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02.10.2009 Michaela Holy

Lehrgang Women's Success an der bfi Wien Akademie

In den letzten Jahren gelingt es immer mehr Frauen, in Führungspositionen zu kommen. Die gläserne Decke ist aber immer noch vorhanden.

In den letzten Jahren gelingt es immer mehr Frauen, in Führungspositionen zu kommen. Gut ausgebildet sind sie schon seit längerer Zeit. Trotzdem sind derzeit nur acht Prozent der Führungskräfte an der Unternehmensspitze Frauen, auf der Abteilungsleitungsebene immerhin "schon" 16 Prozent. Bevorzugt werden die Bereiche Personal (21 Prozent Managerinnen) und Rechnungswesen (18 Prozent Managerinnen) - nach einer Studie von Triconsult.

Dass dieses Ungleichgewicht für Unternehmen kontraproduktiv ist, belegt eine Studie der amerikanischen Lobbyorganisation Catalyst. Demnach hängt der Erfolg des Unternehmens sehr wohl von dem Frauenanteil in der Führungsetage ab: in gemischten Führungsgremien erzielten sie im Vergleich zu denen ohne Frauen eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite.

Hier drängt sich die Frage auf, ob Frauen die besseren Führungskräfte sind. Nancy J. Adler (Professorin für Organisationsentwicklung und Internationales Management in Kanada) meint, dass die Einstellung eines Menschen nicht nur vom Geschlecht abhängt, sondern vielmehr von der Sozialisation. Von Frauen bevorzugte Studienrichtungen wie z.B. Geisteswissenschaft, Literatur etc. seien hilfreich auf Trends zu reagieren, Ideen zu entwickeln und zu vermitteln, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und sie in Veränderungsprozessen einzubeziehen. Und ein weiterer großer Vorteil für ein Unternehmen ist: wenn Frauen an die Spitze kommen, wird signifikant mehr über das Unternehmen berichtet.

EINE ERFOLGSGESCHICHTE Christine Kubik, Applikationsmanagement, Leitung Finanztechnik bei BIAC - Business Insurance Application Consulting (einer Softwaretochter der VIG) hat sich mit dem Thema Frauen und Führung auseinandergesetzt - im Lehrgang "Frauen in Führung" des bfi Wien. "Frauen führen anders - weniger dominant, mehr gemeinschaftlich, gehen mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter ein, sind teamorientierter, können besser loslassen und Verantwortung abgegeben, müssen nicht immer alles selber machen, sondern vertrauen auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter. Der Lehrgang hat mir in der Praxis sehr geholfen. Ich habe gesehen, dass ich mit einigen Problemen nicht allein und auf dem richtigen Weg bin. Die Rollenspiele haben viel dazu beigetragen, das Gehörte praxisnah 'auszuprobieren' und sofort Feedback zu bekommen. Ich persönlich hatte immer das Glück, Vorgesetzte zu haben, die keinen Unterschied zwischen Mann und Frau machten. Aber auch ich kenne die Statistiken, wonach Frauen in technischen Berufen noch immer in der Minderheit sind, was sehr schade ist," erklärt Kubik.

Die Teilnehmerinnen des branchenübergreifenden Lehrgangs kommen aus unterschiedlichen Unternehmen. Dadurch werden nicht nur von den Trainern Impulse geliefert. "Es erweitert sich der "eigene Horizont - man schmort nicht im eigen Saft. Außerdem wurde ich selbstsicherer, da ich merkte, dass mein Weg richtig ist", so Kubik.

In neun Modulen, vertiefenden Praxisworkshops, durch Fachcoaching für die Fallbearbeitung aus der Praxis, Kamingespräche mit Experten und Networking werden die (angehenden) Führungskräfte auf ihre Arbeit vorbereitet. Der Fokus der Inhalte liegt auf Managementwissen, Umgang mit Change Prozessen, Teamleadership, Mitarbeitergespräche, kreative Lösungswege und Moderation. Die persönliche Entwicklung der Teilnehmerinnen als Führungskraft steht dabei im Vordergrund.

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