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11.03.2010 Rudolf Felser

Kommentar: Der "Makel der Weiblichkeit"

Fairness und Gerechtigkeit sind zwei der wichtigsten Faktoren für ein geregeltes und konfliktfreies Miteinander. Das gilt auch – oder besonders – im Berufsleben.

Die Stimmung im Büro kippt schnell, wenn erst der eine Kollege von dem anderen weiß, wie viel mehr er für den gleichen Job verdient. Deshalb werden solche Situationen im Normalfall auch nach Möglichkeit vermieden. Außer wenn dem Mitarbeiter der »Makel der Weiblichkeit« anhaftet. Dann scheint es auch im 21. Jahrhundert ganz normal zu sein, unterschiedliche Lohnmaßstäbe für vergleichbare Leistung anzuwenden. So hat die EU-Kommission herausgefunden, dass die die durchschnittliche Differenz zwischen den Bruttostundenlöhnen von Männern und Frauen in der Wirtschaft insgesamt in der EU immer noch 18 Prozent beträgt. Auch wenn glücklicherweise zwischen den einzelnen Ländern und Sektoren erhebliche Unterschiede bestehen – die IKT-Branche beispielsweise ist eines der besseren Beispiele.

Dennoch wird es höchste Zeit, etwas gegen dieses Missverhältnis zu unternehmen, so wie es die EU-Kommission vorhat (siehe auch den Artikel "Gerechte Löhne für Frauen"). Denn Frauen haben nicht nur verschiedenen Untersuchungen zufolge bei Soft- und Social Skills die Nase vorn, sondern laut einer neuen Studie von Accenture auch bei der Belastbarkeit. Laut der Untersuchung ist diese Manager-Fähigkeit für mehr als zwei Drittel, genauer 71 Prozent, aller Chefs zentrales Kriterium dafür, wen sie im Unternehmen halten wollen. Mit 53 Prozent der Nennungen liegen hier weibliche Nachwuchsmanager weltweit leicht vor ihren männlichen Kollegen mit 51 Prozent. Heidemarie Schutt, Partnerin bei Accenture Österreich: »Die Fähigkeit, sich anzupassen, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und dennoch konsequent Ziele zu verfolgen, ist zu einem der wichtigsten Karrierefaktoren geworden. Dem sollten ambitionierte Frauen Rechnung tragen und ihre Fähigkeiten gezielt ausbauen.«

So verwundert es auch nicht, dass das World Economic Forum (WEF) bei der Auswahl seiner 192 Young Global Leader für das Jahr 2010 als einzige österreichische Persönlichkeit Eva Dichand ausgewählt hat. Bisher kam diese Ehre nur wenigen Österreichern zu. Das WEF zeichnet damit junge herausragende Personen aus, die durch ihren persönlichen und beruflichen Werdegang Außergewöhnliches erreicht haben. Und das ist nur ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit, das zeigt, wie unangebracht geschlechterspezifische Entlohnung schon seit langem ist. Schließlich geht es heute im Beruf meistens nicht mehr um Körperkraft – und selbst da stecken Frauen so manchen »starken Mann« in die Tasche.

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