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07.10.2009 Michaela Holy/pi

EPU sind krisenfest

EPU zeigen sich von der Wirtschaftskrise nicht so stark betroffen wie KMU aus ähnlichen Branchen, zeigt eine Studie der KMU Forschung.

Knapp 205.000 Unternehmen der heimischen Wirtschaft, etwas mehr als 50 Prozent, sind Ein-Personen-Unternehmen (EPU), rund 22.600 Einzelunternehmen arbeiten im Bereich der Unternehmensberatung und Informationstechnologie. Nach 2007 durchleuchtete die KMU Forschung Austria nun zum zweiten Mal diese Kleinstunternehmen und stellte fest: EPU sind krisenfest. Auch die Motivation zu Wachsen und den ersten Mitarbeiter einzustellen, ist hoch. »EPU sind damit stabile Anker in einer ansonsten stürmischen Zeit«, betonte WKO-Präsident Christoph Leitl anlässlich der Studienpräsentation mit Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria, und Elisabeth Zehetner, Bundesgeschäftsführerin der Jungen Wirtschaft.

»Wenn sechs von zehn EPU wachsen wollen, müssen wir diese Motivation unterstützen«, so Leitl. Er zeigte sich besonders erfreut, dass bereits vor dem Sommer dreißig Prozent der EPU über die neue Lohnnebenkostensenkung für die Anstellung des ersten Mitarbeiters Bescheid wussten.

Beim Schritt in die Selbständigkeit sei jedenfalls auch die Frage der sozialen Absicherung ein wichtiges Thema. Leitl nannte die Arbeitslosenversicherung für Selbständige und für jene, die vor ihrem Unternehmertum unselbständig tätig waren, das sind knapp 90 Prozent.

»In Zeiten schwieriger gewordener Unternehmensfinanzierungen müssen wir alternative Möglichkeiten finden, EPU das Wachstum zu finanzieren. Deshalb ist die Umsetzung eines Beteiligungsfreibetrages unabdingbar«, forderte der WKO-Präsident.

EPU selbst würden sich in Zeiten der Krise jedenfalls weniger stark betroffen zeigen als verwandte KMU der jeweiligen Branche, so der Chef der KMU Forschung Austria Peter Voithofer. In der Geschäftsentwicklung zeige sich der Saldo deutlich positiv. »Es überwiegen EPU mit steigenden Umsätzen und steigenden Auftragseingängen. Auch die Erwartungshaltung ist deutlich positiv«, so der Studienautor. Dass angesichts der Krise der Anteil jener, die sich als nicht risikofreudig einschätzen, von 39 Prozent auf 22 Prozent zurückgegangen sei, zeige, dass die EPU bereit sind, ihre Chancen zu nützen. Die Eigenkapitalsituation sei aber eine Herausforderung für EPU, erst mit zunehmender Betriebsgröße verbessert sich diese. »Generell sind EPU aber ein vitaler Zweig der österreichischen Wirtschaft«, unterstrich Voithofer. 24 Prozent der befragten EPU sind nach Informationen der Studie mit dem durchschnittlichen Einkommen des Jahres 2008 zufrieden, 38 Prozent mäßig zufrieden und 37 Prozent wenig bis gar nicht zufrieden.

Zu den Motiven der EPU für ihren Weg in die Selbständigkeit nannte Elisabeth Zehetner als Ergebnisse der Studie das Erreichen einer flexiblen Zeiteinteilung, Selbstverwirklichung sowie das Erkennen einer Marktchance beziehungsweise die Umsetzung einer Produktidee. Einzelunternehmer haben außerdem mit einer Akademikerquote von 22 Prozent ein sehr hohes Bildungsniveau. Die durchschnittliche Arbeitszeit beträgt etwa 49 Stunden. Die Studie räume auch mit dem Mythos auf, dass EPU vor allem in die Selbständigkeit gedrängt werden oder als outgesourcte Unternehmen von einem Kunden abhängig seien. Im Durchschnitt hat jedes EPU 50 Kunden, nur ein Fünftel gibt an, weniger als zehn Kunden zu haben. Zwischen drei und fünf Prozent der EPU waren vor ihrer Selbständigkeit arbeitslos, maximal jeder zehnte ist damit aus arbeitsmarktpolitischen Konsequenzen nun als Selbständiger tätig.

Etwa zehn Prozent der EPU planen im Jahr 2009 mittelfristig weitere Mitarbeiter zu beschäftigen. Bei der EPU-Studie im Jahr 2007 betrug die Bereitschaft noch 22 Prozent. Als Gründe, warum derzeit keine Mitarbeiter beschäftigt werden, gaben die Befragten zu hohe Lohnnebenkosten (79 Prozent), administrative Belastungen bei Kündigungen (52 Prozent) und administrative Belastungen während der Beschäftigung (45 Prozent) an.

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