusehends zu einer Veränderung der Unterrichtsformen und -mitteln.

Neben den von Unterrichtenden selbst erstellten E-Learning-Sequenzen und Unterlagen werden im Rahmen des E-Learnings auch oftmals Fremdinhalte, wie eingescannter oder kopierter Content aus anderen Publikationen, Bilder oder auch Videoclips, verwendet.

Rechtlich unbedenklich ist hier jedenfalls die Verwendung von selbst geschaffenen Inhalten. Um diese eigenen Inhalte gegenüber Dritten abzusichern, ist es in jeden Fall empfehlenswert, diese als urheberrechtlich geschützt zu kennzeichnen.

Bei der Verwendung »fremder Inhalte« gestaltet sich dies naturgemäß etwas komplizierter: Urheberrechtlichen Schutz genießen Inhalte (Texte, Bilder, etc.), die das individuelle und originelle Ergebnis einer geistigen Anstrengung (eigentümliche geistige Schöpfung) jenseits einer gewissen Bagatellschwelle sind. Im Zweifel sollte davon ausgegangen werden, dass fremdes Material urheberrechtlich geschützt ist.

Für die Wiedergabe und Nutzung von fremden (urheberrechtlich geschützten) Inhalten benötigt der Betreiber der E-Learning-Plattform prinzipiell die Zustimmung des Urhebers (Vervielfältigungsrechte und Rechte der öffentlichen Wiedergabe- wie insbesondere zur Online-Veröffentlichung). Ohne Zustimmung ist die Verwendung fremder Inhalte im Rahmen eines »Zitats« grundsätzlich dann unproblematisch, sofern das zitierte Werk bereits veröffentlicht wurde, das Zitat nur zur Erläuterung eigener Inhalte dient und nur in dem für die Erläuterung notwendigen Umfang zitiert wird. Bei der Verwendung fremder Inhalte ist immer die vollständige Quelle anzugeben und das Werk in unveränderter Form wiederzugeben (kleines Zitat). Wichtig ist hier, dass das Zitat auf jeden Fall als solches erkennbar sein muss und der Inhalt vor allem nicht sinnentstellt wiedergegeben wird. Die herrschende Meinung geht davon aus, dass auch Teile von Filmwerken und Bilder als Zitat verwendet werden dürfen. Sofern es sich beim eigenen Werk um ein wissenschaftliches Erzeugnis handelt (auch wenn es in der Folge in der Lehre genutzt wird), dürfen auch ganze erschienene Sprachwerke und zur Erläuterung zusätzlich auch erschienene wissenschaftliche oder belehrende Darstellungen angeführt werden.

* Andreas Schütz ist Rechtsanwalt in der Kanzlei e|n|w|c Natlacen Walderdorff Cancola Rechtsanwälte.

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