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10.02.2010 Michaela Holy

Chancen für Chancenlose

We work together, eine Kooperation von Caritas OÖ, dem Bundessozialamt und Manpower, verschafft behinderten Menschen eine Chance, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Susanne Mühlberger ist beim Fensterputzen gestürzt und hat sich einen Brustwirbel gebrochen. Trotz Genesung bleiben 30 Prozent Behinderung zurück – ein Handicap vor allem am Arbeitsmarkt. Mustafa Seker bekommt in der Nachtschicht bei einer Fastfood-Kette starke Schmerzen in der Brust. Am nächsten Tag hat er einen Herzinfarkt. Markus Hofbauer leidet an Neurodermitis und Asthma. Er verliert seinen Job in einem Baumarkt, weil er sich den Kunden gegenüber unsicher fühlt.

Das sind drei von 36 behinderten Menschen, denen die Kooperation »we work together« 2009 wieder Arbeit verschafft hat. Gehandicapte Kandidaten werden befristet oder dauerhaft in Bereichen eingesetzt, für die sie qualifiziert und geeignet sind. »Der Fokus liegt auf Stärken, nicht Schwächen«, erklärt Projektvater Josef Buttinger von Manpower. »In anderen Worten: Pinguine müssen nicht fliegen können!«

Alles begann dabei mit einer »Dreiecks-Idee«: Die Caritas OÖ betreut in der Diözese Linz knapp tausend Menschen mit allen Graden von Einschränkungen, das Bundessozialamt vergibt Förderungen für Unternehmen, die behinderte Menschen einstellen und Manpower vermittelt Menschen Jobs.

Dank dieser Kooperation werden Förderungen maximal ausgeschöpft und an die beschäftigenden Betriebe weitergegeben. »So können Unternehmen Mitarbeiter aufbauen, die sie sich sonst nicht leisten könnten«, so Buttinger. Dank der Kooperation kommt die Einstellung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen für Unternehmen äußerst günstig. Oft hemmen auch Berührungsängste und verschärfter Kündigungsschutz den Einsatz behinderter Menschen. Gegen erstere werden Einschulungen, Coachings und durchgehende Betreuung organisiert, die bestehenden Mitarbeitern die Scheu vor den neuen Kollegen nehmen. Da diese bei Manpower angestellt sind, trägt auch der Personaldienstleister das volle Beschäftigungsrisiko. »Die meisten werden nach ausgedehnter Bewährungszeit ohnehin übernommen«, freut sich Buttinger. »Sie haben nur ein Chance gebraucht, zu zeigen, was in ihnen steckt.«

Das Projekt wurde 2009 in Oberösterreich gestartet und wird nun auf Wien und Niederösterreich ausgedehnt. Das Prinzip von »we work together« basiert auf Zeitarbeit, Permanent Placement und Temp-to-Perm, einer Kombination aus Personalüberlassung und Personalvermittlung. Die Kandidaten werden direkt besetzt oder sind bei Manpower angestellt und werden den beschäftigenden Betrieben überlassen. Unternehmen und Mitarbeiter haben beliebig viel Zeit, sich kennenzulernen. Das Unternehmen entscheidet frei, einen Mitarbeiter dauerhaft zu übernehmen oder nach der vereinbarten Zeit zurückzustellen. Beendet es den Einsatz, endet auch jede Verpflichtung.

ABBAU VON HEMMSCHWELLEN Es gibt natürlich Hemmungen auf Unternehmensseite, Behinderte einzustellen. Das sind einerseits von Buttinger schon angesprochene verschärfte Kündigungsregeln, die Manpower seinen Kunden abnimmt – das gesamte Kündigungsrisiko trägt der Personaldienstleister. Außerdem hindern menschliche Berührungsängste oft daran, Menschen mit Handicap locker gegenüberzutreten. Dafür hat Manpower ein Team von Experten zusammengestellt, die bei Dingen wie dem Rekrutieren unter diesen besonderen Voraussetzungen, der behindertengerechten Arbeitsplatzgestaltung, beim Coaching aller Beteiligten für die gesamte Einsatzdauer und dem Abwickeln der Behördenwege und Ansuchen Hilfestellung leisten.

Die Einbindung von älteren oder gehandicapten Arbeitnehmern ist nicht nur aus ethischen Gründen sinnvoll, sondern auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Denn: 2010 gehen die ersten Jahrgänge der »Babyboomer«, der zahlenmäßig starken Generation der zwischen den Jahren 1950 und 1965 Geborenen, in Pension. Und es gibt zu wenige Junge, um sie zu ersetzen.

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