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11.02.2010 Rudolf Felser

Technologie rettet Leben

Die Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien kann eine am Patienten orientierte medizinische Versorgung erheblich unterstützen. Das Forschungsprojekt iCardea zum Beispiel dreht sich um Herzpatienten.

In den vergangen zehn Jahren konnte eine starke Zunahme an chronischen Herzerkrankungen verzeichnet werden. Die dadurch steigende Anzahl an Implantaten, wie beispielsweise Herzschrittmachern, stellt Mediziner und Pflegemitarbeiter künftig vor eine logistische Herausforderung. Gesteigerter Planungsbedarf, erweiterte Dokumentationspflicht, erhöhte Datenmengen verbunden mit zunehmender Effizienzsteigerung bringen das Gesundheitssystem an seine Grenzen.

Anfang Februar startete Salzburg Research gemeinsam mit den Salzburger Landeskliniken und sechs weiteren Partnern das EU-weite und 3,6 Mio. teure Forschungsprojekt iCardea. Dabei unterstützt Salzburg Research das Projekt mit einer Forschungsleistung in der Höhe von rund 635.000 Euro. Im Rahmen des zu 75 Prozent von der EU finanzierten Projektes soll eine intelligente Plattform entwickelt werden, die es Medizinern und Mitarbeitern der Pflege ermöglicht medizinische Informationen schnell und effizient zu filtern, um unmittelbar auf gesundheitliche Komplikationen und mögliche Risiken eingehen zu können. Die Zielsetzung von iCardea ist klar – frühe Risikoerkennung, Stärkung der Eigenverantwortung des Patienten und eine unmittelbare Bewertung des Behandlungserfolges.

"Das Filtern der medizinisch relevanten Daten aus der Fülle der angebotenen Information wird für Mediziner und Pflegepersonal im Alltag zunehmend schwieriger. Kommunikations- und Informationstechnologien bieten neue Wege in der Bewältigung der Informationsflut und können wesentlich zur Optimierung der Patientenversorgung beitragen", ist sich Salzburg Research Geschäftsführer Siegfried Reich sicher.

Anfang Februar 2010 fiel mit der Kick-off Veranstaltung in Salzburg der Startschuss für das Projekt iCardea. Die Salzburg Research Forschungsgesellschaft und die Salzburger Landeskliniken starten ihre Forschungskooperation mit weiteren sechs Partnern aus insgesamt fünf europäischen Ländern (Türkei, Österreich, Deutschland, Griechenland und Spanien). Die durch Salzburg Research mitentwickelte Plattform schließt an weltweit standardisierte Schnittstellen (z.B. für elektronische Patientendaten, zum Austausch von Implantatdaten etc.) an und gewinnt daraus die notwendigen statistischen Daten. Nachsorgeuntersuchungen für Herzpatienten mit Implantaten sollen dabei nach semi-automatischen, kontext-bezogenen und elektronisch-unterstützten klinischen Guidelines ausgerichtet werden. Diese Richtlinien sind auf individuelle Behandlungsanforderungen abgestimmt und ermöglichen eine am patienten-orientierte Versorgung. Sie erlauben eine bessere Risikobeurteilung jedes einzelnen Patienten und gewähren Medizinern und Pflegepersonal eine bestmögliche Unterstützung durch automatisierte Risikoalarme. Die einzelnen Phasen der klinischen Guidelines werden im Projekt durch die Entwicklung spezieller Indikatoren messbar gemacht. Dies ermöglicht eine unmittelbare Bewertung des Behandlungserfolges.

Möglichst frühes Erkennen von kritischen Ereignissen ist einer der Schwerpunkte des EU-weiten Forschungsprojekts. "Sofortiges Handeln kann Leben retten z.B. bei plötzlich auftretendem Vorhofflimmern. Der Arzt erhält durch die künftig entwickelte Software die Möglichkeit zeitnah zu reagieren und bietet so dem Patienten eine individuelle 'rund um die Uhr' Versorgung", beschreibt Manuela Plößnig, die Projektverantwortliche bei Salzburg Research, den Fokus des Forschungsprojektes. Ein weiteres Ziel in iCardea ist die Stärkung des Patienten durch eine aktive Einbindung in den Behandlungsprozess (Patient Empowerment). Patienten werden zunehmend zu aktiveren Teilnehmern in Ihrem Versorgungsprozess. Dies wirkt sich auch auf ihren Krankheitsverlauf aus - gut informierte und selbstverantwortliche Patienten erzielen bessere Heilungserfolge.

Die Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre und beinhaltet neben der Entwicklung einer neuen Software durch Salzburg Research auch eine einjährige klinische Studie der SALK. Etwa 30-50 Patienten werden mit der entwickelten Software ausgestattet und so in einem Zeitrahmen von einem Jahr untersucht. "Die Ergebnisse der Anwenderstudie werden anschließend von den Forschern der Salzburg Research in die bestehende Software eingebaut und evaluiert. Die intelligente Plattform soll später Anwendung in Spitälern und Kliniken finden", so Plößnig zuversichtlich. (pi/rnf)

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