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10.02.2010 Michaela Holy

Schlechte Noten für Bildung und Innovation in Österreich

Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie eine Verbesserung des Bildungssystems sollen die österreichische Innovationskraft stärken. Das kalifornische Silicon Valley gilt als Musterbeispiel.

Am Wiener Kongress »com.sult« mit dem Titel »Shape the Future« wurden wachstums-, standort- und innovationspolitische Herausforderungen und Perspektiven im nationalen, europäischen und internationalen Kontext diskutiert. Im Rahmen des Kongresses wurde von Peter Hajek Public Opinion Strategies unter wissenschaftlicher Fachberatung von Bernhard Felderer (IHS) eine Erhebung über wirtschaftliche Zukunftstrends und Zukunftserwartungen der Kongressteilnehmer durchgeführt. »Die Zielgruppe der Befragten setzt sich zu 52 Prozent aus Mitgliedern der Consultingbranche zusammen, 58 Prozent haben die Position des CEO, Vorstands oder Geschäftsführers inne, was die Qualität des Wiener Kongress com.sult als Meetingpoint für Entscheidungsträger unterstreicht«, so Meinungsforscher Peter Hajek.

DIE ZUKUNFTSTRENDS AUS SICHT DER TEILNEHMER Im Mittelpunkt der Erhebung standen standortpolitische und globale Herausforderungen, die auch die Diskussionen und Referate des com.sult geprägt haben. »Mit dem Wiener Kongress com.sult - outlook 2010 starten wir unsere jährliche Zukunftstrend-Erhebung und können damit klar auf den Punkt bringen, wie hochkarätige Entscheidungsträger aus der Wirtschaft die nähere Zukunft aus standortpolitischer Perspektive einschätzen – ein wichtiger Indikator für die Standortpolitik«, erklärt com.sult-Initiator David Ungar-Klein. Neben Erhebungen zu F&E und Innovation über Infrastruktur und IKT bis zu »Green technologies« und globalen Wachstumschancen wurde auch die Meinung über Bildungs- und Forschungspolitik abgefragt. Äußerst schlecht fällt dabei das Zeugnis für die wettbewerbsentscheidende Bildungs- und Universitätspolitik aus: Sie wird mit dem Mittelwert von 3,8 auf der Schulnotenskala äußerst kritisch bewertet. Mehr als jeder fünfte Befragte (23 Prozent) erteilt ihr ein klares »nicht genügend«. Nur leicht besser wird die österreichische F&E-Politik (3,6) beurteilt.

INNOVATIONSKRAFT VERBESSERN Auf die Frage, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Innovationskraft am Wichtigsten sind, zeichnen die Manager ein klares Bild: 56 Prozent nennen Investitionen in F&E. 42 Prozent wollen eine Verbesserung des Bildungs- und Universitätssystems. 18 Prozent setzen auf die Unterstützung der Gründung von Technologie-Unternehmen, 14 Prozent auf die Stärkung des Kapitalmarktes und elf Prozent sprechen sich für Investitionen in die Grundlagenforschung aus.

»Die schlechte Beurteilung in den zukunftsentscheidenden Politikfeldern Bildung und Innovation ist ein Alarmsignal für den Standort Österreich. Gerade hier kann sich Österreich wettbewerbsentscheidende Vorteile herausarbeiten. Forschung und Entwicklung ist ein Querschnittsthema, das sich durch praktisch alle Workshops beim Wiener Kongress com.sult gezogen hat«, erklärt David Ungar-Klein.

ERFAHRUNG SAMMELN IM SILICON VALLEY Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, forderte im Rahmen des Kongresses eine engere und vertrauensvollere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Forschung. Überhaupt sollte der Wirtschaftsstandort Wien noch mehr auf Forschung und Entwicklung setzen. »Wir müssen durch Know-how, Qualität und Innovationen punkten und mit einer sich immer rascher ändernden Welt Schritt halten. Mehr noch: wir müssen in definierten Bereichen Schrittmacher sein.« Eine besondere Funktion komme dabei der Entwicklung der Seestadt Aspern zu. »Aspern muss ein Leuchtturm in der europäischen Forschungs- und Entwicklungslandschaft werden«, fordert Jank. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass »die Arbeit der Forschung nicht beim Forschungsergebnis endet. Der unmittelbaren wirtschaftlichen Verwertung muss deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden«, erklärt Jank. Als Beispiel dafür nennt sie das kalifornische Silicon Valley. »Das Zusammenspiel aus Forschung und Wirtschaft ist essentiell«, so Jank. Um dieses Miteinander besser zu verstehen und in der Praxis umzusetzen, ermöglicht die Wirtschaftskammer dieses Jahr zwölf Wiener Unternehmen für je drei Monate im Silicon Valley Erfahrungen zu sammeln und potenzielle Partner zu finden. »Silicon Valley ist das Synonym für technische und wirtschaftliche Innovation, für einen besonders effizienten Zugang zu Entwicklungen und deren Umsetzung. Wir brauchen mehr vom Geist Silicon Valleys in Österreich«, fordert Jank abschließend.

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