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10.02.2010 Michaela Holy/pi

Neue Strukturen einbinden

Projektwirtschaft nimmt in Unternehmen einen immer höheren Stellenwert ein – nicht zuletzt deshalb, weil sich Projektteams stärker mit Zielen identifizieren, so eine aktuelle Studie.

Heute in der globalen Wirtschaft erforderliche Fähigkeiten wie Flexibilität, Schnelligkeit und Innovationskraft sind mit herkömmlichen Organisationsstrukturen nicht mehr zu erreichen. Projektwirtschaft heisst das Zauberwort, wie eine Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) unter dem Titel »Betriebliche Projektwirtschaft« zeigt. Im Auftrag des Personaldienstleisters Hays befragte das IBE an der Fachhochschule Ludwigshafen Entscheider aus 298 Konzernen und mittelständischen Betrieben im deutschsprachigen Raum.

Für die betriebliche Projektwirtschaft spricht aus Sicht der Befragten vor allem, dass Projektteams wesentlich lösungsorientierter und selbstständiger agieren und sich stärker mit ihren Zielen und Zielvorgaben identifizieren. Die betriebliche Projektwirtschaft ist eine spezielle Organisationsform in Unternehmen. In ihr sind bestimmte Gruppen von Mitarbeitern in zeitlich und thematisch klar begrenzten Projekten tätig – entweder in ihrer gesamten Arbeitszeit oder teilweise.

Die Studie belegt, dass die betriebliche Projektwirtschaft in der breiten Mehrheit der Unternehmen (74 Prozent) bereits jetzt fest etabliert ist. In einem höheren Mass als erwartet: Der Anteil der Projektwirtschaft an den gesamten Arbeitsabläufen liegt bereits bei 37 Prozent, ihr prozentualer Anteil an den gesamten Abläufen soll in den nächsten zwei Jahren um weitere 21 Prozent steigen.

Demgegenüber wird die Anzahl der Mitarbeiter, die künftig projektwirtschaftlich tätig sind, im Vergleich geringer ansteigen. Hier zeigen die Studienergebnisse eine zunehmende Differenzierung sowohl in volks- als auch in betriebswirtschaftlicher Sicht. Ein knappes Viertel der Unternehmen wird sich immer stärker über Projektwirtschaft organisieren. In diesen Unternehmen werden in zwei Jahren weit mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in Projekten agieren. Dies betrifft tendenziell eher mittelständische und Dienstleistungsunternehmen. Die Mehrheit der Unternehmen bleibt dagegen traditionell organisiert. Hier findet aber auch eine interne Differenzierung statt: So kristallisieren sich Mitarbeitergruppen heraus, die fast nur noch in Projekten und nicht mehr in herkömmlichen Arbeitsabläufen tätig sind.

Mit Projekten lösen Unternehmen vor allem strategische Themen: 82 Prozent der befragten Entscheidungsträger nutzen sie, um neue Arbeitsabläufe einzuführen; 74 Prozent setzen sie bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen ein. Daher sind es vor allem die prozess- und wissensgetriebenen Unternehmensbereiche wie IT, Marketing und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung, in denen die betriebliche Projektwirtschaft vorrangig stattfindet.

Demgegenüber bleiben die eher klassischen Bereiche wie das Finanzwesen oder die Rechtsabteilung in der alten Welt. »Die Konsequenz ist, dass innerhalb der Betriebe zunehmend Parallelwelten entstehen. Dies führt zu kulturellen Herausforderungen«, erklärt Jutta Rump, Leiterin des IBE.

Als zentrale Herausforderung geben drei Viertel der Befragten das begrenzte Zeitbudget der Mitarbeiter an. Die wichtigsten Gründe für das Scheitern von Projekten liegen in fehlenden Zieldefinitionen und darin, dass wichtige Entscheidungen nicht getroffen werden.

Bei der großen Mehrheit der Firmen sind die Projektteams pluralistisch besetzt – mit Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen und verschiedenen Hierarchie-, Qualifikations- und Altersstufen. Zudem nutzen zwei Drittel der Unternehmen externe Spezialisten. Wenig Bedeutung wird in der Projektwirtschaft derzeit noch den neuen Kommunikationsformen wie Wikis, Blogs oder Mediashare-Plattformen zugemessen. Die Projektmitglieder kommunizieren hauptsächlich per E-Mail oder in persönlichen Meetings.

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